Natürliche Antibiotika – Heilkräfte aus der Natur

Allgemein spricht man von Antibiotika und meint einen Wirkstoff, der das Wachstum von Bakterien hemmt  oder diese abtötet. Das ist aber nicht ganz richtig, denn bei den Antibiotika handelt es sich um eine Gruppe von Stoffwechselprodukten, die auf natürliche Weise von Pilzen und Bakterien gebildet werden und ausschließlich gegen Bakterien wirksam sind. 

Diese Antibiotika zählen zu den Antiinfektiva. Unter diese Obergruppe fallen auch Stoffgruppen, die nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren, Parasiten, Protozoen und Pilzinfektionen wirksam sind. 

Außerdem beinhalten pflanzliche Antiinfektiva Zusatzstoffe, die eine Resistenzbildung der Bakterien minimieren. Es ist falsch zu behaupten, dass die natürlichen antibakteriellen Stoffe selbst keine Resistenzen erzeugen würden. Es sind die Zusatzstoffe, die noch weitgehend unerforscht sind, und die in einer Art Symbiose einer Resistenzbildung entgegenwirken. 

Man unterscheidet zwischen bakteriostatischer (wachstumshemmend) und bakteriozider (bakterientötend) und entsprechend von virostatischer und virozider sowie von fungistatischer und fungizider Wirkung.

Die natürlichen Antiinfektiva stellen mit ihrer vielseitigen Wirkung ein wichtiges Reservoir gegen allerlei Mischinfektionen dar, vor allem in der Prävention und in Krisenzeiten, in denen eine ausreichende Versorgung mit Arzneien nicht mehr gewährleistet ist. Solche Krisen wären ein Horrorszenario, denn die vorrätigen Arzneien reichten in ganz Deutschland nicht einmal um eine Stadt wie Berlin länger als 4 Wochen mit Medikamenten zu versorgen. Zum anderen hört man ja ausführlich in den Medien, dass die Resistenzsituation der Bakterien stark zugenommen hat und multiresistente Keime zu vielen Todesfällen in Krankenhäusern führen. Ich verweise hierzu aber auf einen anderen Artikel. Siehe hier: https://fachportal-gesundheit.de/2017/06/23/antibiotika/ 

Näheres zu den unten aufgeführten Pflanzen einschließlich weiterer Inhaltsstoffe sowie Indikationen finden Sie unter dem jeweiligen Namen, sofern wir dazu bereits einen Artikel geschrieben haben.

 

Allgemeines zur Entdeckung des Antibiotikums.

Die Entdeckung des Antibiotikums ist wahrscheinlich einer der bedeutendsten  Meilensteine in der Geschichte der Medizin.

1893 wurden die Wirkungen eines Schimmelpilzes der Gattung Penicillium erstmals von Bartolomeo Gosio in seinen Arbeiten veröffentlicht. Fast zeitgleich schrieb der französische Militärarzt Ernest Duchesne seine Doktorarbeit über seine Beobachtungen von Schimmelpilzen mit antibiotischen Wirkungen.

Allerdings erst 30 Jahre später begann der Siegeszug des Antibiotikums durch die offizielle Entdeckung von Alexander Fleming, der 1945 sogar mit dem Nobelpreis dafür ausgezeichnet wurde.

Die Wirkung des Antibiotikums ist ohne Frage in vielen Fällen ein Geschenk des Himmels. Ohne dieses wären im Weltkrieg II wahrscheinlich weit mehr Soldaten an Wundinfektionen oder Lungenentzündungen gestorben als es letztendlich der Fall war. Aber nicht nur im Krieg, sondern auch im alltäglichen Leben hat das Antibiotikum oft hilfreiche Dienste geleistet.

Paracellsus hat zu Lebzeiten mal gesagt: „Alles ist ein Gift, auf die Dosis kommt es an“. So ist es in dem Fall Antibiotikum eben auch. Jahre lang wurde beim kleinsten Wehwehchen oder Hustenanfall schon ein Breitbandantibiotikum eingenommen. Und so wurde es zum Lieblingsmedikament vieler Human- u. Veterinärmediziner.

Mit den Folgen dieser oft ohne Bedacht verordneten Medikamente, haben wir heute und in Zukunft zu kämpfen.

„Die abnehmende Wirksamkeit von Antibiotika gegen bakterielle Infektionskrankheiten, die sogenannte Antibiotikaresistenz, ist eine ernste Bedrohung für die öffentliche Gesundheit!“

So lautet die aktuelle Bewertung der WHO in ihrem ersten „Global Report on Antibiotic Resistance“ von Anfang 2014.

