Gänseblümchen – Bellis perennis6 min Lesezeit

Das Gänseblümchen

 

 

Ein Gänseblümchen liebte sehr

Ein zweites gegenüber,

drum rief´s: „Ich schicke mit ´nem Gruß

die eine Biene ´rüber“

Da rief das andere: „Du weißt,

ich liebe dich nicht minder,

doch mit der Biene, das lass sein,

sonst kriegen wir noch Kinder!“

(Heinz Erhardt – „das Gänseblümchen“)

 

 

Das Gänseblümchen zählt zu den Korbblütlern und auf so ziemlich jeder europäischen Wiese zu finden. Der lateinische Name „Bellis perennis” leitet sich ab von belliatulus = schön und perennis = ausdauernd, ganzjährig. Geerntet wird das Gänseblümchen das ganze Jahr über, jedoch soll die Wirksamkeit um den 24. Juni (Johannistag) am größten sein, da zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Pflanze ihren Höhepunkt erreicht hat.

 

 

Gänseblümchen

 

 

Andere Namen:

Augenblümchen, Gänseliesel, Himmelsblume, Katzenblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Märzresel, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Sonnentürchen, Tausendschön

 

 

Gänseblümchen – Geschichte & Mythologie

 

  • Aufgrund der gelben Blütenscheibe wurde die Blume in den nordischen Ländern dem Sonnengott Baldur geweiht und „Baldurs Auge“ oder „Baldurs Braue“ genannt. Für die germanischen Völker verkündete sich mit sich öffnenden Blüte die Anwesenheit Baldurs.

 

  • Besonders bekannt wurde das Gänseblümchen durch das Blumenorakel der Verliebten, die seine Blütenblätter einzeln abzupfen, um zu erfahren: „Er liebt mich – Er liebt mich nicht – Er liebt mich …”.

 

  • Kinder verwenden die Pflanze schon seit langer Zeit zum Basteln von Blumenkränzen fürs Haar.

 

  • Nach Kräuterpfarrer Johann Künzle (1911) lässt eine Prise Maßliebchen im Kindertee Kinder, die trotz guter Kost nicht gedeihen wollen, auf die Beine kommen.

 

  • Bei den Germanen die Heilpflanze der Frühlingsgöttin Ostara und Freya geweiht.

 

  • Nach einer christlichen Legende, entsprangen die zarten Blümchen den Tränen Marias, als die heilige Famile auf der Flucht nach Ägypten war.

 

 

 

  • Im Mittelalter glaubten die Christen daran, dass die Blüte aus den Tränen von Maria auf der Flucht, entsprungen ist.

 

  • Bei den Kelten war sie der heiligen Margarete geweiht. Die Verwendung bei Hautleiden ist altbekannt.

 

  • 1543 wurde die Blume im Kräuterbuch von Leonhard Fuchs als Wunderpflanze bei Podagra, Hüftleiden und Kropf bezeichnet.

 

  • Lonicerus empfahl bei Appetitlosigkeit Gänseblümchen auf nüchternen Magen zu essen.

 

  • In früheren Zeiten galt die Blume als Heilpflanze bei Fieber, Leberentzündungen und bei jeder Art von Schmerz.

 

 

Gänseblümchen und seine Inhaltsstoffe

 

Gänseblümchen

 

 

Wirkungen des Gänseblümchens

 

  • Wundheilend
  • hautreinigend
  • schweißtreibend, blutreinigend, diuretisch, adstringierend
  • analgetisch (äußerlich angewendet)
  • stoffwechselanregend

 

 

 

Gänseblümchen – Bekannte Anwendungsmöglichkeiten

 

Innerlich

 

Gänseblümchen werden  innerlich als Tee oder Tinktur bei Erkältungen einsetzt.

Ein Tee aus den Blättern regt den Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und kann durch seine krampfstillenden Fähigkeiten auch Husten lindern.

Traditionell wird das  Gänseblümchen besonders bei Frühjahrsmüdigkeit und bei vielen Erkrankungen eingesetzt, welche im Frühling auftreten.

Ein weiteres beliebtes Einsatzgebiet von Gänseblümchen-Tee sind auch Beschwerden im Magen-Darmbereich.

