„Detox“ zur Darmsanierung

Darmsanierung gefällig?

Aber natürlich bitte!

 

Alle reden von Detox. Detox wohin man auch schaut, Detox zur Entgiftung, Detox zur Blutreinigung, Detox zur Entschlackung und Detox zur Darmsanierung.

 

Das mysteriöse Wort „Detox“, das neue „Allheilmittel“, ist diesbezüglich in aller Munde. Entweder handelt es sich um geheimnisvolle Mischungen selbsternannter Wunderheiler oder um sogenanntes Superfood. Was für ein Segen, man hat ein neues Wundermittel gefunden – wieder einmal. In jedem Fall eine Marktstrategie, die mit dem guten Glauben der Menschen spielt. Denn Altbekanntes ist eben alt und out. Aber neu verpackt, mit neuem Anstrich, neuem Namen, da macht es was her, beschwingt esoterische und vegane Gemüter zu Höhenflügen und vor allem, es klingelt in der Kasse.

Ohne Frage, und das war schon immer so, sitzt der Tod im Darm, wie schon Hippokrates es formulierte. Nur wenn sich die mikrobiellen Darmbewohner im Zustand der Balance befinden, ist Harmonie angesagt: Der Darm funktioniert, das Immunsystem zeigt Höchstleistungen und der ganze Körper arbeitet effektiver und effizienter. Es heißt zurecht: Darm gut – alles gut!

 

Der Mensch, ein Fleischfresser

Der Darm des Menschen entspricht mit seinen 6-8 Metern Länge dem eines Fleischfressers und ist darauf angewiesen, möglichst schnell alle Giftstoffe, die bei der Fleischverdauung entstehen, zu entsorgen. Das funktioniert aber nur bei einem richtig arbeitenden und gesunden Darm. Fleischfresser in der freien Wildbahn reißen ihre Beute, meist Pflanzenfresser, und essen zuerst deren Darminhalt, damit sie wichtige Bakterien aufnehmen, die sie selbst nicht produzieren können. So verbessern sie einerseits die eigene Verdauung und beschleunigen andererseits ihre eigene Darmpassage, also die Ausscheidung. 

Wir Menschen besitzen diesen Instinkt  – natürlich wollen wir auch nicht den Kot von Pflanzenfressern essen – nicht mehr, haben ihn verlernt, wie ein Großteil unseres Instiktvermögens. Und damit das so bleibt, so kommt es mir zumindest vor, hält uns die Wissenschaft dumm und verkauft uns lieber Arzneien, Reformprodukte und massenweise Nahrungsergänzer. Über letztere, deren Anwendung in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll sein kann, spreche ich an anderer Stelle. 

 

 

Daneben boomt die Sparte der Nahrungsmittel, die als Superfood bezeichnet werden und deren Preis dann, wie könnte es auch anders sein, super ist.

Dabei bräuchte es weder künstliche Zusätze noch Superfood aus fernen Landen.

Keiner braucht wirklich „Detox“!

Wir müssten uns lediglich richtig ernähren. Tun wir aber nicht, meistens zumindest nicht. Aber auch darüber spreche ich anderswo.

Es gibt also keine Wundermittel, lassen Sie sich nichts vormachen. Es gibt allerdings verlorengegangenes Wissen und Unkenntnis darüber, welche Wirkungen einzelne Nahrungsmittel besitzen. Die Natur selbst ist das Wunder.

 

Natürliche Darmreinigung

In diesem Artikel möchte ich ein Thema herausgreifen, nämlich eine natürliche Methode der Darmreinigung, die leider immer notwendiger wird, weil wir uns eben nicht mehr richtig, das heißt gesund ernähren. 

Hinzu kommen Stress und Bewegungsmangel, die einen regulären Stuhlgang behindern. Wie auch immer, eine schnelle Ausscheidung der Fäzes ist behindert und Giftstoffe haben durch die längere Verweildauer im Darm die Möglichkeit, die Darmwand mit ihren Zotten zu schädigen. Als weitere Folge einer zu langsamen Darmpassage ist die Resorption der Giftstoffe ins Blut, die dann über die Blutbahn in Organe gelangen und diese empfindlich stören können. 

