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Fluoride sind natürliche Verbindungen, die in unserer Umwelt weit verbreitet sind. In der Gesundheitswelt sind sie vor allem für ihre positiven Auswirkungen auf die Zahngesundheit bekannt. Doch wie wirken Fluoride auf unseren Körper, und was sollten Sie über ihre Verwendung und Wirkung wissen? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Fluoride und ihre Wirkung auf unseren Körper wissen müssen.

 

Was sind Fluoride?

Fluoride sind chemische Verbindungen oder Salze, die aus Fluor-Atomen bestehen und Fluoridionen (F⁻) enthalten. Fluor ist ein chemisches Element, das in der Natur in reiner Form als gasförmiges Fluorgas (F₂) vorkommt, aber es ist oft in Verbindungen mit anderen Elementen zu finden. Diese Verbindungen sind als Fluoride bekannt und sind in verschiedenen Formen und Konzentrationen in unserer Umwelt vorhanden.

Die häufigste natürliche Quelle von Fluoriden ist das Mineral Fluoritspat, das in Gesteinsformationen vorkommt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Fluoride nicht auf natürliche Quellen beschränkt sind. Sie können auch synthetisch hergestellt und in verschiedenen Produkten und Anwendungen eingesetzt werden.

 

 

Was bewirken Fluoride?

Fluoride haben eine wichtige und vielfältige Wirkung auf unseren Körper, insbesondere in Bezug auf die Zahngesundheit. Hier sind die Hauptwirkungen von Fluoriden:

 

Fluoride

Kariesprävention: Eine der bekanntesten Wirkungen von Fluoriden ist die Prävention von Karies (Zahnfäule). Sie stärken den Zahnschmelz und machen ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe. Fluoride hemmen auch die Demineralisierung des Zahnschmelzes, was das Risiko von Karies reduziert.

Remineralisierung: Fluoride fördern die Remineralisierung des Zahnschmelzes. Sie unterstützen den Aufbau von Mineralien wie Kalzium und Phosphat, die für die Gesundheit der Zähne entscheidend sind. Dies hilft, bereits entstandene Schäden am Zahnschmelz zu reparieren.

Hemmung der Säurebildung: Fluoride beeinflussen die Aktivität kariesverursachender Bakterien im Mundraum. Sie können die Säureproduktion dieser Bakterien reduzieren, was zu einem weniger sauren Milieu in der Mundhöhle führt. Dies ist wichtig, da saure Bedingungen den Zahnschmelz angreifen und Karies begünstigen.

Antibakterielle Wirkung: Fluoride haben auch eine antibakterielle Wirkung und können das Wachstum schädlicher Bakterien im Mundraum hemmen. Dies trägt dazu bei, das Kariesrisiko zu reduzieren.

Schutz vor Empfindlichkeit: Fluoride können die Empfindlichkeit der Zähne verringern, insbesondere bei Menschen, die an schmerzhafter Überempfindlichkeit gegenüber heißen oder kalten Speisen und Getränken leiden.

 

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Fluoriden am effektivsten ist, wenn sie in der richtigen Dosierung und Anwendung eingesetzt werden. Eine zu hohe Aufnahme von Fluoriden kann zu Zahnfluorose führen, was zu Verfärbungen und Strukturschäden der Zähne führen kann. Daher sollten Sie die Empfehlungen Ihres Zahnarztes in Bezug auf die Verwendung von fluoridierten Produkten befolgen und die Aufnahme von Fluoridquellen, wie fluoridiertem Trinkwasser und Zahnpasta, sorgfältig überwachen.

 

 

 

Verschiedene Arten von Fluoriden und ihre Verwendung

Fluoride werden auf verschiedene Arten in unseren Alltag integriert:

 

Fluoride
Fluoride sind ein gängiges Hilfsmittel in der Zahnmedizin
  • Zahnpasta: Die Verwendung fluoridierter Zahnpasta ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Karies. Die Fluoridkonzentration in Zahnpasten ist so gewählt, dass sie sowohl effektiv als auch sicher ist.
  • Mundspülungen: Es gibt Mundspülungen mit Fluoridzusatz, die besonders für Menschen mit einem erhöhten Kariesrisiko empfohlen werden.
  • Fluoridiertes Trinkwasser: Einige Regionen fluorisieren ihr Trinkwasser zur Kariesprävention. Dies ist jedoch nicht überall gebräuchlich und hängt von lokalen Gesundheitsrichtlinien ab.
  • Zahnärztliche Fluoridbehandlungen: Zahnärzte können Fluoridlack oder Gel auftragen, um die Zahngesundheit zu fördern, insbesondere bei Kindern und Menschen mit hohem Kariesrisiko.

