Wacholder – Schutzpflanze vor bösen Geistern

Wacholder

 

Wacholder

Der gemeine Wacholder (Juniperus communis) ist ein immergrünes Gewächs mittlerer bis nördlicher Breitengrade und gehört zur Gattung der Zypressengewächse. 

Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Er besitzt spitze, nadelförmige Blätter, ist anspruchslos und wächst selbst in Hochgebirgsregionen. Die nur etwa erbsengroßen, blaugrünen Beeren sind streng genommen keine Früchte, sondern Zapfen. Von der Blüte über die Stufe grüner Beeren brauchen sie bis zur Reife als dunkelblau-schwarze Beeren etwa 2 Jahre.

 

 

Wacholder- Sagen, Mythen und alte Bräuche

 

„Vor dem Holunder soll man den Hut ziehen, vor dem Wacholder aber muß man in die Knie gehen“  altes Sprichwort

 

Der Wacholder ist schon seit vielen Generationen ein wichtiger Bestandteil unseres Brauchtums. Hier ein paar Beispiele:

  • Für unsere Vorfahren gehörte der Wacholder zu den wichtigsten Pflanzen überhaupt. Man glaubte, dass er eine lebensstärkende und verjüngende Wirkung hat und die Seelen der Verstorbenen im Holz des Baumes weiterleben oder sogar wieder zum Leben erweckt würden. Auch heute noch ist Wacholder oft an Gräbern oder auf Friedhöfen zu finden.
  • Bis ins 19 Jahrhundert steckte man in Norddeutschland einen Wacholderzweig bei der Grundsteinlegung in das Fundament. Dies sollte böse Dämonen oder andere Gestalten fernhalten.
  • Die Rührstecken bei der Butterherstellung waren ebenfalls oft aus Wacholder, um böse Zauber von der Milch fernzuhalten.
  • In einigen Regionen schnitzte man Lebensruten aus Wacholder und steckte diese an den Stall, als Bitte für genügend Futter für das Vieh.
  • In den Südtiroler Bergen wird auch heute noch das erste Feuer in den Almhütten mit Wacholderholz entfacht um gute Geister anzulocken und dadurch Glück und Segen für die Sommermonate zu erhalten.
  • Wird in den Raunächten Wacholderholz geräuchert, ist man von Krankheiten und bösen Geistern geschützt
  • Der Wacholder galt unter den Hexenkräutern als sogenanntes „Sympathiekraut“. Man glaubte daran, das man auf ihn Krankheiten, Gebrechen und das Leid der Menschen übertragen konnte.

 

Wertvolle Inhaltsstoffe

Wachholder enthält u. a. die folgenden Inhaltsstoffe:

  • Zitronensäure,
  • Gerbsäure,
  • Zink,
  • Mangan,
  • Menthol,
  • Oxalsäure,
  • ätherisches Öle: Monoterpene,  Terpinen-4-ol (0,7-6%), alpha-Pinen (30-40%), beta-Pinen (2-3%), Sabinen (13-29%), Myrcen (7-18%), Limonen (2,5 – 11%),
  • Flavonoide,
  • Catechingerbstoffe
  • Lignane u.a.
  • Podophylotoxine
  • Juniperin,
  • Betulin,
  • Kampfer,
  • Pentosan,
  • Phosphor,
  • Gallussäure,
  • Linolensäure,
  • Terpineol,
  • Umbelliferon
  • Leucoanthocyane
  • Diterpensäuren

 

Wacholder

 

 

Anwendungsbereiche für den Wacholder

  • Verdauungsstörungen
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Harnwegsentzündung
  • Muskelverspannung
  • rheumatische Beschwerden
  • gegen Nervenschwäche
  • blutreinigend
  • entwässernd (Verlust von Natriumionen ist dabei gering)
  • gegen Migräne
  • antiseptische Wirkung
  • antioxidative Wirkung
  • Diabetes, leichte Formen (laut Berichten soll Wacholder den Insulinspiegel regulieren)
  • schleimlösend
  • leicht schweißtreibend
  • gegen Mundgeruch
  • bei Sodbrennen
  • Leberprobleme
  • Blasenentzündungen
  • Blasensteine
  • Husten
  • Bronchitis
  • Erkältungskrankheiten
  • allgemeine Gereiztheit
  • Zahnfleischentzündungen
  • Krampfadern
  • Schuppenflechte
  • Menstruationsbeschwerden
  • blutrucksenkend durch die harntreibende Wirkung (täglich 2-3 Beeren kauen)

 

 

Wacholder und seine Nebenwirkungen

 

Bei sehr hohen Dosen (täglich mehr als 8 Beeren / Tag über einen langen Zeitraum) können Nebenwirkungen auftreten. Terpinen-4-ol und alpha-Pinen. Terpinen-4-ol kann im Fall einer Überdosierung Leber und Nieren schädigen. Alpha-Pinen ist wegen seiner hautreizenden Eigenschaften als allergieauslösend bekannt. Die ätherischen Öle des Wacholders stimulieren die Gebärmutter, wodurch es zu vorzeitigen Wehen kommen kann.