Deshalb sollte man Sorge tragen, die Darmpassage zu beschleunigen. Beobachtungen aus Afrika und Südamerika lassen diesbezüglich interessante Rückschlüsse zu. Man weiß, dass in weiten Gebieten Afrikas, das Darmkrebsrisiko niedriger ist als in Südamerika. Ob allein die Ernährungsweise den Ausschlag gibt, kann nicht mit Sicherheit bewiesen werden. Fakt ist aber, dass man in Afrika mehr Rohfaser zu sich nimmt und weniger Fleisch. In Südamerika trifft das Gegenteil zu.

Rohfaser hat die Eigenschaft, die Verdauung zu verbessern, die Darmpassage zu beschleunigen und Giftstoffe zu binden.

Es gibt sicherlich mehrere Methoden den Darm zu reinigen, eine sehr gute, wie wir meinen, ist der Verzehr von Leinsamenmehl und Kefir. Bei beiden handelt es sich nachweislich um echte Superfood- und Detoxvertreter. 😉

Doch bleiben wir bei ihren eigentlichen Namen:

 

Leinsamenmehl

Leinsamenmehl ist reich an Rohfaser (ca. 40%), die quillt, damit die Druckrezeptoren der Darmwand reizen und zu einer erhöhtem Peristaltik führen. Sprich der Kot wird schneller durch das Darmlumen befördert. Außerdem enthält selbst das teilentölte Leinsamenmehl noch Omega-3-Fettsäuren. Der Eiweißgehalt liegt etwa bei 28-36 %, der Fettgehalt ungefähr bei 12 %, gesättigte Fettsäuren bei 1,3 %, einfach ungesättigte Fettsäuren bei 2,8%, mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei 8,4% und der Kohlenhydratgehalt bei bis zu 6 %, je nach Herstellungsverfahren und Anbieter. Das ergibt pro 100 g 330 kcal.

Der Vorteil gegenüber Leinsamen, ob gequetscht oder gequollen, ist der, dass Leinsamenmehl durch den Mahlvorgang aufgeschlossen ist und stark quillt (siehe Foto, auf dem die gleiche Menge Mehl wie in der Schale im Wasserglas aufgequollen ist) und dadurch die Inhaltsstoffe daher besser verdaut und andererseits ausscheidungswürdige Stoffe gebunden werden.

Leinsamen erweist sich zwar auch stark abführend, reguliert aber nicht die natürliche Verdauung, wie es sein Mehl bewerkstelligt.

Und wie sieht es mit Kefir aus?

 

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Ölmühle Solling Leinsamenmehl

 

 

 

 

 

 

Kefir

Kefir ist ein fermentiertes Getränk aus Kuh- oder Ziegenmilch. Bei der Herstellung wird der Milch eine Kefirknolle (Symbiose aus Bakterien und Hefen) zugesetzt, durch den die Lactose (Milchzucker) vergoren wird. Gleichzeitig wird das schwer verdauliche Kasein zersetzt – beides unter Bildung von Kohlen- und Milchsäure plus geringen Mengen an Alkohol.

Inhaltsstoffe

Mikroorganismen: Milchsäurebakterien, (Lactobacillus kefir, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus bulgaricus, Lb. casei, Lb. helveticus, Lb. parakefir, Lb. plantarum, Lb. delbrueckii, Lb. rhannosus, Lb. fructivorans, Lb. paracasei, Lb. fernentum, Lb. reuteri, Lb. brevis, Bifidobacterium bifidum, Lactococcus lactis, Streptococcus thermophilus, Streptococcus lactis, Enterococcus duransPediococcus acidilactici, Acetobacter aceti).
Hefen (Saccharomyces kefi, Saccharomyces cerevisiae, Candida kefir, Zygosaccharomyces sp., Candida lipolytics, Candida holmii, C. maris, C. lambica, Kluyveromyces marxianus, Kluyveromyces lactis, Saccharomyces fragilis, Saccharomyces lactis, Zygosaccharomyces rouxii, Torulaspora delbrus, Torulaspora delbrueckii, Kazachstania aerobia, Geotrichum candidum)
und vereinzelt Essigsäurebakterien.
Gärungsprodukte: Milchsäure, Kohlensäure, Kohlendioxid, Ethanol (Alkohol).
Nährstoffe: Polysaccharide (Mehrfachzucker), 90% Wasser, Fett, je nach verwendeter Milch, 3 % Protein (überwiegend hydrolysiert), 5-6 % Zucker und Zucker-Abbaustoffe, 0,7% Mineralstoffe, 0,5-1% Alkohol, 1% Milchsäure, 0,3 % Essigsäure, 0,2 % CO2.
Vitamine: Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin D, Vitamin C, Folsäure, Niacin.
Mineralien: Calcium, Eisen, Jod, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Mangan, Zink, Cobalt, Molybdän.
Außerdem: Acetoin oder 3-Hydroxy-2-butanon (Stoffwechselprodukt von Milchsäurebakterien und Bacillus-Arten; Aromastoff für buttriges Aroma), Acetaldehyd (Aromastoff für leicht adstringenden Geschmack und angenehmes Zungengefühl), Diacetyl (Bestandteil des Butter-Aromas), Hippursäure (dient der Entgiftung von Benzoesäure, die die Lunge schädigen kann, und wirkt im Harn bakterientötend), Propionsäure.

