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Was sagt mir mein Stoffwechseltyp?

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Unser Stoffwechseltyp – als Grundlage unserer Gesundheit

Unter dem Begriff Stoffwechsel werden alle chemischen und biologischen Vorgänge in unserem Körper zusammengefasst, die zur Erhaltung des Lebens nötig sind. Und das sind eine ganze Menge. Wenn man diese vielfältigen Prozesse in Oberbegriffe unterteilen würde, wären das:

  • Atmung
  • Synthese
  • Regulation
  • Wachstum
  • Aufnahme und Transport von Substanzen
  • Fortpflanzung

Doch eins haben sie alle gemeinsam. Damit diese Prozesse reibungslos funktionieren, brauchen sie alle Energie. Energie ist somit eine der wichtigsten Komponenten zur Aufrechterhaltung von Leben.

 

Ohne Energie – kein Leben

Stoffwechseltyp

Um an Energie zu kommen, benötigt unser Körper Sauerstoff, Wasser, Sonnenlicht und lebenswichtige Nährstoffe, welche sich in unseren Lebensmitteln befinden. Dabei bilden die Nährstoffe (Enzyme, Vitamine, Mineralien, usw.) die Grundlage für die Energieproduktion. Sie sind in den Lebensmitteln enthalten, die wir tagtäglich zu uns nehmen und da ist es erst einmal egal, ob es sich dabei um Obst, Gemüse oder Fertiggerichte handelt. Durch sie bekommt unser Stoffwechsel den benötigten Brennstoff, aus dem unsere Zellen die Energie erzeugen.  Und nicht nur das, sie sind auch unerlässlich, da sie nur Reparatur und Regeneration unseres Körpergewebes benötigt werden.

 

📌 Wissenschaftlicher Abschnitt: Wie funktioniert der Stoffwechsel?

Der Stoffwechsel, medizinisch auch Metabolismus genannt, umfasst alle biochemischen Prozesse im Körper, die notwendig sind, um Energie zu gewinnen, Zellen zu reparieren und Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten. Er ist das Fundament für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und langfristiges Wohlbefinden.

1️⃣ Energieaufnahme

Der Körper benötigt Energie, die er aus Nahrungsmitteln und Getränken gewinnt. Diese Energie wird in Form von Kalorien gemessen und stammt aus drei Hauptnährstoffen:

  • Kohlenhydrate → schnelle Energie, werden zu Glukose abgebaut

  • Fette → langfristige Energiespeicherung und Zellaufbau

  • Proteine → Aufbau und Reparatur von Muskeln, Gewebe und Enzymen

Die Energie wird über Verdauung, Absorption und Transport in die Zellen gebracht, wo sie entweder sofort genutzt oder gespeichert wird. (RKI – Ernährung)

2️⃣ Katabolismus & Anabolismus

Der Stoffwechsel gliedert sich in zwei übergeordnete Prozesse:

  • Katabolismus:
    Hierbei werden komplexe Moleküle wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine abgebaut, um Energie (ATP) freizusetzen. Dies ist entscheidend für körperliche Aktivität und Grundfunktionen wie Herzschlag und Gehirntätigkeit.

  • Anabolismus:
    In diesem Prozess werden neue Moleküle aufgebaut – zum Beispiel Muskelgewebe, Hormone oder Enzyme. Energie aus dem Katabolismus wird dafür genutzt, Körperfunktionen und Gewebe zu regenerieren.

Ein gesunder Stoffwechsel benötigt ein Gleichgewicht zwischen Katabolismus und Anabolismus, um Energieversorgung und Regeneration zu sichern.

