Fettleber – Wohlstandskrankheit unserer Zeit11 min Lesezeit

 

 

Was ist eine Fettleber?

Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) könnte jeder dritte Erwachsene in Europa und den USA von einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung betroffen sein. Bei einer Fettleber kommt es zu einer vermehrten Fetteinlagerungen in den Leberzellen (Hepatozyten). Dadurch wird diese deutlich größer und schwerer und die befallenen Zellen sind in ihrer Funktion stark eingeschränkt. Der Schweregrad einer Fettleber wird aus diesem Grund auch an den erhöhten Fetteinlagerungen oder über den Gewichtsanteil des gespeicherten Fettes an dem Gesamtgewicht der Leber bewertet.

 

Kommen erschwerend noch Entzündungen in der Leber hinzu, so spricht man von einer Fettleberentzündung (Steatohepatitis).

 

Im Grunde gibt es 2 unterschiedliche Formen einer Fettleber ( das gleiche gilt auch für die Fettleberentzündung):

  • alkoholische
  • nicht alkoholische Fettlebererkrankungen

 

 

 

Wie kommt es zu einer Fettleber?

 

Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) könnte jeder dritte Erwachsene in Europa und den USA von einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung betroffen sein.

Als häufigste Ursache gilt ein übermäßiger Alkoholkonsum als Auslöser für die Entwicklung einer Fettleber. Doch es gibt noch weitere Faktoren, die eine Fettleber begünstigen. Dazu gehören z.B.:

  • eine ungesunde Ernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes Typ 2
  • Metabolisches Syndrom
  • Medikamenten (u.a. synthetische Östrogene, Paracetamol, Acetylsalicylsäure)
  • Vergiftungen (Toxine, wie u.a. Tetracycline, Dämpfe von Lösungsmitteln)
  • Stoffwechselkrankheiten
  • und Virusinfektionen
  • Genetische Veranlagung

 



 

Fettleber durch eine falsche Ernährung

 

 

„Was auch immer der Vater einer Erkrankung ist, die Mutter war mit Sicherheit eine falsche Ernährung“

Hippokrates von Kos, ca. 400 v. Chr.

 

 

Ein häufiger Grund für die Leberzellverfettung ist eine extrem kalorienreiche Ernährung, welche in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht gerade selten vorkommt. Durch das Zuviel an nicht benötigten Kalorien beginnt der Organismus mit der Fetteinlagerung als Energiespeicher, dabei wird das Fett als sogenannte Triglyceride in den Leberzellen eingelagert. Übergewicht oder Adipositas (Fettleibigkeit) sind oft Folgen der Überernährung

Gleiches gilt übrigens auch für eine Mangelernährung, bei der dem Körper zu wenig Eiweiß zu geführt wird. Hier wird die Fettverbrennung gehemmt und es verbleiben vermehrt Fette in der Leber.

Der Fettstoffwechsel kann auch bei Diabetes-Patienten derart aus dem Gleichgewicht geraten, dass vermehrt Fetteinlagerungen in der Leber gebildet werden und eine Leberzellenverfettung droht. Insgesamt besonders gefährdet sind Menschen mit einem sogenannten metabolischen Syndrom, das durch die Kombination aus Fettleibigkeit, Diabetes, Störungen des Cholesterinstoffwechsels und Bluthochdruck gekennzeichnet ist.

Transfettsäuren

Unter Transfettsäuren versteht man künstliche Fette in stark verarbeiteten Lebensmitteln. Durch eine Ernährung mit einem hohen Transfettsäuren-Anteil kommt es schneller zu dem Volksproblem Übergewicht und dies ist wiederum schlecht für die Leber.

Zucker

Zu viel Zucker ist reines Gift für die Leber. Denn die Leber kann aus anderen Makronährstoffen, und so auch Zucker, Fett als Energiespeicher herstellen. Deshalb kann ein Zuviel an raffinierten Zucker oder Fructose zu einem übermäßigen Fettaufbau führen.

 

Bewegungsmangel

 

Wie bei vielen Zivilisationserkrankungen gilt neben einer falschen Ernährung auch ein Bewegungsmangel als mögliche Ursache für eine Fettleber.

