Vitaminbomben – Vergessene Gemüsesorten

Ob Pastinake, Schwarzwurzel oder Topinambur – diese alten Gemüsesorten sind in den heimischen Gärten fast in Vergessenheit geraten. Dabei liefern sie viele Vitamine und gerade im Winter ist das besonders wichtig.

 

Einheitsgemüse, das das ganze Jahr über im Supermarkt zu kaufen ist, hat die alten vergessene Gemüsesorten zum großen Teil verdrängt. Aber gerade das alte Wintergemüse bietet jetzt unschätzbare Vorteile: Weil es nicht um die halbe Welt transportiert wird, sondern frisch ist, enthält es besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe. Zudem ist importiertes Gemüse gerade im Winter manchmal mit Rückständen von Pflanzenschutzmittel belastet.

 

 

Topinambur

 

Vergessene Gemüsesorten

 

Die sogenannte Erdbirne wird in Deutschland von Oktober bis Mai geerntet. Topinambur stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika und kam im 17. Jahrhundert nach Europa. Vor allem im 19. Jahrhundert war die Pflanze eine wichtige Nahrungs- und Futterquelle. Später hat dann die Kartoffel den Topinambur fast vollständig verdrängt. Zu Unrecht, denn die Knolle, enthält viel Vitamine der B-Gruppe und Folsäure. Der Mehrfachzucker Inulin in Topinambur fördert das Wachstum wichtiger Darmbakterien.

Beim Kauf sollte man auf die Schale achten. Je heller sie ist, desto feiner ist der Geschmack. In Sand eingegraben halten sich die Knollen bis zu zwei Monate. Im Kühlschrank maximal fünf Tage – am besten in ein feuchtes Tuch eingewickelt.

 

 

Pastinake – Vergessene Gemüsesorten aus dem alten Rom

 

Vergessene Gemüsesorten

 

Die Rüben werden nach dem ersten Frost geerntet und bis ins Frühjahr gelagert. Die Hirschmöhre, wie die Pastinake auch genannt wird, war schon in der Steinzeit ein beliebtes Nahrungsmittel, besonders populär war sie im Alten Rom. Wilde Pastinaken wachsen in ganz Europa. Weil Pastinaken sehr zuckerhaltig sind, wurden sie früher gern zu Marmelade und Wein verarbeitet. Wegen ihres süßen Geschmacks eignen sie sich besonders für Babynahrung.

In den USA und England gelten sie als Delikatesse. Pastinaken enthalten vor allem Vitamin C und Folsäure. Die kleinen und harten Wurzeln schmecken am besten, größere sind oft holzig. Gelagert werden sie am besten kühl und trocken, dann halten sie auch einige Wochen.

 

 

Petersilienwurzel

Die Petersilienwurzel gibt es ab Oktober den ganzen Winter durch zu kaufen. Sie wächst wild von Spanien bis Griechenland aber auch in Nordafrika. Griechen und Römer haben den so genannten Steinsellerie nach Mitteleuropa gebracht. Neben der Schnittpetersilie dient die Wurzel heute hauptsächlich als Gewürz. Petersilienwurzeln enthalten sehr viele verschiedene Vitamine in nennenswerter Menge. Im Laden sollte man – wie bei anderen Wurzeln auch – darauf achten, dass sie möglichst fest sind. Petersilienwurzeln halten sich mehrere Wochen, wenn sie kühl und trocken gelagert werden.

 

 

Schwarzwurzel

Die Schwarzwurzel wurde im 18. Jahrhundert kultiviert und galt lange als „Spargel der Armen“. In Zeiten des Wirtschaftswunders ist die Schwarzwurzel dann von unserem Speiseplan weitgehend verschwunden. Der Saft der wilden Urform war bei den Römern und im Mittelalter ein beliebtes Heil- und Entgiftungsmittel und wurde etwa gegen die Pest eingesetzt. Der Gesamtnährwert der Schwarzwurzel ist extrem hoch. Sie enthält viermal soviel Kohlehydrate wie Spargel und ist in ihrem Nährwert nur vergleichbar mit Erbse und Bohne.

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Beim Verarbeiten von frischen Schwarzwurzeln sollte man einiges beachten: Beim Schälen tritt klebriger Milchsaft aus der Wurzel aus. Deshalb am besten Handschuhe und Schürze anziehen, denn der Saft hinterlässt hartnäckige Flecken. Da der Milchsaft an der Luft schnell oxidiert und die eigentlich weiße Wurzel braun färbt, empfiehlt es sich, die geschnittene Schwarzwurzel schnell in eine Wasserschüssel mit etwas Mehl zu legen. Auch in das Kochwasser sollte man etwas Mehl einrühren, um die Farbe zu erhalten.

 


 

Vitaminbombe blaues Sauerkraut

Sauerkraut lässt sich nicht nur aus Weißkohl, sondern genauso aus Rotkohl bzw. Blaukraut herstellen. Dazu das Blaukraut in feine Streifen schneiden oder hobeln; anschließend in einen Topf geben, mit Salz bestreuen und mit einem Krautstampfer zerstampfen. Bevor das Kraut luftdicht eingeschlossen wird, mit Beschwerungssteinen belegen. Das Salz entzieht dem Kraut die Flüssigkeit. Durch den im Topf entstehenden Prozess der Milchsäuregärung wird das Blaukraut konserviert. So bleiben die wertvollen Vitamine erhalten. Nach etwa sechs Wochen kann man das blaue Sauerkraut essen – es schmeckt milder und feiner als das weiße Sauerkraut und ist eine echte Vitaminbombe für den Winter.

 

 

 

Steffen Gruss

Steffen Gruss

Hallo, mein Name ist Steffen Gruß. Ich bin Heilpraktiker und beschäftige mich seit gut 20 Jahren mit den Themen Gesundheit, alternative Medizin und Ernährung. Neben der eigenen Praxis, gebe ich mein Wissen und die Erfahrungen in Seminaren, Workshops und Vorträgen weiter. Auf diesem Fachportal veröffentliche ich regelmäßig neue Beiträge und informiere Interessierte darüber, welche Möglichkeiten es gibt, seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun.

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