Hier können Sie sich ein Interview mit Professor Dr. Uwe Frank, Mikrobiologe, Infektiologe und Hygieniker aus Freiburg, über die Ursachen und was man im Einzelnen dagegen tun kann durchlesen:    https://www.pflanzliche-antibiotika.de/Expertentipps/Experten-Interviews/Resistenzen.html

Aus diesem Grund versucht man immer häufiger auf Alternativen auszuweichen, um neue resistente Keime zu vermeiden. In schweren Fällen sind Antibiotika sicher die einzige Möglichkeit, aber in leichten nicht lebensbedrohlichen Fällen, kann die Natur oft weiterhelfen.

 

Natürliche Antibiotika – Heilkräuter mit antibiotischer Wirkung

Die Pflanzenheilkunde ist wahrscheinlich die älteste Form der Medizin die uns Menschen von Anbeginn begleitet. Über Jahrhunderte hatten wir nur die Blüten, Wurzeln, Rinden und Blätter der einzelnen Pflanzen aus der Region in der man lebte, um uns vor Krankheiten zu schützen.  Bereits im Grab eines Neandertalers, das vor ca. 70.000 – 40.000 Jahren angelegt wurde, fanden sich Beigaben, die nach Pollenuntersuchungen sieben Heilpflanzen zuzuordnen sind.

Pflanzen enthalten Stoffgemische, das heißt, sie bestehen nicht nur aus einem Stoff, sondern aus vielen verschiedenen Substanzen, welche in Synergie zusammenarbeiten. Viele dieser Stoffkombinationen wirken antiviral, antibakteriell oder antimykotisch und das oft ohne Nebenwirkungen. Gerbstoffverbindungen, Saponine oder Flavonoide sind zum Beispiel solche nützlichen Pflanzenstoffe. Nebenbei liefern die Pflanzen auch noch wichtige Mineralien, Vitamine, Spurenelemente oder sekundäre Pflanzenstoffe, welche einem Genesungsprozess zugutekommen.

 


Natürliche pflanzliche Antibiotika – Eine „kleine“ Auswahl

 

– Kapuzinerkresse

Die Senfölglykoside der Kapuzinerkresse (Heilpflanze des Jahres 2013) wirken laut klinischen Studien gegen verschiedene Bakterienstämme, einschließlich des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Senfölgykoside erweisen sich zudem wirksam gegen Viren und Pilze. Zusätzlich enthält die Pflanze, die eine Bereicherung als Küchenkraut darstellt, 300 mg Vitamin C pro 100g Pflanzenmasse. Vitamin C, das zusätzlich eine positive Wirkung gegen Infektionen aufweist.

 

– Echinacea (Sonnenhut)

Die Inhaltsstoffe der Wurzel (Echinacosid, Echinolon, Echinacein) wirken nachweislich gegen Entzündungen durch Bakterien und Viren. Außerdem stimuliert Echinacea das Immunsystem. Die Glykoprotein-Polysaccharidfraktion aus der Wurzel erwies sich als Stimulans für Zytokine, Interleukine und Interferon. Auch zeigte sich eine antivirale Wirkung gegen Herpes simplex, eine antibakterielle Wirkung gegen Staphylococcus aureus sowie eine antifungische Wirkung gegen Candida.

 

– Bartflechte

Die Bartflechte ist eine Symbiose aus Pilz und Alge, die auf Bäumen mit guter Luftqualitätswert gedeiht. Inhaltsstoffe und Wirkung: Die Hauptkomponenten der Bartflechte sind Polysaccharide und bittere Flechtensäuren, wie die Usninsäure, die sich als gut wirksam gegen einige Stämme von Bakterien und Pilzen erwiesen hat. Speziell gegenüber Streptococcus aureus, Mykobakterien und Methicillin-resistenten Staphylokokken.

 

– Nelke

Nelkenöl zeigte eine gute antimikrobielle Wirkung gegen Pneumococcus,  Alcalescens dispar, Staphylococcus Neisseria und Enterococcus. 

 

– Schafgabe

Die Schafgarbe ist eine weit verbreitete Wildpflanze, die uns mit ihren antibakteriellen, entzündungshemmenden und blutstillenden Eigenschaften gute Dienste leisten kann. Sie stärkt Leber und Galle und kann bei Entzündungen der Verdauungsorgane, Durchfall, Blähungen und Krämpfen helfen.