 

 

 

Kefir selber herstellen

Laut Meldungen heißt es, dass im industriell hergestellten Kefir die meisten, wenn nicht alle Bakterien abgetötet seien. Wir können dies weder bestätigen noch verneinen. Es ist aber denkbar, dass durch die Haltbarkeitsverfahren, wie dem Pasteurisieren, Bakterien abgetötet werden. Werden Milchsäurebakterien für längere Zeit, da reichen schon 5 Minuten, auf über 70°C erhitzt, sterben sie ab. Beim Pasteurisieren erfolgt eine kurzzeitige (ca.50 Sekunden) Erhitzung auf bis zu 90°C. Man kann also davon ausgehen, dass nicht alle Milchsäurebakterien absterben, denn das würde man nur bei der Sterilisation, also bei einer Erhitzung über 20 Minuten auf 121°C erreichen. Dennoch dürften die Pilzkulturen weitgehend inaktiv sein. Wer lieber einen natürlichen Kefir haben will, sollt ihn selbst herstellen. Das ist eigentlich ganz einfach. Man braucht allerdings zu Beginn eine Starterkultur (Kefirknolle), die man dann pflegen und immer wieder einsetzen kann. Aber achten Sie auf den Preis, denn hier werden teilweise horrende Preise verlangt. Wie Sie ihren Kefir selber herstellen, entnehmen Sie bitte dem Internet, wo viele Anleitungen zur Verfügung stehen.

Wir empfehlen als Rohmaterial frische Heumilch zu nehmen, und zwar Vollmilch und keine halbfette.

 

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Milchkefir, Tibetanische Kefirknolle

 

 

 

 

 

 

Eine Kur könnte wie folgt aussehen.

  1. Woche: morgens 250 ml Kefir + 1 Teelöffel Leinsamenmehl 
  2. Woche: morgens 250 ml Kefir + 2 Teelöffel Leinsamenmehl
  3. Woche: morgens 250 ml Kefir + 2-3 Teelöffel Leinsamenmehl

Wobei man es mit der jeweiligen Menge nicht so genau nehmen muss. Nur mehr Leinsamenmehl sollte es nicht sein, da es sonst zu Verstopfungen, Völlegefühl und Blähungen kommen kann. Sie dürfen auch ruhig zwischendurch einen Tag mit der Kur aussetzen oder die Kur auf zwei Wochen begrenzen.

Und denken Sie daran, wie bei allem, fühlen Sie sich nicht wohl dabei, lassen Sie es. Zwingen soll sich keiner.

Wichtig erscheint es uns, dass das Leinsamenmehl etwa eine halbe Stunde zuvor unter den Kefir gerührt wird, damit das Mehl ausreichend quellen kann. Zur Geschmacksverbesserung empfiehlt es sich, einen Teelöffel Honig zuzugeben.

 

 

Wer gleichzeitig sein Gewicht reduzieren möchte, sollte einen leicht gehäuften Esslöffel Weizenkleie zugeben. Weizenkleie wird vom Fleisch- und Allesfresser kaum verdaut und dient daher nur als Ballaststoff. Aber VORSICHT: Kleie, egal, ob es sich um Weizen- oder Haferkleie handelt, ein Zuviel davon kann ebenfalls zu Verstopfungen, Blähungen bis hin zum Darmverschluss führen. Es gibt auch andere negative Nebenwirkungen.

Zusätzlich sollte stets darauf geachtet werden, genügend zu trinken, also 1,5 bis 2 Liter Wasser oder Tee (Grün-oder Kräutertee).

Alternativ zum Kefir kann auch durchaus Hüttenkäse verwendet werden. Doch dieser besitzt nicht so viel Flüssigkeit, wodurch das Leinsamenmehl nicht genügend aufquellen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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