Himbeere – Heilpflanze aus dem Garten

Himbeere (Rubus idaeus L.)

 

 

Volksnamen: Ambas, Hohlbeere, Katzenbeere, Madebeere, Mollbeere, Runtzelbeere, Waldhimbeere.

 

Himbeere

 

 

In freier Natur ist die Himbeere in Europa bis an die  Grenzen Westsibiriens beheimatet und gehört zu der Familie der  Rosengewächse. Voll ausgewachsen kann sie eine stolze Höhe von bis zu 2 Metern erreichen und ihre Äste sind mit zahlreichen feine Dornen bestückt. Je nach Sorte blüht der Himbeerstrauch zwischen Mai und August und die schmackhaften Früchte können von Juni bis in den Herbst hinein geerntet werden.

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    Geschichtliches zu der Himbeere

     

    • In alten steinzeitlichen Gräbern fand man Reste der Himbeere als Grabbeilage.

     

    • Früher bedankte man sich nach dem Ernten bei der Pflanze, indem hübsche Bänder an die Himbeerpflanze angebracht wurden. Dies sollte dafür sorgen, dass die Pflanzengeister gnädig gestimmt wurden und man somit auch in Zukunft eine gute Ernte haben würde.

     

     

    • Ihren Artenname „idaeus“ erhielt die Himbeere von den alten Römern. Plinius beschrieb im Jahre 23 n. Chr. die Himbeere und bemerkte dazu, dass sie vom Berge Ida stamme.

     

     

    • Ein weiterer Ursprung bezüglich des Namens stammt von einem französischen Arzt namens Henri Leclerc. Er erzählt von einer Nymphe namens Ida, welche sich an einem Dorn des Himbeerstrauches ihre Brust verletzt haben soll. Das darauf austretende Blut färbte die Beeren rot und so erhielt die Beere den Namen der Nymphe.

     

     

    • Wurde ein Pferd verhext, so konnte man es nur heilen, wenn man ihm einen Himbeerzweig um den Körper band. So ein alter Aberglaube.

     

     

     

    Die Himbeere als Heilpflanze

     

    Auch wenn die Beeren recht klein sind, sollte man sich nicht von der Größe täuschen lassen. Die kleinen Früchte sind nämlich reich an Vitaminen und Nährstoffen.

    Inhaltstoffe  der Himbeere

     

    Inhaltsstoffe (Menge pro 100 Gramm)
    Natrium 1 -1,3 mg
    Zink 0,4 mg
    Kalium 151 -170 mg
    Kalzium 25 mg
    Eisen 0.7 – 1 mg
    Magnesium 22 -30 mg
    Vitamin A 33 IU
    Vitamin C 26.2 mg
    Vitamin B6 0.1 mg
    Kohlenhydrate 12 g
    Zucker 4.4 g
    Ballaststoffe 7 g

     

    Weitere Bestandteile: Gerbstoffe, Flavonoide, Fruchtsäuren

     

     

     

    Wirkung der Himbeere

     

    Schon im Altertum war  die Himbeere als Heilpflanze bekannt und wurde bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt.

    Folgende Wirkung hat die Himbeere:

    • abführend
    • adstringierend
    • appetitanregend
    • blutreinigend
    • harntreibend
    • reguliert die Menstruation
    • schweißtreibend
    • Hilfreich bei Skorbut

     

     

     

    Antioxidative Eigenschaften der Himbeere

     

    In der Himbeere sind einige Wirkstoffe, welche eine antioxidative Wirkung haben. Sie helfen unseren  Zellendabei, sich vor den Schäden durch freie Radikale zu schützen. Zu diesen wichtigen Stoffen gehören die Ellagsäure, Quercetin und Anthrocyanin. Neben dem Schutz vor freien Radikalen, schützen sie unseren Körper auch vor Bakterien und Pilzen. Weshalb die Himbeere auch gerne bei vaginalen Hefepilzinfektionen oder Reizdarmerkrankungen verwendet wird.

     

    Herz und Kreislauf

     

    Das enthaltene Vitamin C wie auch die weiteren sekundären Pflanzenstoffe, helfen dabei unser Herz und Kreislaufsystem vor altersbedingten Beschwerden zu schützen. Außerdem haben die kleinen Früchte einen bemerkenswerten hohen Eisengehalt. Das enthaltene Eisen, hat eine blutbildende Wirkung, was man bei Anämien hilfreich sein kann.

     

     

    Himbeere und Schwangerschaft

     

    Himbeerblättertee wird schon seit vielen Generationen von kräuterkundigen Frauen und Hebammen als Gebärmutterkraut verabreicht. Ein Tee aus den Blättern soll dabei helfen, die Gebärmutter zu stärken, die Wehen einzuleiten, das Gewebe zu entspannen und  die Geburtsdauer zu verkürzen.

     

     

     

     

    Der Einsatz der Himbeerblätter in der Volksheilkunde

     

    Die Himbeere ist schon seit vielen Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil in der Volksheil- und Pflanzenkunde.

    Die wahrscheinlich  älteste Verabreichungsform ist der Himbeerblättertee. Neben der einleitenden Wirkung auf die Wehen wird der Tee auch gerne bei dem prämenstruellen Syndrom (PMS) verwendet.

    Himbeertee gilt in der Naturheilkunde außerdem als entzündungshemmend und wird aus diesem Grund bei jeder Art von entzündlichen Erkrankungen empfohlen. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um eine Halsentzündungen, Entzündungen auf der Haut, einen geröteten Rachen oder eine entzündliche Magen- und Darmerkrankungen handelt. Denn der Himbeertee ist sowohl innerlich wie auch äußerlich anzuwenden.