 

Äußerlich

 

Gänseblümchen-Tee, frischer Presssaft der Blätter oder eine verdünnte Tinktur kann man in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen einsetzen. Diese Art der Anwendung, wird besonders zur Wundheilung verwendet.

Außerdem wird die Pflanze äußerlich bei Gliederschmerzen, Rheuma oder stumpfe Verletzungen eingesetzt.

 

Gänseblümchen

 

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen

 

Bei der Verwendung der Pflanze sind keine Nebenwirkungen bekannt.

 

 

 

Gänseblümchen – Rezepte

 

Gänseblümchentee

2 TL Droge mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, nach 20 Minuten abgießen und 2-3 Tassen täglich trinken.

 

 

Verwendung in der Küche zur Stoffwechselanregung

Blätter und Blüten von März bis Juni zum Kräuterquark, Frischkäse und Salat dazugeben. Die Blütenknospen (von März bis Juni) können als falsche Kapern eingelegt werden.

 

 

Gänseblümchen – Tinktur

 

Man übergießt die Pflanzenblüten in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn, Wodka oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Innerlich: 1-3 x  täglich 10-50 Tropfen

Äußerlich: Als Einreibung bei  Quetschungen und Verrenkungen

 

 

Gänseblümchen-Saft

 

Zutaten:

  • 1 großer Bund Gänseblümchen (ohne Wurzel)
  • etwas Wasser

 

Die Gänseblümchen waschen, in eine Schüssel geben und mit Wasser beträufeln, so dass sie gut nass sind.
Ca. 3 Stunden stehen lassen. Mit dem Stabmixer zerkleinern, den Gänseblümchenbrei in ein Tuch geben und fest ausdrücken. Den ausgedrückten Sud im Verhältnis 1:1 mit Wasser auffüllen.

Verwendung:

2-3 Esslöffel täglich als Frühjahrskur zur Entgiftung. Der Saft wirkt stoffwechselanregend und beruhigt die Schleimhäute.

 

 

Etwas für die Küche

 

Mit dem  Gänseblümchen läßt sich so manches Gericht in der Küche zaubern

Gänseblümchen-Sirup

Zutaten:

  • 50g Gänseblümchen und –Blätter
  • 500 ml Wasser
  • 300g Bio-Rohrzucker

 

Blüten und Blätter waschen und anschließend mit kochendem Wasser übergießen. Ca. 10 Stunden ziehen lassen. Anschließend durch ein Tuch abseihen, dabei die Blüten gut ausdrücken und  den Sud auffangen.

Dem Sud den Bio-Rohrzucker hinzugeben.  langsam unter ständigem Rühren erhitzen, bis sich eine Sirup artige Masse bildet. Den Sirup in Flaschen oder Schraubgläser abfüllen und noch heiß verschließen.

Dosierung: Man kann täglich 1-2 Teelöffel verzehren

Verwendung:

  • Als Süßungsmittel
  • Bei Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis, Reizhusten.

 

„Kapern“ aus Gänseblümchen

  • 200g Gänseblümchenknospen
  • 300ml Estragonessig
  • eine Prise Salz

Die Knospen zusammen mit dem Essig kurz aufkochen lassen. Anschließend warm mit dem Salz in verschliebare Gläser abfüllen. Schon nach wenigen Tagen sind die „Kapern“ zum Verzehr fertig.

 

Russisches Gänseblümchengemüse

  • 200g Gänseblümchenknospen und -blätter
  • 1 EL gehackte Zwiebel
  • 2 EL Speckwürfel
  • 1 Tasse Fleischbrühe
  • etwas Weißwein, Muskatnuss, Zitrone, Salz und Zucker

Zwiebel und Speck dünsten. Die Gänzeblümchen klein schneiden und dazugeben und anschließend mit der Fleischbrühe übergießen. Mit den restlichen Zutaten verfeinern und fertig garen.

 

Informationsmaterial & Bezugsquellen

 

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Quelle:

  • Kalbermatten R. Wesen und Signatur der Heilpflanzen. CH-Baden: AT 2005
  • Pahlow M. Heilpflanzen. Rastatt: Moewig 2002
  • Heilpflanzen Praxis Heute; Urban & Fischer Verlag

 

Steffen Gruss
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