 

 

 

 

 

 

Tägliche Höchstmenge an Fluorid

Die tägliche Höchstmenge an Fluorid hängt vom Alter und Geschlecht ab. Hier sind die empfohlenen täglichen Höchstmengen von Fluorid für verschiedene Altersgruppen:

  • Säuglinge: zwischen 0,25 bis 0,5 Milligramm (mg)
  • Kinder von 1 bis 7 Jahren: 1,5 mg
  • Kinder von 7 bis 15 Jahren: 2,5 mg
  • Jugendliche und Erwachsene: 3,8 mg
  • Schwangere und stillende Frauen: 3,1 mg

Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Menschen keine gesundheitlichen Probleme durch die Einnahme von Fluorid haben, solange sie die empfohlene Höchstmenge nicht überschreiten. Hier sind einige Beispiele, wie man die tägliche Höchstmenge von Fluorid erreichen kann:

  • Fluoridiertes Trinkwasser: In einigen Ländern wird Fluorid dem Trinkwasser zugesetzt, um die Zahngesundheit zu verbessern. Der Fluoridgehalt im Trinkwasser kann jedoch regional stark schwanken.
  • Fluoridiertes Speisesalz: Im Handel ist fluoridiertes Speisesalz erhältlich, das eine gute Quelle für Fluorid sein kann.
  • Fluoridtabletten: In einigen Fällen können Fluoridtabletten verschrieben werden, um den Fluoridbedarf zu decken
  • Fluoridhaltige Zahnpasta: Fluoridhaltige Zahnpasta ist eine wichtige Quelle für Fluorid und kann dazu beitragen, die Zahngesundheit zu verbessern.

 

 

Gefahr durch Fluoride

Fluoride sind zwar nützlich für die Zahngesundheit, können aber auch bei übermäßiger Aufnahme oder unsachgemäßer Anwendung Gefahren und unerwünschte Wirkungen mit sich bringen. Hier sind einige der potenziellen Gefahren und Risiken im Zusammenhang mit Fluoriden:

 

Zahnfluorose: Eine der bekanntesten Nebenwirkungen von übermäßigem Fluoridkonsum ist die Zahnfluorose. Dies ist eine kosmetische Veränderung der Zähne, die zu Flecken, Verfärbungen und Strukturschäden führen kann. Zahnfluorose tritt in der Regel auf, wenn Kinder über einen längeren Zeitraum zu viel Fluorid aus verschiedenen Quellen aufnehmen, insbesondere wenn sie fluoridierte Zahnpasta verschlucken.

 

Skelettfluorose: Bei extremer Überdosierung von Fluoriden über lange Zeiträume kann es zu Skelettfluorose kommen, einer Erkrankung, die die Knochen betrifft. Sie kann zu Schmerzen in den Gelenken, Steifheit, Frakturen und Veränderungen in der Knochenstruktur führen. Skelettfluorose tritt in der Regel auf, wenn Menschen über längere Zeiträume sehr hohe Mengen an Fluorid aus natürlichen Quellen wie Trinkwasser aufnehmen, das von Natur aus hohe Fluoridgehalte aufweist.

 

Neurologische Auswirkungen: Es gibt einige wissenschaftliche Untersuchungen, die auf mögliche neurologische Auswirkungen von übermäßigem Fluoridkonsum hinweisen. Dies ist jedoch ein kontroverses Thema, und die Forschung ist nicht eindeutig. Einige Studien deuten darauf hin, dass hohe Fluoridwerte im Trinkwasser mit Beeinträchtigungen der kognitiven Entwicklung in Verbindung stehen könnten, während andere Studien keine solche Verbindung gefunden haben.

 

Schilddrüsenprobleme: Es gibt einige Hinweise darauf, dass eine übermäßige Fluoraufnahme die Schilddrüsenfunktion beeinflussen könnte. Dies ist jedoch ein umstrittenes Thema, und die Forschung ist nicht abschließend. Einige Studien deuten darauf hin, dass hohe Fluoridkonzentrationen die Schilddrüsenaktivität hemmen können. Die Auswirkungen auf die Schilddrüse sind jedoch komplex und hängen von vielen Faktoren ab.

