Nervensystem – Schaltzentrale unseres Körpers4 min Lesezeit

Nervensystem

 

Das Nervensystem stimmt zusammen mit den Hormonen, die Tätigkeiten der einzelnen Organe sinnvoll ab. Außerdem befähigt das Nervensystem den Menschen zur Reizaufnahme und -verarbeitung. Damit das Nervensystem diese Aufgaben erfüllen kann, muss die Nervenzelle in einem hohen Maß Erregbarkeit und der Erregungsleitung besitzen.

 

Nervensystem
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Das Nervensystem wird nach topographischen und funktionellen Gesichtspunkten eingeteilt.

 

  • Topographisch:        
    • Zentralnervensystem (ZNS) Rückenmark und Gehirn
    • peripheres Nervensystem 12 Hirnnervenpaare u. 31 Rückenmarknervenpaare

 

  • Funktionell:
    • willkürlich (somatisches NS)
    • unwillkürlich (vegetatives NS)

 

 

 

 

Nervensystem – Rückenmark

Beim Rückenmark handelt es sich um den im knöchernen Wirbelkanal eingeschlossenen Teil des ZNS. Es erstrickt sich vom Gehirn bis zur Grenze des ersten bis zweiten Lendenwirbels (ca. 50-60cm). Über die gesammte Länge verteilt entspringen regelmäßig beiderseits insgesamt 31 Rückenmarkspaare und 31 Segmente.

 

8 Segmente der HWS

12 Segmente der BWS

5 Segmente der LWS

5 Segmente des Sakroms

1 Segment des Steisbeins

 

Unterhalb L1 / L2 befindet sich die Quda equina („Pferdeschweif“) im Wirbelkanal. Hierbei handelt es sich um die herabsteigenden Rückenmarksnerven des Lenden-,Kreuzbein- und Steißbeinrückenmarks.

Im Querschnitt scheint das Rückenmark oval. Dieser Durchmesser ist allerdings nicht immer gleich, sondern weist im Hals- u. Lendensegment Anschwellungen auf (aufgrund einer vielzahl motorischer u. sensibler Nerven, welche von dort in die Extremitäten ziehen).

Desweiteren kann man am Rückenmarksquerschnitt eine graue und eine weise Substanz unterscheiden.

 

Graue und weiße Substaz

Graue Substanz

  • Schmetterlingsform
  • grüne Färbung (aufgrund einer Ansammlung von Nervenzellkernen)
  • wichtige Schaltzentrale
  • wichtig für das zusammenkommen von Reflexen

 

3 Abschnitte mit unterschiedlicher Funktion

a) Vorderhorn: Hier liegen die Zellkörper der motorischen Zellen. Ihre Axone treten über die Vorderwürzel aus

b) Seitenhorn: nur in den Segmenten C8- L2 (Ursprung d. Sympathikus) u. S2-S4 (Ursprung d. Parasympathikus)

c) Hinterhorn: Hier liegen d. Kerne d. sensiblen Nerven. Die nervalen Impulse treten über die Hinterwurzel

 

Weiße Sustanz

  • umhüllt die graue wie ein Mantel
  • durchziehende markhaltigen Nervenfasern
  • leiten Impulse von d. Peripherie zu höheren Gehirnteilen
  • sowohl absteigende als auch aufsteigende Bahnen

 

Aufgabendes Rückemarks

 

  • Leitungsapparat (weiße Substanz)
  • Umschaltstation (graue Substanz)
  • selbständige Schaltstelle für Reflexe (graue Substanz)

 

 

 

Nervensystem – Gehirn (Encephalon)

 

Unterteilung:

  • Medulla oblongata
  • Brücke
  • Mittelhirn
  • Kleinhirn
  • Zwischenhirn
  • Großhirn

 

Nervensystem
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Medulla oblongata

 

  • schließt unmittelbar an das Rückenmark an
  • es wird von motorischen u. sensiblen Fasern durchzogen (diese durchziehenden Nervenfasern bilden die weiße      Substanz)
  • der größte Teil dieser Pyramidenfasern kreuzt hier auf d. andere Seite (Pyramidenbahnkreuzung)
  • Ursprungskerne d. Hirnnerven VII – XII

 

Lebenswichtiges Zentrum für

  • Stoffwechsel
  • Atmung
  • Herzschlag
  • Reflexe (Husten, Niesen, Schlucken, Brechen..)
  • Blutgefäßweite

 

Brücke (Pons)