 

 

Fettleber durch Gifte und Medikamente

 

Wird die Leber in ihrer Hauptfunktion als Entgiftungsorgan (zum Beispiel beim Abbau von Alkohol, Gifte oder Medikamente)  zu stark gefordert, ist sie schließlich nicht mehr in der Lage, Fett adäquat zur Energiegewinnung zu nutzen. Das nicht abgebaute Fett bleibt in der Leber zurück, welches bei der alkoholischen Fettleber oft der Fall ist.

Aber nicht nur Alkohol, sondern auch Medikamente können eine häufig unterschätzte Ursache für eine Fettleber sein. Gerade das beliebte Schmerzmittel bei Kopf- und Gliederschmerzen Paracetamol hat eine stark toxische Wirkung auf die Leber.

 

 

Schwangerschaft

 

Laut der des „Deutschen Ärzteblattes“ ist eine Fettleber durch einen „Defekt der mitochondrialen Betaoxidation von Fettsäuren sowie die hormonbedingte Erhöhung der freien Fettsäuren während der Schwangerschaft“ bedingt.

 

 

 

 

 

Welche Symptome einer Fettleber

 

Fettleber

 

Solange eine milde Form einer Fettleber besteht kommen oft kaum bis keine Beschwerden vor. Aber auch bei einer ausgeprägten Form kommt es eher zu unspezifische Beschwerden wie:

  • Völlegefühl,
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gelbfärbung der Haut und Augäpfel (Ikterus)
  • Druckschmerzen in der Lebergegend (Leberschmerzen),
  • Beschwerden beim Liegen auf der rechten Seite
  • Blähungen,
  • Antriebslosigkeit, Müdigkeit

 

 

 

Mögliche Folgen einer Fettleber

 

Leberversagen als Folge der Fettleber

Neben einer Leberzirrhose ist ein akutes Leberversagen eine gefürchtete Spätfolge einer Fettleber. Zu einem Leberversagen kann es beispielsweise dann kommen, wenn zusätzlich zum geschwächten Organ, Medikamente wie Paracetamol falsch eingenommen werden. Dadurch können Leberzellen absterben, was schlimmstenfalls zu einem Leberkomma führen kann.

 



 

 

 

Wie stellt man eine Fettleber fest?

 

 

Bauchumfang und gesunde Leber

Einen ersten Hinweis auf zuviel gefährliches Organfett, gibt der Taillenumfang. Liegt er bei Frauen unter 80 Zentimetern und bei Männern unter 94, besteht in der Regel kein Risiko für eine Fettleber.

 

Fettleber

 

Ergibt die Messung allerdings mehr, so kann dieses auf eine Fettleber hinweisen. Das ist vor allem bei Werten über 88 (Frauen) und über 102 Zentimetern (Männer) der Fall. Hier finden Sie mehr Informationen zu dem Thema:  Wie gefährlich ist Bauchfett wirklich?

 

 

Labortest

Die Anzeichen einer Fettleber lassen sich häufig schon in einer Blutuntersuchung feststellen. Hier geben besonders die sogenannten Leberwerte einen Einblick in die Gesundheit des Organs.

Folgende Laborwerte können Hinweise auf eine Fettleber geben:

  • erhöhter Gamma-GT-Wert
  • verringerte Anzahl weißer und roter Blutkörperchen
  • GPT (Glutamat-Pyruvat- Transaminase)
  • GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase)
  • GGT (Gamma-Glutamyltransferase)
  • Bilirubin

 

Bildgebende Verfahren

Eine einfache und vor allem unschädliche Methode um eine Fettleber rechtzeitig zu diagnostizieren, bietet eine Ultraschalluntersuchung. Durch weitere bildgebende Verfahren wie CT oder MR ist zusätzlich eine „Dichtemessung“ möglich. So lassen sich eine  Vergrößerung oder entstandene Knoten in der Leber sichtbar machen. Seit kurzem besteht auch die Möglichkeit mittels Ultraschall, ohne Biopsie, die Leberdichte/Steifigkeit als sogenannte „transiente Elastographie“ zu messen.



 

Leberbiopsie

Um in schweren Fällen ganz sicher zu gehen, kommt man um eine Gewebeentnahme aus der Leber (Leberbiopsie) nicht herum. Auf diesen Weg kann man den Fortschritt der Erkrankung erkennen und eine Therapie individuell anpassen.

