Stachelbeeren gesund
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Die Gesundheitsvorteile von Stachelbeeren

Stachelbeeren – diese kleinen grünen oder roten Früchte, die in vielen Gärten und auf Bauernmärkten zu finden sind, sind nicht nur lecker, sondern auch vollgepackt mit Nährstoffen und gesundheitlichen Vorteilen. In diesem Blogbeitrag werden wir uns eingehend mit den Inhaltsstoffen, den potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen sowie der Frage „Sind Stachelbeeren gesund?“ beschäftigen.

Stachelbeeren gesund

 

Was sind Stachelbeeren?

Stachelbeeren (botanischer Name: Ribes uva-crispa) haben eine lange Geschichte, die bis ins alte Europa, Asien und Nordafrika zurückreicht. Ihre domestizierte Form stammt vermutlich aus dem Kaukasus oder dem östlichen Europa. Die Menschen begannen vor Jahrhunderten, Stachelbeeren anzubauen und zu kultivieren, und sie wurden schnell zu einem beliebten Obst in Gärten und auf Bauernhöfen.

 

Im Mittelalter waren Stachelbeeren in ganz Europa bekannt und wurden für ihre Vielseitigkeit geschätzt. Sie wurden frisch gegessen, zu Marmelade oder Gelee verarbeitet und in der Volksmedizin verwendet. Aufgrund ihrer Haltbarkeit und ihres süß-sauren Geschmacks waren sie auch bei Seeleuten beliebt und wurden häufig auf Seereisen mitgenommen, um Skorbut vorzubeugen.

 

Häufig vorkommende Stachelbeersorten:

Invicta:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, erfrischendes Aroma
  • Besonderheiten: Robust, widerstandsfähig gegen Mehltau
  • Anfälligkeiten: Stachelbeerblattwespe

Whinham’s Industry:

  • Reifezeit: Ende Juni bis Anfang Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, mildes Aroma
  • Besonderheiten: Ertragreich, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Karlsruher:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß, feines Aroma
  • Besonderheiten: Mittelfrühe Reife, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Rovada:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß, intensives Aroma
  • Besonderheiten: Ertragreich, mittelgroße Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Redgauntlet:

  • Reifezeit: Anfang Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, leicht herbes Aroma
  • Besonderheiten: Alte Sorte, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Pax:

  • Reifezeit: Mitte August
  • Geschmack: Süß, mildes Aroma
  • Besonderheiten: Späte Reife, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Sunningdale:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Sehr süß, mildes Aroma
  • Besonderheiten: Ertragreich, mittelgroße Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Jostaberry:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, intensives Aroma
  • Besonderheiten: Kreuzung aus Stachelbeere und Johannisbeere, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Invicta Gold:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß, feines Aroma
  • Besonderheiten: Neue Sorte, große Früchte, resistent gegen Mehltau
  • Anfälligkeiten: Stachelbeerblattwespe

Black Velvet:

  • Reifezeit: Anfang Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, leicht herbes Aroma
  • Besonderheiten: Alte Sorte, mittelgroße Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Noir de Bourgogne:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß, intensives Aroma
  • Besonderheiten: Französische Sorte, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Bounty:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, mildes Aroma
  • Besonderheiten: Neue Sorte, große Früchte, resistent gegen Mehltau
  • Anfälligkeiten: Stachelbeerblattwespe

Consort:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, erfrischendes Aroma
  • Besonderheiten: Robust, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Xenia:

  • Reifezeit: Mitte Juli
  • Geschmack: Süß, mildes Aroma
  • Besonderheiten: Ertragreich, große Früchte, resistent gegen Mehltau
  • Anfälligkeiten: Stachelbeerblattwespe

Merveille de Fourcroy:

  • Reifezeit: Anfang Juli
  • Geschmack: Süß-säuerlich, intensives Aroma
  • Besonderheiten: Alte Sorte, große Früchte
  • Anfälligkeiten: Mehltau, Stachelbeerblattwespe

Tipp: Informieren Sie sich in einer Gärtnerei oder Baumschule über die verschiedenen Stachelbeersorten und lassen Sie sich beraten, welche Sorte für Sie am besten geeignet ist.

 

 

Pflege- und Schnitt-Tipps für Stachelbeeren

Stachelbeeren gesund

Wo pflanzt man am besten Stachelbeeren?