    Durch ihre entzündungshemmende Wirkung, werden die Himbeerblätter als Tee, auch gerne bei Gicht und Arthritis verwendet.

     

    Himbeere

     

     

    Himbeere in der russischen Volksmedizin

     

    In Russland wird die Himbeere schon seit Generationen erfolgreich in der Volksmedizin eingesetzt. Besonders im Bereich Atemwegsinfektion wird die Pflanze gerne verwendet.

     

     

     

    Die Himbeere – Das Frauenmittel in der Gemmotherapie

     

    Die Himbeere hat sich in der Gemmotherapie besonders bei Frauenbeschwerden bewährt. Sie wird zur Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse  und zum entkrampfen des Uterus verwendet.

     

     

     

     

    Anwendung mit der Heilkraft dieser Pflanze

     

    Die Himbeere wird in der traditionellen Pflanzenheilkunde sowohl innerlich wie auch  äußerlich angewendet.

    Beliebte Anwendungsmöglichkeiten der Himbeere:

    •  Fieber; Besonders der Himbeersirup ist eine beliebte Methode bei Kindern
    • Magen-Darm-Trakt: Durchfall, Verstopfung, Hämorrhoiden, Magenblutungen
    • Atemwegserkrankungen: Husten, Angina (mit Tee aus Blättern gurgeln), Erkältung
    • Frauenleiden: Starke Menstruationsblutungen, PMS, Geburtsvorbereitung
    • Hautleiden: Akne, Ausschläge, Hautunreinheiten
    • Zur Stärkung: Nach Herzoperationen, bei Allergien und damit verbundenem Durchfall, als Frühjahrskur

     

    Interessant ist dabei, dass die Früchte und Blätter unterschiedlich verwendet werden.

     

    Blätter:

    • Durchfall
    • weiches Zahnfleisch
    • Menstruationsbeschwerden

    Früchte:

    • Blutarmut (Anämie)
    • Infektanfälligkeit
    • schlecht heilende Wunden
    • Gürtelrose (Herpes zoster)

     

     

     

    Unterschiedliche Anwendungsarten der Himbeere

     

    • Tee: Zwei Esslöffel zerkleinerte und getrocknete Himbeerblätter werden mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen; anschließend abseihen.  Ca. zwei Tassen täglich.
    • Kompresse: Zwei Teelöffel Himbeerblüten werden mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrüht und 30 Minuten ziehen gelassen. Der Absud kann für Waschungen oder Kompressen bei Hautleiden eingesetzt werden.
    • frisch gepresster Saft: Frische Himbeeren werden zu Saft gepresst und, eventuell mit etwas Wasser verdünnt
    • Himbeersirup
    • Himbeeressig
    • rohe Früchte
    • Kompott, Wein, Spirituosen

     

     

     

     

     

     

    Himbeere: Rezepte & Anwendungsmöglichkeiten

     

     

    Selbst gemachter Himbeersirup für  Fieber

     

    Für den Sirup werden 1 kg vollreife Himbeeren in einer Schüssel zerdrückt und fünf Esslöffel braunen Zucker drübergestreut. Danach lässt man die Himbeer-Zuckermischung etwa einen Tag im Kühlschrank ziehen.

    Nach der Kühlphase spannt man ein grobes Leinentuch über eine Schüssel, gibt die Beeren hinein und lässt Sie den Saft von selbst abtropfen.

    Nun wird der Saft im Verhältnis 4:3 mit braunem Zucker oder Honig vermischt und unter ständigem Umrühren in einer flachen Pfanne leicht gekocht, bis die Mischung dickflüssig geworden ist. Im Kühlschrank kann sich der Sirup bis zu einem Jahr halten

    Dosierung: Drei- bis viermal täglich einen Teelöffel Himbeersirup auf ein Glas heißes Wasser oder heißen Kräutertee.

     

     

     

    Himbeer-Honig-Tee

     

    Mit einem Glas Wasser werden zwei Löffel getrocknete oder 100 Gramm frische Himbeeren gekocht. Nach zehn Minuten kann nach Belieben ein Esslöffel Honig hinzugegeben werden. Dieser Himbeertee kann bis zu 3-mal täglich getrunken werden.

     

     

    Himbeerwasser

     

    Beliebtes Rezept aus der russischen Volksmedizin.

    Man braucht dazu ca. einen TL getrockneter Himbeeren . Diese werden nun mit ca einem Glas kochendem Wasser  übergossen und lässt sie dann 5 Min. ziehen.

    Anschließend gibt man den Saft einer halben Zitrone und 1EL Wodka (40%) dazu.

    Am besten wird das Himbeerwasser vor dem Schlafengehen eingenommen.

     

     

    Ein Himbeersaft-Essig

     

    1 Liter Himbeeren in ein Gefäß geben und 50 ml Weißweinessig (oder anderen) dazu geben. Gut umrühren und für 12 Stunden stehen lassen. Die Flüssigkeit nach der Ruhezeit durch ein Tuch auspressen und ca. 200 – 400 g Zucker (ja nach Geschmack) zugeben.

    Aufkochen und so lange abschäumen, bis kein Schaum mehr kommt und die Flüssigkeit sich eindickt. Dann in eine Flasche füllen und der Himbeer-Essig ist fertig

     

     

    Steffen Gruss
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