 

 

 

 

Was kann man bei einer Fettleber tun?

 

 

In erster Linie erfolgt die Behandlung einer Fettleber indem die Ursachen der Erkrankung kuriert werden, aber auch grundlegende Maßnahmen/Veränderungen können zu einer Verbesserung beitragen:

  • Bei einer alkoholischen Fettleber ist eine völlige Alkoholkarenz essentiell wichtig. Durch diese Schonung kann sich die Fettleber in etwa 2 bis 3 Monaten wieder verkleinern.
  • Gesunde Ernährung (Vitamine, Spurenelemente)
  • Stoffwechsel aktivieren und Übergewicht abbauen
  • Diabetes Typ 2 – Änderung des Lebensstils bei Diabetes Typ 2
  • Mehr Bewegung in den Tagesablauf bringen

 

 

Ganzheitliche Maßnahmen bei einer Fettlebererkrankung

 

Ernährung

 

In einer ganzheitlichen Betrachtung gehört eine Ernährungsumstellung ebenfalls zu den Grundlagen einer erfolgreichen Therapie bei Fettleber. Dazu gehören zum Beispiel:

Mit dem Fasten besteht die Möglichkeit, die Leber bei dem Abbau von Fett zu unterstützen.

 

Vorsicht!

Auch wenn das Fasten oft als ungefährlich betrachtet wird, so hat es doch einen großen Einfluss auf unseren Organismus. Daher  sollte es in schweren Fällen nur unter ärztlicher Betreuung durchgeführt werden

 

Eine Entgiftungskur kann der Leber dabei helfen sich zu regenerieren und sie bei der Ausscheidung von Giftstoffen zu unterstützen.

 

 

 

Welche Heilpflanzen helfen bei einer Fettleber?

 

 

Mariendistel

Die Mariendistel gilt bereits seit Jahrhunderten als eines der wirksamsten natürlichen Heilmittel bei Leberproblemen. Sie aktiviert die Leberregeneration, verbessert die Durchblutung, fördert die Fettverdauung und schützt die Leber vor Zellgiften. Dazu haben besonders, die in der Pflanze enthaltenen  Inhaltstoffe Silymarin, Silibinin (Silybin A und B), Silychristn und Silydianin beigetragen.

Die Pflanze wirkt:

  • Membranstabilisierend (so der Eintritt von toxischen Stoffen verhindert)
  • Antioxidativ ( Schutz vor oxidativen Schäden)
  • Antientzündlich
  • Antifibrotisch

Fettleber

 

 

Artischocke

Die Artischockenblätter enthalten besonders viele Bitterstoffe wie z.B. Kaffeoylchinasäure. die bei der Leberentgiftung und Leberregeneration helfen. Zusätzlich zu ihrer Fähigkeit zur Anregung der Gallentätigkeit hat die Artischocke noch folgende positive Auswirkungen auf die Leber:

  • Förderung der Leberregeneration
  • Antioxidativ

Fettleber

 

 

Löwenzahn

Für Viele ist die Pflanze ein unliebsames Unkraut, doch dies trifft bezüglich ihrer heilenden Eigenschaften auf die Leber, bei weitem nicht zu. Die Löwenzahnwurzel unterstützt die Leber bei der Entgiftung und Reinigung, bis hin zur Bekämpfung von Hepatitis, Gallensteinen und Leberzirrhose.

 

Fettleber

 

Wu-Wei-Zi  – chinesische Heilpflanze bei Fettleber

 

Eine bei uns eher unbekannte Leber-Pflanze ist die Schisandra. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist die unter dem Namen Wu-Wei-Zi  bekannte Pflanze schon seit Jahrtausenden bekannt. Ihre Früchte enthalten sogenannte Lignane, die sogar noch Entzündungen der fortgeschrittenen Fettleber-Hepatitis eindämmen sollen.  Neben der überlieferten Anwendung in China, Japan und Korea ist auch ein breiterer therapeutischer Einsatz aus Russland bekannt.

 

 

 

Teerezepte – Welche Tees sind gut für die Leber

Der Gesundheitsmarkt bietet viele sinnvolle Tees zur Unterstützung der Leber. Hier ein paar Rezepte zum Mischen in der Apotheke.