Bei Nierenerkrankugen können die Nieren durch Wacholderbeeren zusätzlich belastet werden. Allerdings weist Schilcher nach, dass die Berichte über die Nierentoxizität von Wacholderbeeren auf älteren, wissenschaftlich nicht haltbaren Untersuchungen beruhen; z.T. wurde ätherisches Öl untersucht, das aus unreifen Früchten gewonnen war oder das mit Terpentinöl verfälscht war ( Max Wichtl; „Teedrogen und Phytopharmaka“, 202,Stuttgart, S. 321). Nichts desto trotz können bei längerer Überdosierung Nierenschäden auftreten. Daher sind Wacholderbeeren nicht als Diuretikum zugelassen.

Die Kneippsche Wacholderbeerenkur fängt täglich mit 4 Beeren an und wird gesteigert bis zu 15 Beeren. Dann geht man rückläufig wieder auf 4 Beeren zurück. Sie dient zur Blutreinigung und erhöhte Ausscheidung über die Niere.

Wir sind der Meinung, dass zwei Beeren pro Tag nach der Initialkur ausreichend sind oder 2 – 5g der getrockneten Wacholderbeeren pro Tag.

 

 

Wacholder in der Küche

 

In der Küche werden in erster Linie nur die Beeren verwendet. Sie haben einen süß-würzigen und gleichzeitig leicht bitteren Geschmack. Traditionell wird er als Gewürz zu Kohlgerichten, aber auch zur Verfeinerung  unterschiedlicher Fisch- und Fleischgerichten verwendet.

Bei der Herstellung von Spirituosen spielt der Wacholder mit seinem einzigartigen Aroma und hohen Zuckergehalt  ebenfalls eine wichtige Rolle. Je nach Region ist er Bestandteil von Gin, Wodka, Steinhäger oder Doornkaat.

 

 

Wacholder-Öl

Für die Gewinnung des Wacholderöls werden Zweige und Beeren geerntet und anschließend destilliert. Es hat einen frischen, holzigen und oft nach Wald riechenden Geruch.

 

Inhaltstoffe von Wacholderöl

  • 86% Monoterpene (Sabinene, α-Pinien, Limonen)
  • 5,5% Sesquiterpene (GermacrenD)
  • 4% Monoterpenole (Terpinen-4-ol)

 

Körperliche Wirkung

  • Entwässernd
  • Verdauungsfördernd
  • Antibakteriell (besonders im Bereich der Blase)
  • Phlebotonisch (bei Krampfadern)
  • Gewebestraffend

 

Psychische Wirkung

  • Anregend
  • Aktivierend
  • beschützend

 

 

Wacholderöl – Idealer Begleiter einer Kur

 

Wacholderöle eigen sich bestens zur Begleitung von Fastenkuren. Aufgrund des enthaltenen Wirkstoffes Monoterpenol Terpinen-4-ol wirken alle Wacholderöle entwässernd und entgiftend. Das Besondere daran ist,  trotz vermehrter Wasserausscheidung werden dem Körper keine zusätzlichen Elektrolyte entzogen.

 

 

 

Wacholder bei Rheuma, Gicht und Co

Durch seine entgiftende Wirkung wird Wacholderöl gerne zur Linderung von Schmerzen im Bewegungsapparat (z.B. Gicht oder Rheuma) eingesetzt.

 

Arthrose-ÖL (bei schmerzenden und entzündeten Gelenken)

  • 4 Tropfen Wacholderbeerenöl
  • 6 Tropfen Cajeput
  • 4 Tropfen Rosmarin
  • 3 Tropfen Wintergrün
  • 50 ml Mandelöl

Mandelöl in ein Braunglasflasche füllen und die Öle dazugeben. Morgens und abends die Mischung auf betroffene Gelenke und die Haut einmassieren.

 

Muskelkater-Öl

  • 3 Tropfen Wacholderberrenöl
  • 2 Tropfen Fichtennadel
  • 4 Tropfen Cajeput
  • 3 Tropfen Wintergrün
  • 8 Tropfen Mandarine
  • 50 ml Sesamöl

Alle Zutaten in einer Braunflasche mischen und bei Bedarf auf die schmerzenden Muskelpartien einmassieren.

 

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