 

– Birkenporling

Siehe unter: https://fachportal-gesundheit.de/2018/11/18/oetzis-reiseapotheke/ 

 

– Blutwurz

Inhaltsstoffe: Tannine,  Tormentol, Tormentillin, Flavonoide, Saponine, Phenolkarbonsäure und ätherische Öle. „Esst Kranawitt (Wacholder) und Tormentill (Blutwurz) dann sterbt ihr nit so viel!“ Diese Kombination soll gegen die Pest gewirkt haben.

 

– Thymian

Das ätherische Öl Thymol im Thymian besitzt eine wissenschaftlich nachgewiesene bakteriozide und bakteriostatische Wirkung gegen Streptococcus pyogenes. Auch gegen andere Bakterien erweist sich Thymian als keimtötend und sogar gegen Viren, Protozoen und Candida. Thymian zählt damit zu den stärksten pflanzlichen Antiinfektiva in unseren Breiten. 

 

– Cranberry (Heidelbeere)

Werden traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt, da sie antibakteriell wirken und so den Urin von Bakterien befreien

 

Kurkuma

antibakteriell, fördert den Gallenfluss, antioxidativ, wirksam gegen Viren

Unterstützt die Verdauung, speziell die Darmflora und ist bei entzündlichen Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege hilfreich

– Meerrettich

Gleichbedeutend wie in der Kapuzinerkresse wirkt der Meerrettich durch seine Senfölglykoside gegen Mikroorganismen. Wirkstoff Allicin und zusätzlich noch Sinigrin. Beide Wirkstoffe können fast mit der Wirkung von Penicillin verglichen werden.

 



– Knoblauch

Der Inhaltsstoff Allicin wirkt leicht keimhemmend gegen Schimmel, Pilze und Bakterien. Altes Hausmittel bei Mittelogrentzündungen und grippalen Infekten, aber auch bei Herz- und Gefäßbeschwerden.

 

– Zwiebel

Wie beim Knoblauch wirkt das Allicin keimhemmend.

 

– Bärlauch

Wirksam gegen Bakterien und Bärlauch. Wegen seiner Schwefelverbindungen wird er auch gerne bei Schwermetall-Ausleitungen verwendet.

 

Oregano

Oregano zeigte in Versuchen eine hohe Wirkung gegen Mikroorganismen wie Proteus, Enterococcus, Staphylococcus, Streptococcus, Pneumococcus, Alcalescens dispar, Neisseria, Corynebacterium xerosa, Klebsiella und Candida.

 

– Bohnenkraut

Die Inhaltsstoffe Carvacrol und Thymol weisen eine hohe antibakterielle und antioxidative Aktivität auf. In Versuchen zeigte sich eine gute antimikrobielle Wirkung gegen Staphylococcus, Neisseria und Corynebakterium xerosa und eine mittlere Wirkung gegen Streptococcus, Pneumococcus und Klebsiella.

 

– Salbei

Die ätherischen Öle Thujon, Cineol und Campher sowie die Ursolsäure wirken als Antiphlogistikum. Die ätherischen Öle erwiesen laut Untersuchungen zusätzlich eine antimikrobielle Wirkung gegen Bacillus subtilis, Candida und Aspergillus flavus. Auch zeigten Thyjon, Cineol und Campher eine antivirale Wirkung.

 

– Kamille

Die Cumarine und einige Polysaccharide der Kamille weisen eine leichte antibakterielle und antimykotische Wirkung auf.

 

– Teebaumöl

Wird gerne bei Hautinfektionen, Warzen oder Pilzerkrankungen der Haut verwendet. In der Aromatherapie nimmt man es ebenfalls gerne bei Erkältungskrankheiten

 

– Myrrhe

adstringierend, entzündungshemmend, schmerzstillend, wundheilungsfördernd, wirkt gegen Pilze und Hefen; wird oft auch chronischen Darmentzündungen angewandt.

 



Grapefruitkern-Extrakt

Diverse Studien (Journal of Alternative and Complementary Medicine; 2002) konnten zeigen, dass Grapefruitkernextrakt bereits in einem Verdünnungsverhältnis von 1:1000 seine antibakterielle Wirkung entwickelt. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen die Forscher der University of Texas. Es zeigte sich auch, dass der Extrakt gegen Viren und Pilze wirksam ist.

