Kalzium – Baustein für unsere Knochen

Kalzium – Was ist das?

 

Kalzium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ca und der Ordnungszahl 20. Kalzium ist das fünfthäufigste Element in der Erdkruste und gehört zu den alkalischen Erden. In seiner reinen Form ist es weiß und hat einen metallischen Glanz. Es kommt in der Natur häufig in Form von Carbonaten, Chloriden, Fluoriden, Nitraten, Sulfaten und Phosphaten (z.B. Pamukkale in der Türkei) vor.

In Lebewesen ist Kalzium das am meisten vorkommende Mineral und macht etwa 3 % der Masse eines typischen Menschen aus. Die menschliche Knochensubstanz besteht überwiegend aus Kalzium-Phosphat-Kristallen. Kalzium ist auch an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt und ist als Co-Enzym in vielen Enzymsystemen notwendig. Einige Proteine, wie z.B. die Calmodulin, enthalten Kalzium-Ionen in ihrer Struktur und sind so in der Lage, spezifische biologische Wirkungen auszuüben.

 

Kalzium
Pamukkale – Kalzium in der Natur

 

Wie wirkt Kalzium in unserem Körper?

 

Kalzium hat eine ganze Reihe von Aufgaben in unserem Körper. Hier die wichtigsten davon:

  • Kalzium ist ein wichtiger als Puffer gegen Säuren.
  • entzündungshemmende Wirkung
  • Das Mineral spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelarbeit, der Blutgerinnung, der Steuerung der Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, dem Herzrhythmus, der Knochenbildung und vielen anderen Stoffwechselvorgängen in den Zellen.
  • Im Körper des erwachsenen Menschen befinden sich, je nach Skelettbau, 750 bis 1.300 g Calcium. Hiervon sind mehr als 99,5 % in Knochen und Zähnen lokalisiert. Calcium dient aber nicht nur als Bausubstanz der o. g. Hartgewebe, sondern hat im Organismus zahlreiche weitere Aufgaben.
  • So hat Calcium eine wichtige Funktion bei der Stabilisierung von Zellmembranen, der intrazellulären Signalübermittlung, der Reizübertragung im Nervensystem, der elektromechanischen Kopplung im Muskel sowie bei der Blutgerinnung.
  • Kalzium unterstützt nicht nur den Erhalt der Knochengesundheit, sondern führt auch zu niedrigerem Blutdruck und senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Diese Effekte, die auch das Diabetes-Risiko senken, sind nach Meinung der schwedischen Wissenschaftler ausschlaggebend für ein gesünderes Herz-Kreislauf-System.

 

Kalzium – Regulation in unserem Körper

 

Wenn wir zu wenig Calcium im Blut haben, wird Calcium aus dem Knochen geholt, wir scheiden weniger aus und wir nehmen mehr aus der Nahrung auf.

Wenn wir zu viel Calcium im Blut haben haben, wird Calcium im Knochen abgelagert, wir scheiden mehr aus und wir nehmen weniger aus der Nahrung auf

Magnesium, moderate körperliche Anstrengungen, HCI, A, D, C, Eisen und ungesättigte Fettsäuren fördern die Aufnahme von Ca

Der hauptsächlich regulierende Stoff ist das Parathormon. Daneben haben noch Bedeutung ein Vitamin D Abkömmling (das Calcitriol) und, etwas weniger, das Calcitonin.

 

 

Parathormon, Calcitriol und Calcitonin

 

Parathormon

Das Parathormon wird in den Nebenschilddrüsen hergestellt und kann schon nach wenigen Minuten auf eine falsch hohe oder falsch niedrige Calciumkonzentration reagieren.
Haben wir zuwenig Calcium, wird vermehrt Parathormon ausgeschüttet und umgekehrt.
Parathormon führt zur Gewinnung von Calcium aus dem Knochen, vermindert die Calciumausscheidung in der Niere und erhöht die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung.

