Salbei (Salvia officinalis)

Salbei – das altes Heilkraut

 

 

Der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch oft unter den Namen Küchen- oder Garten-Salbei bekannt, ist eine von etwa 900 Salbei-Arten. Er gehört weltweit zu den ältesten und bekanntesten Gewürz- und Heilpflanzen. Sein lateinischer Name kommt von dem Wort „salvus“ und bedeutet „gesund“. Daraus kann man schon erkennen welche Bedeutung die Pflanze für unsere Vorfahren gehabt haben muss.

 

Salbei

 

Andere Namen: Altweiberschmecken, Edelsalbei, Echter Salbei, Garten-Salbei, Gschmackblatteln, Königssalbei, Kreuzsalbei, Muskatellerkraut, Sälvel, Salf, Salfat, Salser, Scharleikraut, Selve, Zaffe, Zuffen, Zupfblatteln,

 

 

 

 

Salbei – Geschichte, Mythen und altes Brauchtum

 

  • Alte Redensarten erzählen davon, wie sehr der Salbei zu allen Zeiten geschätzt wurde:
    • „Wer ewig leben will, muss Salbei im Mai essen“
    • „Diejenigen, die Salbei essen, werden unsterblich sowohl in Weisheit als auch an Jahren.“
    • „Arme Leute können sich mit Salbei teure Arznei ersparen“.
    • „Wer morgens Salbei isst, ist für den ganzen Tag vor Gift und Ansteckung geschützt“.
  • Während der großen Pestepidemie wurden plündernde Diebe geschnappt, welche sich einen Trank aus Salbei und noch weiteren Zutaten gebraut hatten. Dieser sollte sie vor einer Ansteckung schützen.
  • im 14. Jahrhundert war das aqua vitae, ein Salbeitrank sehr verbreitet. Dieser sollte die ewige Jugend und ein langes Leben bescheren.
  • die berühmte Londoner Hebamme Mrs. Jane Shapr empfahl den Salbei 1671 in ihrem Geburtshandbuch für so manches Schwangerschaftsleiden.
  • Zimmer, in denen sich Schwerkranke aufhielten, wurden im Mittelalter mit Salbei gereinigt.
  • Bei den nordamerikanischen Ureinwohnern wird der Salbei heute noch bei Reinigungsritualen eingestzt.

 

 

Salbei und seine Inhaltsstoffe

Das Kraut ist reich an den unterschiedlichsten Vitaminen und Mineralien.

 

  • ätherischen Öle
  • Thujon,
  • Linalool
  • 1,8-Cineol, Gerbstoffe
  • Bitterstoffe
  • Flavonoiden (Rosmarinsäure und Kaffeesäuren)
  • Vitamine : Vitamin K, Vitamin B6 und die Vitamine A, C und E
  • Und weitere Vitalstoffe wie Eisen, Kalzium, Mangan, Magnesium, Zink und Kupfer

 

Zu beachten!!!

Bei Überdosierung ist das ätherische Öl durch seinen Gehalt an Thujon giftig. Deshalb ist eine dauerhafte Verwendung von Salbei z.B. als Kräutertee nicht zum Empfehlen.

 

 

 

Salbei Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten

 

Die Pflanze wird traditionell frisch, getrocknet oder in Ölform eingesetzt und verfügt über eine ganze Reihe an Einsatzmöglichkeiten.

Traditionell wird  die Heilpflanze heute  bei folgenden Krankheiten und Beschwerden naturheilkundlich verwendet:

 

  • Entzündliche Erkrankungen des Mund- und Rachenraums, Halsschmerzen, Zahnfleischbluten.
  • Erkältung und grippale Infekte, Bronchitis, Keuchhusten
  • Übermässiges Schwitzen, Schweissausbrüche im Zusammenhang mit den Wechseljahren, Wallungen, nächtliches Schwitzen
  • Leichte Verdauungsbeschwerden.
  • Äusserliche Behandlung von Fieberbläschen und zur Wundheilung
  • leichte Depressionen, Nervosität
  • Als Gewürzkraut

.

 

Salbei gegen freie Radikale

Salbei enthält über 160 verschiedene Polyphenole, welche antioxidativ in unserem Körper wirken. Mit ihrer Hilfe werden schädliche freie Radikale, welche mit chronischen Krankheiten in Verbindung gebracht werden, neutralisiert.

 

 

Hilfreich bei Entzündungen

Aufgrund seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung Salbei ein beliebter Inhaltstoff bei vielen Naturkosmetikprodukten. Er fördert die Regulation der übermäßigen Talgproduktion, klärt die Haut und ist im Kampf gegen Bakterien ein wirkungsvoller Helfer. Auch der Einsatz bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich ist seit Generationen ein altbewährtes Hausmittel.

 

 

Salbei bei Wechseljahrsbeschwerden

Hitzewallungen, vermehrtes Schwitzen, Scheidentrockenheit, Gereiztheit, Gewichtszunahme – alles unangenehme Symptome der Menopause (Wechseljahre), welche durch einen Rückgang des Hormons Östrogen hervorgerufen werden. Salbei könnte eine mögliche natürliche Alternative zur Linderung der Symptome sein.