Forscher der Manchester Metropolitan University stellten 2004 fest, dass insbesondere eine Kombination von Grapefruitkernextrakt und Geraniumöl die besten antibakteriellen Ergebnisse gegen MRSA erzielte.

Eine polnische Studie (2004) zeigte, dass der Grapefruitkernextrakt wirksam gegen das Helicobacter pylori wirksam ist. Dieses Bakterium gilt als Mitverursacher von Gastritiden (Schleimhautentzündungen), Magengeschwür und Magenkrebs.

 

– Apfelessig

Apfelessig enthält Apfelsäure, die sehr gut gegen Pilze und bakterielle Infektionen wirkt. Harnsäurekristalle werden ebenfalls von der Apfelsäure rund um die Gelenke herum aufgelöst, was zu einer Linderung von Gelenkschmerzen führen kann.

 

Weitere Stoffe mit antiinfektiver Wirkung

In unserem Alltagsleben nutzen wir weitere Stoffe und Utensilien, die eine antimikrobielle Wirkung aufweisen. So z.B. die 

– Kernseife

Kernseife wirkt hervorragend gegen Streptokokken und Staphylokokken. Ein Bad in heißem Wasser mit  Kernseife wirk nahezu Wunder. Eitrige Wunden an Fingern, Händen oder Füßen 1-3 mal täglich für ca. 20 Minuten baden und der Eiter verschwindet. Auch abgekapselte Abszesse brechen auf und z.B. Fremdkörper wie Splitter, die zu Eiterungen führten, lassen sich leicht entfernen.  

 

– Honig 

Honig wirkt nicht nur antibakteriell, sondern auch antiviral und antimykotisch. Allein diese Eigenschaften machen ihn nachweislich wirksamer als konventionelle Antibiotika. Jedoch sind viele im Handel angebotenen Honigsorten filtriert und zu stark erhitzt, damit sie flüssig bleiben. Die Wirkung beschränkt sich dann auf den Zuckergehalt un weniger auf die Inhaltsstoffe. Den wertvollsten, medizinisch wirksamen und ungefilterten Honig findet man direkt beim Imker seines Vertrauens.

 

– Zucker

Ebenso wie man Wunden mit Honig einstreichen kann, wirkt eine ordentliche Portion Zucker auf der Wundfläche antimikrobiell. Haben sie schon mal auf Zucker Bakterien oder Pilze wachsen sehen? Sicherlich nicht. Nur in kleinen Mengen, wenn der Zucker aufgelöst wird und stark verdünnt ist, entwickeln sich dort Bakterien. So bei der alkoholischen Gärung.

 

– Alkohol

Alkohol wirkt desinfizierend, also keimtötend. Je hochprozentiger der Alkohol, desto wirksamer ist er gegen Bakterien, Viren und Pilze. Es macht Sinn, im Haus immer eine kleine Flasche mit 94%igem Alkohol zu lagern. Bei kleineren Wunden und zur Vorbeuge reicht natürlich ein hochprozentiger Wodka.

 

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Quellen:

 

  • Healthcare above all, “This is The Most Powerful Natural Antibiotic Ever – Kills Any Infections in The Body”, Januar 2015, (Das ist das absolut mächtigste natürliche Antibiotikum – es bekämpft jede Infektion im Körper)
  • Chao-Ying et al, Edible Vinegar: Its bactericidal action and efficacy, Medical Journal of Qilu, 2007-03, (Geniessbarer Essig: seine bakterizide Wirkung und Wirksamkeit)
  • Silva Pinto M et al, Vinegar as an antimicrobial agent for control of candida spp. In complete denture wearers, Journal of Applied Oral Science, Nov/Dec 2008, (Essig als ein antimikrobielles Agens zur Kontrolle von Candida spp. bei Vollprothesenträgern)
  • Kwakman PH et al, How honey kills bacteria, FASEB Journal: Official Publication of the Federation of American Societies for Experimental Biology, 2010 Jul;24(7):2576-82, (Wie Honig Bakterien tötet)
  • Deb Mandal M et al, Honey: its medicinal property and antibacterial activity, Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine, 2011 Apr; 1(2): 154–160, (Honig: seine medizinischen Eigenschaften und antibakterielle Wirkung)
  • Israili ZH, Antimicrobial properties of honey, American Journal of Therapeutics, 2014 Jul-Aug;21(4):304-23, (Antimikrobielle Eigenschaften von Honig)

 

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