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Schlaf ist die beste Medizin

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Guter Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit

Im Durchschnitt verschläft der Mensch ca. ein Drittel seines Lebens. So hat ein 85 Jahre alter Mensch ungefähr 250000 Stunden oder 10000 Tage seines Lebens schlafend verbracht. Und das ist auch gut so. Denn ein guter und vor allem erholsamer Schlaf hat einen großen Einfluss auf eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Funktionen.

 

Vorteile von gutem Schlaf

  • Wer gut schläft, ist weniger krank 
  • Wer gut schläft, ist am Tag konzentrierter
  • Wer gut schläft, baut mehr Fett als Muskeln ab
  • Wer gut schläft, desto schneller wachsen die Muskeln
  • Wer gut schläft, hat weniger Heißhunger (auf Süßes)
    • Schlafmangel fördert den Ausstoß des Hungerhormons Ghrelin
  • Wer gut schläft, ist weniger verletzungsanfällig

 

Die nächtliche Werkstatt: Zellregeneration und Hormone

Schlaf

Während wir schlafen, läuft unser Körper auf Hochtouren. Das Gehirn schüttet verstärkt Somatropin (Wachstumshormon) aus. Dieses Hormon ist für die Reparatur defekter Zellen und die Erneuerung von Gewebe verantwortlich. Gleichzeitig sinkt der Cortisolspiegel, was dem Körper signalisiert, dass die Phase des Aufbaus und der Heilung begonnen hat. Ohne ausreichenden Schlaf bleibt dieser „Reparaturtrupp“ buchstäblich im Feierabend.

Die Leberzeit: Entgiftung nach der Organuhr

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spielt die Leberzeit zwischen 1:00 und 3:00 Uhr nachts eine zentrale Rolle. In dieser Phase arbeitet die Leber am intensivsten an der Entgiftung des Blutes. Wer in dieser Zeit regelmäßig wach liegt, stört wichtige Reinigungsprozesse. Hier hilft oft eine unterstützende Leberreinigung, um den Körper bei der nächtlichen Schwerstarbeit zu entlasten und die Schlafqualität spürbar zu verbessern.

Das glymphatische System: Gehirnwäsche im Schlaf

Erst vor wenigen Jahren entdeckten Forscher das glymphatische System. Man kann es sich wie eine körpereigene Spülung für das Gehirn vorstellen. Während des Tiefschlafs ziehen sich die Gehirnzellen leicht zusammen, sodass Liquor (Gehirnflüssigkeit) Abfallstoffe wie Beta-Amyloide – die mit Alzheimer in Verbindung gebracht werden – ausschwemmen kann. Besonders nach einem langen Tag mit intensiver Bildschirmarbeit ist dieser Reinigungsprozess für die geistige Klarheit am nächsten Morgen unverzichtbar.

Immunsystem und Schlaf: Die beste Abwehr

Schlafmangel macht uns anfällig für Infekte. Im Schlaf produziert das Immunsystem vermehrt Antikörper und spezifische T-Zellen. Eine einzige Nacht mit zu wenig Schlaf kann die Anzahl der natürlichen Killerzellen bereits massiv reduzieren. Um das Immunsystem langfristig zu stärken, ist neben gesundem Schlaf auch ein Blick auf das Mikrobiom wichtig, da eine Darmsanierung die Basis für eine reibungslose Nährstoffaufnahme und somit für die Produktion von Schlafhormonen wie Melatonin bildet.

 

 

Wieviel Schlaf ist gesund?

Wieviel Schlaf genau ein Mensch benötigt ist individuell verschieden. Es spielen dabei eine ganze Reihe an Faktoren eine wichtige Rolle. So habe z.B. Arbeitsanforderungen und das Freizeitverhalte einen großen Einfluss auf unser Schlafverlagen.

Im Durchschnitt liegt die gesunde Schlafmenge bei einem Erwachsenen mittleren Alters zwischen 6-8 Stunden.