  • liegt über u. vor der medulla oblongata
  • graue u. weiße Substanz
  • Ursprungskerne d. Hirnnerven V- VII

 

Mittelhirn

  • größte Teil besteht aus weißer Substanz (Großhirn- u. Kleinhirnbahnen u. den Pyramidenbahnen)
  • Ursprungskerne Hirnnerven III. und IV
  • rote Kern (Nuculeus ruber) und schwarze Substanz (Substantia nigra) gehören beide zum extrapyramidalmotorischen System

 

(Mit extrapyramidalmotorisches System werden alle Zellen d. Großhirns zusammengefasst, die mit d. Steuerung v. Bewegungsimpulsen zu tun haben u. nicht zu d. Pyramidenbahnen gehören)

 

Hinweis:

Hirnstamm ist ein Sammelbegriff von: Mittelhirn, Medulla oblongata und Pons

 

 

 

Kleinhirn

  • Kleinhirnrinde- graue Substanz
  • Kleinhirnmark- weiße Substanz
  • Kontrollzentrum d. Motorik , Zielmotorik, Körperhaltung und heraufsetzen d. Muskeltonus

 

Bei Schäden des Kleinhirns

  • Mangel an Muskelkraft
  • Mangel an Muskelspannung
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Störung d. Koordination v. Bewegungsabläufen
  • Intensionstremor

 

Zwischenhirn

Im Zwischenhirn befinden sich der Thalamus und der Hypothalamus

 

Thalamus (Tor d. Bewußtseins)

 

Hypothalamus
Alle Infos aus d. Außenwelt (Auge, Ohr, Nase, Haut) aber auch aus d. Innenwelt (Schmerzen) gelangen über Bahnen zum Thalamus. Der Thalamus wirkt dabei als Filter, der nur bedeutende Informationen an das Großhirn weiterleitet. übergeordnetes Koordinationszentrum d. vegetativen Funktionen (Körpertemperatur, Wasserhaushalt, Kreislauf, Nahrungsaufnahme)

Aufgabenbereiche des Hypothalamus:

Essen, Trinken, Kreislauf, Sexualität, Körpertemperatur

 

 

Großhirn (Cerebrum)

  • Sitz d. Bewußtseins (alle wichtigen reize erreichen das Großhirn u. alle bewussten Handlungen u. Bewegungen nehmen hier ihren Ausgang)
  • Oberfläche in viele Windungen (Gyri) und Furchen (Sulci) angeordnet
  • Fissura longitudinalis cerebri unterteilt das Großhirn in eine rechte und eine linke Hemisphäre
  • vier große Lappen

 

Stirnlappen

  • Ursprungsort d. Pyramidenbahnen
  • Sitz d. Willkürmotorik

 

Scheitellappen:

  • Koordinationszentrum für sensorische Informationen (Schmerz-, Tast- und Druckempfinden)

 

Hinterhauptlappen

  • Sehrinde

 

Schläfenlappen

  • Hörrinde

 

 

Nervensystem – Die zwölf Hirnnerven

 

I                 N. olfactorius II                N.opticus
III              N.oculomotorius IV              N.trochlearis
V               N. trigeminus VI              N. abducens
VII            N. facialis VIII           N. vestibulochochlearis
IX.            N. glossopharyngeus X.              N. vagus
XI             N. accessorius XII.           N. hypoglossus

 

 

Nervensystem – Wichtige Nervengeflechte

 

 

Plexus cervicalis (C1-C4)

  • Hals-u. Schulterregion (sensible Versorgung)
  • N. phrenicus (C4)  Inspiration
  • Zungenbeinmuskeln (motorische Innervation)

 

Plexus brachialis (C5- Th1)

  • Schultergürtelmuskulatur (motorisch)
  • Schulter-u. Extremiätenregion (sensibel)
  • N. ulnaris  (Beugemuskulatur)
  • N. medianus
  • N. radialis (Streckmuskel)
  • N. musculocutaneus

 

Plexus lumbalis (Th12- L4)

  • Bauchhaut, Genitalregion und vorderer Oberschenkel (sensibel)
  • Hüftmuskulatur u. M. quadriceps (motorisch)
  • N. femoralis (m. quadriceps femoralis)

 

Plexus sacralis (L5- S4)

  • Beckenbodenmuskulatur, Muskulatur untere Extremitäten, hintere Genitalregion (motorisch & sensibel)
  • N. ischiadicus (L5-S2)
  • N. pudendus (S2-S5)Genitalregion
Steffen Gruss
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