Holunder ( Sambucus nigra)

Eine Wildpflanze, geachtet und und in der Volksmedizin geschätzt, und das seit Jahrhunderten.   Holunder

 

Inhaltsstoffe

  • Flavonoide: Rutin, Isoquercitrin, Hyperosid
  • Anthocyanglykoside: Sambucin, Sambucyanin, Chrysanthemin
  • 34 Aromastoffe
  • Im Samen: Sambunigrin, Prunasin, Zierin, Holocalin
  • Zucker: Glucose, Fructose
  • Fruchtsäuren: Citronensäure, Äpfelsäure
  • Vitamine in 100 g: 65 mg Vitamin B2, 18 mg Vitamin C (wird bei zu starkem und zu langem Erhitzen zerstört), 17 mg Folsäure
  • N-Phenylpropanoyl-Laminosäureamide. Diese Wirkstoffe verhindern das Anheften des Bakteriums Heliobacter pylori an der Magenschleimhaut. Das Anheften dieses Bakteriums an die Magenschleimhaut ist die Hauptursache für die Entstehung von Magengeschwüren.

 

Indikationen

  • Laxans
  • Diuretikum
  • Saft wirkt harn- und schweißtreibend sowie abführend
  • in der Volksmedizin auch gegen Ischias und Neuralgien
  • antioxidative Wirkung
  • Linderung von Magengeschwüren
  • Erkältungskrankheiten 
  • leicht entzündungshemmend
  • Holunderblüten werden in der Volksmedizin zur äußerlichen Behandlung von Infektionen der Haut,  bei Wunden, Verbrennungen oder kleinen Geschwüren angewendet.

 

 

Nebenwirkungen

Der Genuss roher und ungenügend erhitzter Früchte kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Das liegt am Sambunigrin, aus dem Blausäure entstehen kann.    

Achtung: Verwechslungsgefahr!

Eine Verwechslung mit dem Attich / Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) sowie dem Roten Holunder, auch Trauben-Holunder genannt (Sambucus racemosa), ist möglich. Beim Roten Holunder sind die Blüten in aufrechten Rispen angeordnet, und die Beeren bleiben rot. Der Rote Holunder kann in der Wildkräuterküche genauso wie der Schwarze Holunder eingesetzt werden. Beim Attich ist allerdings mehr Vorsicht geboten. Seine schwarzen Beeren enthalten in den Samen giftige Bitterstoffe, welche heftige Übelkeit, Durchfall und Erbrechen hervorrufen können. Sein Aussehen ähnelt dem des Schwarzen Holunders, aber er bildet keinen verholzenden Stamm und ist deutlich kleiner. Er blüht in der Regel nach dem Schwarzen Holunder (Juni – August).  

Merke: Man sollte nur Beeren von einem älteren Schwarzen Holunder sammeln, der schon verholzte Teile aufweist

 

 

Holunder im Volksbrauchtum

Der Holunder hat schon seit sehr langer Zeit seinen festen Platz im alten Volksbrauchtum und so gibt es zahlreiche Mythen und Legenden, welche über dies Pflanze erzählt werden.

  • In vielen Gegenden wurde er als Sitz des guten Hausgeistes angesehen, der Haus und Hof bewacht. Man verehrte seine schützende Kraft in allerlei Bräuchen.
  • Als sogenannte Holundermutter war er Behüterin vor Unglück und Krankheiten. Er wurde so hoch geschätzt, dass der Spruch entstand, „vor dem Holunder ziehe man den Hut“.
  • Der Wert der Holunderpflanze war im Mittelalter so hoch, das es als Frevel galt, wenn man einen Holunderbusch beschneiden oder gar fällen wollte.
  • Er galt als Grenzbaum, als Schwelle zur Anderswelt, zur Welt der Toten. So bestattete man in Friesland die Toten unter Holunderbüschen, und in Tirol trug man ein Kreuz aus Holunderholz vor dem Sarg her und steckte es danach auf das Grab.
  • Die Hüterin dieser Schwelle nannte man Holla, Perchta, Bertha oder auch Hyllefroa. Sie war nicht nur Begleiterin im Tode, sondern auch als göttliche Hebamme für Geburt und Fruchtbarkeit verantwortlich.
  • Nach der Geburt vergruben die Frauen die Plazenta am Stamm des Holunders und erhofften sich so für das Neugeborene ein glückliches und behütetes Leben.

   

Holunder in der Wildkräuterküche

Auch in der Küche ist der Holunder sehr beliebt – sowohl die Blüten als auch die Beeren. Es gibt unzählige Rezepte wie Holunderbeeren-Essig, Holunder-Likör, Sirup, Kuchen und ganz speziell die in Pfannkuchenteig ausgebackenen Holunderblüten. Achtung: Beeren immer kochen!    

Holunder-Rezepte

 

Sektartiger Blütenwein nach Michael Machatschek

  • 7 Handvoll Holunderblüten (Sambuci nigrae flos)
  • 2 l Wasser
  • 700 g Zucker
  • Saft einer Bio-Zitrone

Zubereitung:

  • Wasser aufkochen und Zucker einrühren, kurz durchkochen und dann auskühlen lassen
  • Zuckerlösung in große Schraubgläser abfüllen
  • Holunderblüten und Zitronensaft auf die Gläser aufgeteilt dazugeben, gut umrühren
  • mit einem kleinen Leinentuch oder Gaze verschließen und mindestens sechs Wochen bei Raumtemperatur stehen lassen
  • wenn keine Gärung mehr stattfindet (es bilden sich beim Rühren keine neuen Luftblasen), Blüten abfiltrieren
  • in Flaschen abfüllen, verschließen; kühl und dunkel lagern!

   

Teemischung bei Erkältung

  • 30 g Lindenblüten (Tiliae flos)
  • 30 g Holunderblüten (Sambuci nigrae flos)
  • 20 g Mädesüßblüten (Filipendulae ulmariae flos)
  • 20 g Zistrosenkraut (Cisti incani herba)

1TL Teemischung mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 5–10 min abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse davon trinken.    

Literatur

  Holunderzauber: Ein Kochbuch & mehr(*)               Schwarzer Holunder: Geschichten, Heilmittel und Kochrezepte(*)               Holunder, der geweihte Heilstrauch der Frau Holle – der Götterstrauch für die Gesundheit: Der Holunder als Heilpflanze in der Naturheilkunde(*)

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