3️⃣ Hormonelle Steuerung

Hormone sind die Botenstoffe des Stoffwechsels. Sie regulieren:

  • Insulin & Glukagon: Blutzuckerspiegel und Energieversorgung

  • Schilddrüsenhormone (T3/T4): Geschwindigkeit des Grundumsatzes

  • Cortisol: Energiebereitstellung in Stresssituationen

  • Testosteron & Östrogene: Muskelaufbau, Fettstoffwechsel und Energiehaushalt

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann den Stoffwechsel deutlich verlangsamen oder beschleunigen und langfristig gesundheitliche Folgen haben. (Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie)

4️⃣ Rolle von Bewegung und Schlaf

  • Bewegung:
    Fördert Muskelaufbau, steigert den Grundumsatz, verbessert die Insulinempfindlichkeit und unterstützt den Fettstoffwechsel. Kraft- und Ausdauertraining wirken synergetisch.

  • Schlaf:
    Schlafmangel stört den Hormonhaushalt, erhöht Cortisol, reduziert Leptin (Sättigungshormon) und steigert Ghrelin (Hungerhormon), was langfristig zu Gewichtszunahme und Stoffwechselstörungen führen kann.

Optimal sind 7–9 Stunden Schlaf pro Nacht und regelmäßige körperliche Aktivität, um den Stoffwechsel dauerhaft zu stabilisieren.

 

Ein schlechter Stoffwechsel als Ursprung vieler Erkrankungen

Liegt eine Mangel-Symptomatik in unserem Körper vor, kommen auch nicht ausreichend Nährstoffe in die Zellen. Die Folge ist das die Zellen nicht mehr genug Energie bereitstellen um das Körpergewebe ausreichend zu regenerieren oder zu reparieren. Kurzfristig kann das unser Körper gut kompensieren. Entwickelt sich daraus allerdings ein chronischer Prozess, werden schnell aus gesunden Zellen, schwache und defekte Zellen.  Und dies hat Auswirkungen auf unseren ganzen Organismus.

Werden z.B. Organzellen zu stark geschwächt, können diese auch ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Unbeachtet entstehen so etliche Erkrankungen.

 

Aber nicht jeder verträgt alles

So einzigartig und individuell, wie jeder von uns ist, so ist es auch unser Stoffwechsel. Die einen könne essen was sie wollen und nehmen kaum an Körpermasse zu. Andere wiederum sehen einen Kuchen nur von weiten und haben gefüllt 10 Kg zugenommen. Der eine verträgt Basmati Reis ohne Probleme, ein anderer bekommt Blähungen davon.

Aus diesem Grund ist es wichtig seinen Stoffwechsel zu kennen und ihn so gut es geht zu optimieren.

 

Wie bekomme ich einen guten Stoffwechsel?

Stoffwechseltyp

Das ist oft nicht so einfach wie man glaubt. Eigentlich liegt es in der Natur der Zellen, dass sie genau wissen, was sie brauchen, damit sie perfekt arbeiten können. Wenn die Nährstoffe aber nicht ausreichend und in einer verwertbaren Form zur Verfügung stehen, sinkt auch deren Effizienz.

In der Theorie hört sich das Ganze sehr einfach an – allerdings gibt es da ein „kleines“ Problem. Wie wollen Sie ihrem Stoffwechsel das geben was er braucht, wenn sie gar nicht wissen was benötigt wird?

 

Verschiedene Stoffwechseltypen

Wenn Sie einmal herausgefunden haben, zu welchen Stoffwechseltyp Sie neigen, wird die ganze Sache schon ein wenig einfacher. Entscheidend ist hier, wie schnell Ihre Energieerzeugung in den Zellen abläuft. Daraus haben sich 3 Grundtypen ergeben.

 

  • Langsamverbrenner: Ist oft lethargisch, gemütlich, emotional warm und neigt zu Alkalose. Sie brauchen fett- und eiweißarme, aber kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
  • Schnellverbrenner: Ist hyperaktiv, flatterhaft, launisch und neigt zu Übersäuerung. Sie benötigen kohlenhydratarme, aber dafür fett- und eiweißreiche Lebensmittel
  • Mischverbrenner: liegt von Natur aus in der goldenen Mitte. Er benötigt von allem etwas und sofern er sich abwechslungsreich ernährt und von allem etwas isst, geht es ihm gut und er erhält sein Stoffwechselgleichgewicht.