 

 

Tee bei Leberbeschwerden

 

36g Löwenzahnwurzel/Kraut

14g Mariendistelfrüchte

10g Tausendgüldenkraut

10g Schafgarbenkraut

5g Angelikawurzel

5g Bolboblätter

Anwendung: 1-2 TL auf eine Tasse Wasser, kochend übergießen, 5-10 Min ziehen lassen; 3x tgl. 1 Tasse

 

 

Tee bei krampfartigen Oberbauchbeschwerden (Galle) und Leberproblemen

 

40g Löwenzahnwurzel/kraut

30g Pfefferminzblätter

30g Artischokenblätter

2 TL auf 250ml kochendes Wasser; 10-15 Min ziehen lassen; 3-4x tgl.; ca. 30 Min vor dem Essen

 

 

 

Vitamine, Spurenelemente & Co bei einer Fettleber

Folgende Mikronährstoffe können bei der Behandlung einer Fettleber ergänzend eingesetzt werden.

Vitamine für die Leber

 

Vitamin D gehört A zu den fettlöslichen Vitaminen und reguliert als Steroidhormon eine Vielzahl von Genen. Vitamin D hat auch eine wichtige Bedeutung für verschiedene Stoffwechselfunktionen.

 

Vitamin E gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und ist ein wichtiger antioxidativer Wirkstoff mit antientzündlichen Eigenschaften. Neben diesem Schutzeffekt besitzt Vitamin E auch antifibrotische Eigenschaften, d. h. eine vermehrte Bindegewebsbildung in der Leber ist weniger wahrscheinlich.

 

Vitamin C ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans. Vitamin C hat auch einen Schutzeffekt für die Leber gegen die toxischen Einflüsse von Arzneimitteln, Schwermetallen und anderen chemischen Stoffen. Außerdem stimuliert Vitamin C die Bildung von Enzymen (Cyp-450-Enzymen), welche für Entgiftungsreaktionen verwendet werden.

 


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B-Vitamine

Eine ausreichende Versorgung von B-Vitaminen ist besonders bei Menschen, welche unter einer alkoholindizierten Fettleber leiden, unverzichtbar.

 

Vitamin B1  (Thiamin)

  • bildet mit Mangan Enzyme, diese spalten Kohlenhydrate in Glucose. Diese wird von den Nervenzellen als Energie benötigt

 

Vitamin B2 (Riboflavin)

  • wichtige Rolle für Entgiftungsreaktionen in der Leber
  • Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel
  • Coenzym bei Oxidations- u. Reduktionsreaktionen

Vitamin B6 (Pyridoxin)

  • wichtigste Vitamin in Protein- und Aminosäurenstoffwechsel
  • wichtig für den Fettstoffwechsel
  • an Bildung von Nervenbotenstoffen beteiligt

Vitamine B12 und Folsäure

  • Wichtig für den Homocysteinabbau

 



 

Coenzym Q10

Es unterstützt die Entgiftung der Zellen, die Energieversorgung und schützt die Leber.

 

Alpha-Liponsäure

Die schwefelhaltige Fettsäure schützt die Leber vor Giftstoffen, Schwermetallen und toxischen Auswirkungen von Medikamenten.

 

Zink

Der Mineralstoff Zink ist an über 300 chemischen Reaktionen im Körper beteiligt. Besonders wichtig ist Zink für den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt, das Immunsystem, die Verdauung und das Nervensystem. Desweiterem ist Zink ein bewährtes Bindemittel von diversen Schwermetallen wie Nickel, Blei, Quecksilber und Kadmium, welche besonders stark die Leber schädigen können.

 

 

 

Informations- und Bezugsquellen

 


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Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Mai 2017)

Siegmund-Schultze, N.: Nicht alkoholische Fettlebererkrankung: Erweiterter Fettleber-Index verbessert Vorhersagekraft. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 114, Nr. 8, S. A373 (Februar 2017)

Rassow, J., et al.: Duale Reihe Biochemie. Thieme, Stuttgart 2016

Ernährungsempfehlungen bei nichtalkoholischer Fettleber. Online-Informationen der Klinik für Ernährungsmedizin am Klinikum rechts der Isar, TU München: www.mri.tum.de (Stand: Juli 2016)

Bänkler, W.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS): Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/025 (Stand: Februar 2015)

 

Steffen Gruss
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