Es wird vermutet, dass Verbindungen im Salbei östrogenähnliche Eigenschaften besitzen, wodurch besonders die Hitzewallungen und das übermäßige Schwitzen reduziert werden können.

 

Salbei

 

 

Salbei und seine Nebenwirkungen – Ist Salbei giftig?

 

Trotz seiner vielen positiven Eigenschaften, gibt es eine Sache auf die zu achten ist.

In dem ätherischen Öl befindet sich das Nervengift Thujon. In einer zu hohen Konzentration kann das Gift Krämpfe oder einen erhöhten Herzschlag verursachen. Aus diesem Grund  sollten Schwangere, Säuglingen, Kleinkindern  oder Epilepsiepatienten auf die Einnahme von Salbeiprodukten verzichten.

 

Interaktionen mit Medikamenten

Bei Antiepileptika und Wirkstoffen, welche mit GABA interagieren, sind Wechselwirkungen möglich.

 

 

 

 

 

Wie kann man Salbei verwenden?

 

Über die Generationen haben sich etliche Möglichkeiten zur Verwendung von Salbei zusammengetragen.

Hier ein paar Möglichkeiten, wie man Salbei verwenden kann:

 

 

Inhalations-Dampfbad

Übergießen Sie in einer Schüssel 1 Handvoll Salbeiblätter mit etwa 2 Liter heißem Wasser, legen ein Handtuch über Kopf und Schüssel und atmen den Dampf max. 15 Min.ein.

 

 

Salbeifußbad

Ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungen und unangenehmen Fußschweiß.

1 Handvoll Salbeiblätter mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, lassen 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, sieben in eine geeignete Schüssel ab und geben kaltes Wasser bis zur Wohlfühltemperatur hinzu.

Etwa 15 Min. die Füße darin baden und am besten gleichzeitig eine Tasse Salbeitee trinken

 

Salbei

 

 

Salbei-Tee Rezepte

 

Teerezept bei Beschwerden von Mund und Schleimhaut

15g Kamillenblüten

15g Salbeiblätter

20g Tausendgüldenkraut

1TL auf eine Tasse kochendes Wasser, 10 Min ziehen lassen ; Mehrmals tgl. gurgeln

 

 

 

Verwendung von Salbei als ätherisches Öl

Verwendung – innerlich

Das ätherische Öl des Salbeis kann in niedriger Dosis innerlich eingenommen werden, wenn man über hochqualitatives Salbeiöl verfügt.

Es wirkt:

  • kräftigend, appetitanregend und krampflösend
  • Bakterien werden abgetötet und Entzündungen gebremst.
  • Entzündungshemmend
  • hemmt übermäßige Schweißbildung.
  • Bei Erkrankungen der Atmungsorgane kann man Salbeiöl inhalieren.

Verwendung  – äusserlich

 

Bei verdünnter Anwendung wirkt es:

  • wundheilend und adstringierend
  • Kann rheumatische Schmerzen lindern

 

 

 

 

 

Salbei Rezepte

 

 

Salbei Butter

Zutaten:

  • 125 g Butter
  • 8 Salbeiblätter
  • Meersalz, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  1. die Salbei Blätter waschen, trocknen und in Streifen schneiden
  2. die Butter in einer Pfanne langsam erhitzen; kein aufschäumen
  3. die Salbei Blätter einlegen und ca. 15 min oder länger ziehen lassen
  4. nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen
  5. die Butter durch ein Sieb in ein kleines Glas füllen und im Kühlschrank fest werden lassen

 

 

Salbei Pesto

Zutaten:

  • 50 g Salbeiblätter frisch
  • 100 g Walnüsse geröstet
  • 70 g Parmesan
  • 3 Knoblauchzehen
  • 350 ml Olivenöl
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

  1. Salbeiblätter waschen, trocken tupfen und ganz fein hacken.
  2. Knoblauch und geröstete Walnüsse fein hacken
  3. Alles in eine Schüssel geben und mit dem Parmesan und dem Olivenöl gut vermengen.
  4. Mit Salz und Pfeffer je nach Geschmack abschmecken.
  5. Das Pesto in Gläser abfüllen, mit Olivenöl bedecken und kühl aufbewahren.

 

 

Salbeiöl – ideal zum Würzen

Zutaten:

  • 250 ml hochwertiges Pflanzenöl
  • 30-40 g frische Salbeiblätter

 

Zubereitung:

  1. Salbei waschen und gründlich trocken tupfen
  2. Blätter grob hacken
  3. In ein verschließbares Glas geben und mit Öl übergießen. Die zerkleinerten Blätter sollten vollständig bedeckt sein
  4. Zwei Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen
  5. Salbei herausfiltern und das fertige Gewürz-Öl in eine saubere Flasche abfüllen.

 

 

Quellen:

Risaliti, L. et al. (2019): Liposomes loaded with Salvia triloba and Rosmarinus officinalis essential oils: In vitro assessment of antioxidant, antiinflammatory and antibacterial activities. In: Journal of Drug Delivery Science and Technology, Vol. 51, S. 493-498,

Bühring, U. (2014): Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Stuttgart

 

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