 

Allerdings ist das nur eine grobe Einteilung. Für eine genauere Bestimmung würden noch einige Faktoren mehr dazukommen. Aber es ist schon einmal ein Anfang. Aufbauend auf diese Erkenntnis, ist es dann möglich seine Ernährung oder auch Trainingsplan abzustimmen.

 

📌 Evidence‑Based Ernährungstipps: Stoffwechsel verbessern – wissenschaftliche Tipps

Die Ernährung hat einen direkten Einfluss auf die Stoffwechselrate und die Körperzusammensetzung. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Lebensmittel und Essgewohnheiten den Stoffwechsel aktivieren, Energiehaushalt optimieren und langfristig Gewicht regulieren können.

1️⃣ Eiweißreiche Vollkost

  • Wirkung: Steigert die Thermogenese (Kalorienverbrauch bei Verdauung), unterstützt Muskelaufbau und Regeneration.

  • Beispiele: Fisch, mageres Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Milchprodukte.

  • Tipp: Pro Mahlzeit 20–30 g Eiweiß einplanen. (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

2️⃣ Gesunde Fette

  • Wirkung: Stabilisieren Blutzucker, unterstützen Zellfunktionen und Hormonsynthese.

  • Beispiele: Olivenöl, Avocado, Nüsse, fetter Fisch (Omega-3).

 

3️⃣ Ballaststoffe & komplexe Kohlenhydrate

  • Wirkung: Regulieren Blutzucker, fördern die Darmgesundheit, verlängern das Sättigungsgefühl.

  • Beispiele: Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte.

  • Studienhinweis: Ballaststoffreiche Ernährung reduziert das Risiko für Typ-2-Diabetes und Übergewicht. (RKI – Ernährung & Prävention)

 

4️⃣ Regelmäßige Bewegung

  • Wirkung: Erhöht den Grundumsatz, verbessert Insulinempfindlichkeit und Fettverbrennung.

  • Empfehlung: Mindestens 150 Minuten Ausdauer + 2–3 Krafttrainings pro Woche. (WHO – Physical Activity Guidelines)

 

5️⃣ Kleine Mahlzeiten & Timing

  • Wirkung: Moderate Mahlzeiten über den Tag verteilt verhindern Blutzuckerspitzen und fördern eine stabile Energieversorgung.

  • Tipp: Frühstück nicht auslassen, Mahlzeiten ausgewogen kombinieren.

 

6️⃣ Hydration & Lifestyle

  • Ausreichend Wasser: Unterstützt Stoffwechselprozesse und Verdauung

  • Schlaf & Stressmanagement: Schlafmangel und chronischer Stress verlangsamen den Stoffwechsel und fördern Gewichtszunahme.

 

 

 Quellen

👉 Allgemeine seriöse Meta‑Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Hintergrund zu Ernährung & Stoffwechsel

  • RKI – Metabolische Gesundheit & Risikofaktoren

  • NHS / NICE – Evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen Fella Health

👉 Neutraler Überblick zu Metabolic Typing:

  • Wikipedia – Metabolic Typing (kritische Einordnung) Wikipedia

  • FellaHealth – evidence‑based Guide to Metabolic Typing fellahealth.com

Steffen Gruß (Heilpraktiker)

Über den Autor: Steffen Gruß Steffen Gruß ist staatlich geprüfter Heilpraktiker mit eigener Fachpraxis in Bad Füssing / Bayern. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der klinischen Naturheilkunde ist er spezialisiert auf Diagnostik, asiatische Medizin und manuelle Therapie. Als Referent für Naturheilkunde und medizinisches Grundwissen gibt er sein Fachwissen regelmäßig an medizinisches Fachpersonal und Patienten weiter. Sein Ziel auf diesem Portal ist die evidenzbasierte Vermittlung von Alternativmedizin und moderner Ernährungslehre. Er ist Mitglied im Fachverband deutscher Heilpraktiker. Mehr erfahren: Steffen Gruß | LinkedIn | Über uns » Fachportal Gesundheit

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