  • Standort: Stachelbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem gut durchlässigen Boden.
  • Boden: Der Boden sollte humos und nährstoffreich sein.
  • Gießen: Stachelbeeren sollten regelmäßig gegossen werden, besonders während der Trockenperioden.
  • Düngung: Im Frühjahr und Herbst sollten Stachelbeeren mit einem organischen Dünger versorgt werden.
  • Mulchen: Das Mulchen des Bodens um die Stachelbeere herum hilft, die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken.
  • Schädlinge und Krankheiten: Stachelbeeren können von Blattläusen, Mehltau und Schorf befallen werden. Befallene Pflanzen sollten mit einem geeigneten Pflanzenschutzmittel behandelt werden.

Wann schneidet man am besten die Stachelbeeren?

  • Zeitpunkt: Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist der Winter, bevor die Stachelbeere austreibt.
  • Schnitttechnik:
    • Entfernen Sie alle abgestorbenen, kranken und beschädigten Triebe.
    • Lichten Sie den Strauch aus, indem Sie einige der ältesten Triebe entfernen.
    • Schneiden Sie die verbleibenden Triebe um etwa ein Drittel zurück.
    • Achten Sie darauf, dass die Mitte des Strauchs gut durchlüftet ist.

Weitere Tipps:

  • Schneiden Sie Stachelbeeren nicht im Sommer, da dies die Bildung von neuen Trieben fördern kann, die dann im Winter erfrieren können.
  • Verwenden Sie beim Schneiden scharfe und desinfizierte Werkzeuge.
  • Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe, um sich vor den Stacheln zu schützen.

Mit diesen Pflege- und Schnitt-Tipps können Sie Ihre Stachelbeeren gesund und vital halten und eine gute Ernte erzielen.

 

 

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Aber was macht nun die Stachelbeere gesund? Stachelbeeren sind reich an Vitamin C, Ballaststoffen, Kalium und Antioxidantien. Diese Nährstoffe tragen zu zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen bei:

Stachelbeeren gesund

  • Ballaststoffe: Die Ballaststoffe in Stachelbeeren unterstützen die Verdauung und fördern die Darmgesundheit, indem sie die Regelmäßigkeit fördern und Verstopfung vorbeugen.
  • Kalium: Dieses Mineral spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung eines gesunden Blutdrucks und der Herzgesundheit. Stachelbeeren enthalten eine moderate Menge Kalium, die dazu beitragen kann, den Blutdruck zu regulieren.
  • Antioxidantien: Stachelbeeren enthalten verschiedene Antioxidantien wie Polyphenole und Flavonoide, die entzündungshemmende und krebsbekämpfende Eigenschaften haben können, indem sie die Zellschäden durch freie Radikale reduzieren.
  • Vitamin C: Stachelbeeren sind eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C, ein starkes Antioxidans, das die Immunfunktion stärkt, die Wundheilung unterstützt und die Produktion von Kollagen fördert, was zu gesunder Haut beiträgt.

 

Hier eine ausführliche Tabelle mit den wichtigsten Inhaltstoffen

Inhaltsstoff Menge pro 100g (ungefähre Durchschnittswerte) % der empfohlenen täglichen Zufuhr*
Kalorien 44 kcal 2%
Wasser 87,9 g
Protein 0,8 g 2%
Fett 0,4 g 1%
Kohlenhydrate 10,1 g 3%
Ballaststoffe 3,4 g 14%
Zucker 7,7 g
Vitamin C 27 mg 30%
Vitamin A 290 IE 10%
Vitamin K 14,6 µg 18%
Vitamin E 1 mg 7%
Kalium 198 mg 4%
Calcium 25 mg 2%
Eisen 0,31 mg 2%
Magnesium 10 mg 2%
Phosphor 24 mg 3%
Natrium 1 mg <1%

*Die prozentualen Angaben beziehen sich auf die empfohlene tägliche Zufuhr für einen durchschnittlichen Erwachsenen. Die tatsächlichen Bedürfnisse können je nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und anderen Faktoren variieren.

 

Geschichte und Mythen

Die Geschichte der Stachelbeere reicht Jahrhunderte zurück. Ursprünglich stammen sie aus Europa, Asien und Nordafrika. Sie wurden bereits von den alten Römern und Griechen angebaut und geschätzt, sowohl für ihren Geschmack als auch für ihre vermeintlichen medizinischen Eigenschaften.

In der Volksmedizin wurden Stachelbeeren ebenfalls ihren festen Platz. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Glücksbringer: In einigen Kulturen wurden Stachelbeeren als Glücksbringer angesehen. Es wurde geglaubt, dass das Pflanzen von Stachelbeersträuchern um das Haus Glück und Wohlstand bringen würde. In anderen Traditionen wurden frisch gepflückte Stachelbeeren als Geschenk des Glücks betrachtet.