 

Schlaf
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Schlafhygiene bei Schlafstörungen

  • Bettzeiten auf das notwendige Maß reduziere: 6 bis max. 7 Stunden sind ausreichend
  • Keine späten und schwer verdaulichen Mahlzeiten
  • Verzicht auf übermäßige Alkohol- du Nikotinkonsum am Abed
  • Koffeinhaltige Getränke nach 17 Uhr vermeiden
  • Kein abendlicher Schlaf vor dem Fernseher
  • Keine hellen Blaulichtquellen 1-2 Stunden vor dem Zubettgehen (z.B. LCD-. LED-Bildschirme, Energiesparlampen
  • Kei Fernseher im Schlafzimmer
  • Kein Arbeiten, Fernsehen oder im Internet surfen während nächtlicher Wachphasen
  • Smartphone, Tablet, PC und Internet 1-2 Stunde vor dem Schlafen gehe vermeiden.

 

 

Checkliste: 7 Tipps für erholsamen Schlaf & nächtliche Heilung

Möchten Sie die regenerative Kraft Ihres Schlafs maximieren? Nutzen Sie diese praxiserprobten Tipps, um Ihre Schlafqualität sofort zu verbessern und die nächtliche Zellreparatur zu unterstützen.

  • 1. Die 18-Grad-Regel: Sorgen Sie für eine kühle Schlafzimmerumgebung. Die ideale Temperatur für die Melatonausschüttung liegt zwischen 16 und 18 Grad Celsius.

  • 2. Digital Detox vor dem Zubettgehen: Meiden Sie blaues Bildschirmlicht von Smartphones oder Tablets mindestens 60 Minuten vor dem Schlafen. Blaues Licht hemmt das Schlafhormon Melatonin und hält das Gehirn im Wachmodus.

  • 3. Die Leber-Schonzeit: Verzichten Sie nach 18:00 Uhr auf schwere, fettige Mahlzeiten und Alkohol. Dies entlastet die Leber während ihrer nächtlichen Entgiftungsphase (Organuhr).

  • 4. Natürlicher Rhythmus: Versuchen Sie, jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen – auch am Wochenende. Ein stabiler Zirkadianer Rhythmus ist die Basis für tiefe Regenerationsphasen.

  • 5. Lichtmorgens, Dunkelheit abends: Tanken Sie direkt nach dem Aufstehen Tageslicht. Das stoppt die Cortisolproduktion und programmiert Ihre innere Uhr für den Abend vor.

  • 6. Vagusnerv-Aktivierung: Kurze Atemübungen (wie die 4-7-8-Technik) vor dem Lichtausschalten signalisieren dem Nervensystem, dass es sicher ist, in den Tiefschlaf zu gleiten.

  • 7. Magnesium-Support: Als Heilpraktiker empfehle ich oft die Einnahme von Magnesium am Abend. Es hilft der Muskulatur zu entspannen und unterstützt das Nervensystem beim Herunterfahren.

 

 

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Quellenangaben

  • The Lancet: Sleep and immune function. (Zusammenhang zwischen Schlafphasen und Immunantwort). Link zu The Lancet

  • Journal of Clinical Investigation: Growth hormone secretion during sleep. (Die Rolle der Wachstumshormone nachts). Link zum JCI

  • Nature: The circadian clock and liver metabolism. (Bedeutung der biologischen Rhythmen für die Leber). Link zu Nature

Steffen Gruß (Heilpraktiker)

Über den Autor: Steffen Gruß Steffen Gruß ist staatlich geprüfter Heilpraktiker mit eigener Fachpraxis in Bad Füssing / Bayern. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der klinischen Naturheilkunde ist er spezialisiert auf Diagnostik, asiatische Medizin und manuelle Therapie. Als Referent für Naturheilkunde und medizinisches Grundwissen gibt er sein Fachwissen regelmäßig an medizinisches Fachpersonal und Patienten weiter. Sein Ziel auf diesem Portal ist die evidenzbasierte Vermittlung von Alternativmedizin und moderner Ernährungslehre. Er ist Mitglied im Fachverband deutscher Heilpraktiker. Mehr erfahren: Steffen Gruß | LinkedIn | Über uns » Fachportal Gesundheit

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