 

 

Fluorid und Krebs

Die mögliche Verbindung zwischen Fluoriden und Krebs wurde in der wissenschaftlichen Forschung über viele Jahre hinweg untersucht. Es gibt jedoch keine überzeugenden Beweise dafür, dass Fluoride in den üblichen Konzentrationen, wie sie in Zahnpflegeprodukten und fluoridiertem Trinkwasser vorkommen, das Risiko von Krebs, einschließlich oraler Krebsarten, signifikant erhöhen.

 

Hier sind einige wichtige Punkte zur Verbindung zwischen Fluoriden und Krebs:

  • Frühe Studien: In den 1950er und 1960er Jahren wurden einige Studien durchgeführt, die eine mögliche Verbindung zwischen Fluorid im Trinkwasser und erhöhtem Krebsrisiko untersuchten. Einige dieser Studien deuteten auf eine geringfügige Zunahme von Knochenkrebs bei Männern hin, die in Gegenden mit hochfluoridiertem Trinkwasser lebten. Diese Ergebnisse waren jedoch nicht eindeutig und wurden von späteren Studien nicht bestätigt.

 

  • Weitere Untersuchungen: Zahlreiche umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und epidemiologische Studien wurden durchgeführt, um die mögliche Verbindung zwischen Fluorid und Krebs zu untersuchen. Die meisten dieser Studien haben keine überzeugenden Beweise für einen Zusammenhang gefunden.

 

  • Sicherheitsstandards: Die meisten Länder haben strenge Sicherheitsstandards für die Fluoridkonzentration im Trinkwasser festgelegt, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung vor möglichen Gesundheitsrisiken geschützt ist. Diese Standards berücksichtigen die potenziellen Gesundheitsrisiken, einschließlich Krebs, und zielen darauf ab, eine sichere Aufnahme von Fluoriden zu gewährleisten.

 

 

Symptome bei einer Überdosierung

Die Einnahme von Fluorid in normalen Dosen ist in der Regel unbedenklich und hat keine gesundheitlichen Auswirkungen. Es gibt jedoch einige gesundheitliche Probleme, die bei einer Überdosierung von Fluorid auftreten können. Diese sind:

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Nervliche Probleme wie Kribbeln oder ein pelziges Gefühl
  • Wachstumshemmung und Blutarmut bei Kindern, wenn zu viel Fluorid eingenommen wird

 

 

 

Risiken und Vorsichtsmaßnahmen

Während Fluoride bei korrekter Anwendung sicher und vorteilhaft sind, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

 

  • Übermäßige Einnahme vermeiden: Eine übermäßige Aufnahme von Fluoriden kann zu Zahnfluorose führen, einer Verfärbung und Strukturschädigung der Zähne. Daher sollte die Verwendung von fluoridierten Produkten nach den Empfehlungen von Zahnärzten erfolgen.
  • Kinder überwachen: Bei Kindern ist die Kontrolle der Fluoridaufnahme besonders wichtig, da übermäßiges Verschlucken von Zahnpasta oder übermäßige Fluoridkonzentrationen im Trinkwasser die Zahngesundheit beeinträchtigen können.
  • Fluoridierung bei Bedarf: Die Fluoridierung des Trinkwassers sollte von zuständigen Behörden sorgfältig reguliert werden, um die optimale Fluoridaufnahme zu gewährleisten.

 

 

Fazit

Fluoride sind eine wichtige Komponente in der Erhaltung unserer Zahngesundheit. Richtig angewandt, können sie dazu beitragen, Karies zu verhindern und unsere Zähne stark und gesund zu halten. Es ist jedoch von großer Bedeutung, die richtige Dosierung und Anwendung von Fluoriden zu beachten, um mögliche Risiken zu minimieren. Konsultieren Sie immer Ihren Zahnarzt, um die besten Strategien zur Fluoridverwendung für Ihre individuellen Bedürfnisse zu besprechen. Und denken Sie daran, dass eine ausgewogene Ernährung und eine gute Mundhygiene ebenfalls entscheidend für die Zahngesundheit sind.

 

 

 

Quellen:

Gesundheit.gv: „Fluorid – Alles zu Bedarf, Quellen und Mangel

Quarks: „Science-Cops: Fluorid – Bringt deine Zahnpasta dich um?

T-Online: „Zahnpflege: Ist Fluorid schädlich?

Dr. Magdalena Schauenberg: „Fluorid: Gut für die Zähne, toxisch für’s Gehirn?

YouTube: „Raus aus der Fluorid-Falle! – Spitzen-Gespräch mit Dr. dent. Nicole Wagner & Prof. Dr. Jörg Spitz

NZZ: „Ist Fluorid nützlich oder doch eher schädlich?

Steffen Gruss
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