Calcitriol

Calcitriol macht unser Körper aus Vitamin D. Der Körper kann gewisse Mengen Calcitriol aber auch aus Cholesterin herstellen. Haupteffekt des Calcitriols ist die Erhöhung der Calciumaufnahme aus der Nahrung und die Verminderung der Ausscheidung im Harn. Calcitriol erhöht also das zur Verfügung stehende Calcium. Wir brauchen Calcitriol, damit das Calcium bei Parathormonwirkung optimal aus dem Knochen gewonnen werden kann. Calcitriol ist notwendig, damit fester Knochen gebildet werden kann.

Calcitonin

Das Calcitonin wird in Zellen der Schilddrüse (den sog. C-Zellen) hergestellt.  Haben wir ein Zuviel  an Kalcium, wird vermehrt Calcitonin ausgeschüttet und umgekehrt.
Der Haupteffekt des Calcitonins liegt in der vermehrten Ablagerung von Calcium im Knochen. Calcitonin vermindert prinzipiell den Calcium-Spiegel im Blut. Der Einfluss des Calcitonins ist aber viel schwächer als der des Parathormons und dürfte beim Erwachsenen keine große Rolle spielen. Wird die Schilddrüse entfernt, stört das Fehlen des Calcitonins kaum.

 

 

Wieviel Kalzium braucht man pro Tag?

 

Es ist bekannt, dass eine ausreichende Zufuhr von Kalzium in der Nahrung wichtig ist, um Osteoporose vorzubeugen. Darüber hinaus kann eine ausreichende Zufuhr auch andere gesundheitliche Vorteile haben, wie zum Beispiel eine reduzierte Gefahr von Bluthochdruck und Herzkrankheiten.

Aufgrund des modernen Lebensstils (Inaktivität, falsche Ernährung, moderne Landwirtschaft und fehlender Aufenthalt im Freien), hat sich die empfohlene Tagesdosis allerdings in den letzten Jahren stark geändert.

Die effektiven täglichen Dosierungen liegen zwischen 400 und 1200mg, für Blutdruck 1000mg und für Darmkrebsprävention sogar bei 2000 – 3000mg.

Die meisten Menschen nehmen jedoch nur etwa die Hälfte dieser Menge über ihre Ernährung auf. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Kalziumbedarf durch die Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln decken. Es gibt verschiedene Arten von Nahrungsergänzungsmitteln, die reich an Kalzium sind, wie zum Beispiel Kapseln, Tabletten, Pulver und Flüssigkeiten. Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Nahrungsergänzungsmittel keine ausreichende Menge an Vitamin D enthalten, um die Kalziumaufnahme zu optimieren.

 

 

Wie wichtig ist Sonne für unseren Kalziumhaushalt?

 

Calcium wird bei unzureichender Vitamin-D-Versorgung — Vitamin D wird in erster Linie in der Haut unter Einfluss von Sonnenlicht gebildet — weniger gut absorbiert und auf Grund der Inaktivität weniger gut vom Knochen aufgenommen. Daher ist regelmäßige und ausreichende körperliche Aktivität im Freien für die Calciumversorgung von großer Bedeutung.

 

 

 

Kalzium-Mangel

 

Zeichen eines Mangels sind oft erst sehr spät zu bemerken. Aber je länger und schwerer der Mangel, umso stärker treten auch die Symptome hervor.

Beschwerden eines Kalzium-Mangels können sein:

 

  • Zunge geschwollen, steif, trocken, wund, brennend mit kleinen Bläschen
  • Saurer Speichel, saurer Geschmack
  • Geschwollenes, leicht blutendes Zahnfleisch
  • Thermosensible Zähne
  • Schmerzen in den Eckzähnen
  • Übererregbarkeit der Nerven und Muskeln
  • Missempfindungen (Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Pelzigkeitsgefühl)
  • Krämpfen (Tetanie)
  • Trübungen der Augenlinsen (Katarakt = grauer Star)

 

 

 

 

Überdosierung

Da eine überhöhte Calciumzufuhr zu Nebenwirkungen führen kann, wird von einer tolerierbaren Obergrenze von 2 g/Tag ausgegangen.