 

  • Heilende Eigenschaften: In der Volksmedizin wurden Stachelbeeren oft zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Ihnen wurden heilende Kräfte bei Magenproblemen, Gicht, Rheuma und sogar bei Hauterkrankungen zugeschrieben. Obwohl viele dieser Ansprüche nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind, spiegeln sie den Glauben wider, dass Stachelbeeren übernatürliche Kräfte besitzen.

 

  • Schutz vor bösen Geistern: Es gab auch den Glauben, dass Stachelbeersträucher das Haus vor bösen Geistern schützen können. In einigen Kulturen wurden Zweige oder Blätter der Pflanze als Schutzmittel verwendet, indem man sie über Türen oder Fenster hängte.

 

5 einfache und gesunde Rezepte mit Stachelbeeren

Stachelbeer-Smoothie:

Zutaten: 1 Handvoll Stachelbeeren, 1 Banane, 1 Tasse Joghurt, 100 ml Hafermilch

Zubereitung: Alle Zutaten in einen Mixer geben und cremig mixen.

Gesundheitliche Wirkung: Das Vitamin C in den Stachelbeeren stärkt das Immunsystem. Die Ballaststoffe in der Banane und den Haferflocken fördern die Verdauung.

 

Stachelbeer-Quark:

Zutaten: 250 g Quark, 1 Handvoll Stachelbeeren, 1 TL Honig, 1 TL Vanillezucker

Zubereitung: Quark, Honig und Vanillezucker verrühren. Stachelbeeren waschen und unterheben.

Gesundheitliche Wirkung: Quark ist reich an Eiweiß und Calcium, was gut für Muskeln und Knochen ist. Die Stachelbeeren liefern Vitamin C und Antioxidantien.

 

Stachelbeer-Crumble:

Zutaten: 500 g Stachelbeeren, 100 g Mehl, 50 g Zucker, 50 g Butter, 1 TL Zimt

Zubereitung: Stachelbeeren waschen und putzen. Mehl, Zucker, Butter und Zimt zu Streuseln verkneten. Stachelbeeren in eine Auflaufform geben und mit den Streuseln bedecken. Im Backofen bei 180 Grad ca. 30 Minuten backen.

Gesundheitliche Wirkung: Die Ballaststoffe in den Stachelbeeren und den Haferflocken fördern die Verdauung. Das Vitamin C in den Stachelbeeren stärkt das Immunsystem.

 

Stachelbeer-Marmelade:

Zutaten: 1 kg Stachelbeeren, 500 g Gelierzucker, 1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung: Stachelbeeren waschen und putzen. Mit Gelierzucker und Vanillezucker in einem Topf zum Kochen bringen. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Gelierprobe machen. Marmelade in Gläser füllen und verschließen.

Gesundheitliche Wirkung: Die Marmelade ist reich an Vitamin C und Antioxidantien. Sie ist ein guter Brotaufstrich und kann auch zum Süßen von Desserts verwendet werden.

 

Stachelbeer-Sorbet:

Zutaten: 500 g Stachelbeeren, 100 g Zucker, 200 ml Wasser, 1 TL Zitronensaft

Zubereitung: Stachelbeeren waschen und putzen. Mit Zucker, Wasser und Zitronensaft in einem Topf zum Kochen bringen. 10 Minuten köcheln lassen. Pürieren und in eine Eismaschine geben. Gefrieren lassen.

Gesundheitliche Wirkung: Das Sorbet ist eine erfrischende und gesunde Leckerei. Es ist reich an Vitamin C und Antioxidantien.

 

 

 

Sind Stachelbeeren gesund – Fazit

Stachelbeeren sind nicht nur köstlich, sondern auch äußerst gesund. Ihre reichhaltigen Nährstoffe und antioxidativen Eigenschaften machen sie zu einer wertvollen Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung. Obwohl sie in der Vergangenheit auch für ihre medizinischen Eigenschaften geschätzt wurden, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sie allein keine Krankheiten heilen können und dass eine gesunde Lebensweise, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung, der Schlüssel zur Gesundheit ist.

 

Also, warum nicht diese kleinen grünen oder roten Wunder in Ihre Ernährung integrieren und von ihren zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen profitieren? Wer weiß, vielleicht bringen sie Ihnen sogar das Glück, nach dem Sie suchen.

 

Quellen:

Steffen Gruss
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