Beschwerden treten erst ab Calciumspiegeln von 11-12 mg/dl auf. Die Zeichen sind sehr unspezifisch:

  • Müdigkeit, Schwächegefühl,
  • Verwirrtheit, Depression,
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
  • Verstopfung
  • gesteigerte Trinkmenge, vermehrtes Harnlassen
  • Verlangsamung des Herzrhythmus.

 

Bei Spiegeln über 13 mg/dl kann es zu Verkalkungen in Nieren, Haut, Blutgefäßen, Lungen, Herz und Magen kommen. Magengeschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallensteine, Nierensteine sind weitere mögliche Folgen eines langdauernden erhöhten Spiegels.

Spiegel über 15 mg/dl sind ein medizinischer Notfall. Koma und Herzstillstand können eintreten.

 


 

Zu hohe Kalziumwerte im Labor

 

Häufigste Ursache einer Erhöhung unter Krankenhauspatienten ist eine maligne Tumorerkrankung.  Verantwortlich dafür kann ein knochenzersetzendes Tumorwachstum sein (dabei wird das Calcium des Knochens frei) oder aber eine vom Tumor produzierte, Parathormon-ähnliche Substanz.

Zweithäufigste Ursache ist eine eigenständige Überfunktion der Nebenschilddrüsen, der sogenannte primäre Hyperparathyreoidismus. Ursache ist meist ein gutartiger Tumor der Nebenschilddrüsen, der zu viel Parathormon produziert, seltener ein maligner Tumor. Wird meist bei einer Routineuntersuchung durch den erhöhten Calcium-Spiegel auffällig. Seltener bei einer Abklärung der Beschwerden wie Nierensteine, Magengeschwüre oder Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Es gibt seltene erbliche Erkrankungen, bei denen Tumoren der Nebenschilddrüsen mit anderen Tumoren kombiniert vorkommen. Man nennt diese Erkrankungen Multiple Endokrine Neoplasien (MEN). Davon gibt es Typ I und II. Bei beiden Typen kann das Kalzium erhöht sein.

 

 

Kalzium in der Nahrung

 

Viele Lebensmittel enthalten Kalzium, insbesondere Milchprodukte, aber auch andere Lebensmittel wie Brokkoli, Spinat, Sesam und Mandeln. Die Menge an Kalzium in Lebensmitteln variiert jedoch erheblich. Einige Lebensmittel, wie zum Beispiel Orangensaft und Brokkoli, enthalten zwar Kalzium, aber in nicht ausreichender Menge, um die optimale Kalziumaufnahme zu gewährleisten.

Nahrungsergänzungsmittel können eine gute Möglichkeit sein, um den Bedarf an Kalzium zu decken.  Es ist jedoch wichtig, auf die Qualität der Nahrungsergänzungsmittel zu achten, da viele Produkte auf dem Markt von minderer Qualität sind.

 

Kalzium
Milchprodukte sind reich an Kalzium

 

 

Vorkommen mg Ca / 100g Nahrungsmittel
Mohn  / 2500 Feigen, getr.  / 250 Brunnenkresse  /150 – 200 Joghurt  / 100 – 150
Hartkäse  / 1100 – 1300 Mandel / 200 – 250 Löwenzahn  / 150 – 200 Vollkornbrot  / 50
Schnittkäse  / 500 – 1100 Haselnuss  / 200 – 250 Rucula  / 150 – 200 Mineralwasser bis 50
Sesam  / 800 Grünkohl  / 200 – 250 Chinakohl  / 100 – 150 Rote Rüben  / 20
Weichkäse  / 300 – 500 Petersilie  / 200 – 250 Broccoli  / 100 – 150
Brennnessel  / 360 Paranüsse  / 170 Milch  / 100 – 150

 

Steffen Gruss