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CBD – Medizin aus Hanf

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Kurz & Knapp – CBD Medizin aus Hanf 

📌 CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-psychoaktiver Wirkstoff aus industriellem Nutzhanf und unterscheidet sich klar von THC (nicht berauschend).
📌 Studien zeigen ein Potenzial bei bestimmten Formen der Epilepsie, aber nicht für alle behaupteten Anwendungsbereiche.
📌 Die Wirkung von CBD inkludiert mögliche Entzündungshemmung, neuroprotektive Effekte und Einfluss auf Stress-Symptome, jedoch ist die Evidenzlage unterschiedlich.
📌 Qualität & Reinheit sind entscheidend: Achte auf laborgeprüfte Produkte ohne Pestizide.
📌 Rechtliche Lage: CBD ist legal, aber unterliegt Novel Food-Regeln; THC-Grenzwerte müssen eingehalten werden.
📌 Risiken & Wechselwirkungen: Mögliche Nebenwirkungen + Interaktionen mit Medikamenten → ärztliche Abstimmung empfohlen.

CBD – Von der Nutzpflanze zum natürlichen Heilmittel

Die Hanfpflanze gehört wahrscheinlich zu den ältesten Nutzpflanzen, welche die Menschheit kennt. Forscher fanden über verschiedene Kohlenstofftests heraus, dass Hanf um  8.000 v. Chr. bereits verwendet wurde. Über den  medizinischen Einsatz der Hanfpflanze wurde bereits ebenfalls vor 5000 Jahren berichtet.

 

CBD – was ist das? Definition & Abgrenzung zu THC

CBD Öl 2

CBD (Cannabidiol) ist ein natürlicher Pflanzenstoff aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) und gehört zur Gruppe der sogenannten Cannabinoide. Neben CBD sind bislang über 100 verschiedene Cannabinoide bekannt, von denen die beiden prominentesten CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) sind.

Im Gegensatz zu THC besitzt CBD keine berauschende oder bewusstseinsverändernde Wirkung. Genau diese Eigenschaft macht CBD für viele Menschen besonders interessant – insbesondere im gesundheitlichen und medizinischen Kontext.

 
 

Was ist CBD genau?

Cannabidiol ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das vor allem aus industriellem Nutzhanf gewonnen wird. CBD wirkt nicht direkt berauschend, sondern entfaltet seine Effekte über das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS) des menschlichen Körpers.

Dieses körpereigene Regulationssystem ist an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, unter anderem an:

  • Schmerzverarbeitung

  • Entzündungsreaktionen

  • Schlaf-Wach-Rhythmus

  • Stressregulation

  • Stimmung & emotionalem Gleichgewicht

  • Immunsystem

CBD beeinflusst das Endocannabinoid-System indirekt, indem es unter anderem Enzyme, Rezeptoren und Signalwege moduliert. Genau dieser sanfte, regulierende Ansatz unterscheidet CBD deutlich von klassischen psychoaktiven Substanzen.

THC vs. CBD – der entscheidende Unterschied

Obwohl CBD und THC chemisch verwandt sind, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Wirkung auf Körper und Psyche.

Merkmal CBD (Cannabidiol) THC (Tetrahydrocannabinol)
Psychoaktive Wirkung ❌ Nein ✅ Ja
Rauschzustand ❌ Nein ✅ Ja
Suchtpotenzial Nach aktuellem Wissensstand sehr gering Deutlich höher
Medizinische Nutzung Unterstützend, regulierend Stark wirksam, teils verschreibungspflichtig
Rechtlicher Status Unter bestimmten Bedingungen legal Streng reguliert

THC bindet direkt an die CB1-Rezeptoren im Gehirn, was zu der bekannten berauschenden Wirkung führt.
CBD hingegen bindet nicht direkt an diese Rezeptoren, sondern moduliert deren Aktivität – ohne ein „High“ auszulösen.

Warum wirkt CBD nicht berauschend?

Der entscheidende Punkt liegt in der Rezeptorbindung:

  • THC → starke Aktivierung der CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem

  • CBD → keine direkte Aktivierung, sondern regulierender Einfluss auf verschiedene Signalwege

Dadurch kann CBD potenziell beruhigend, entzündungshemmend oder ausgleichend wirken, ohne Wahrnehmung oder Bewusstsein zu verändern. Aus diesem Grund wird CBD häufig als „nicht berauschendes Cannabinoid“ bezeichnet.

CBD aus Hanf – woher stammt es?

Für frei erhältliche CBD-Produkte wird in der Regel zertifizierter EU-Nutzhanf verwendet. Diese Hanfsorten sind speziell darauf gezüchtet:

  • einen sehr niedrigen THC-Gehalt zu besitzen (unter 0,2–0,3 % je nach Gesetzeslage)

  • einen hohen CBD-Anteil aufzuweisen

Wichtig ist: CBD ist nicht gleich Cannabis. Entscheidend sind Pflanzenart, Cannabinoid-Profil und Verarbeitung.

Ist CBD ein Medikament?

CBD kann – je nach Produkt und Einsatz – unterschiedliche rechtliche und medizinische Einordnungen haben:

  • Als Arzneimittel: In bestimmten Fällen (z. B. Epilepsie) existieren zugelassene Medikamente auf CBD-Basis

  • Als Nahrungsergänzung oder Aromaöl: Hier gelten andere rechtliche Rahmenbedingungen (z. B. Novel-Food-Verordnung)

Nicht jedes CBD-Produkt ist automatisch ein Medikament – und nicht jede beworbene Wirkung ist wissenschaftlich belegt. Genau deshalb ist eine kritische, sachliche Einordnung besonders wichtig.

Kurz zusammengefasst

📌 CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus Hanf
📌 Es unterscheidet sich klar von THC durch fehlende Rauschwirkung
📌 CBD wirkt über das Endocannabinoid-System regulierend, nicht berauschend
📌 Die medizinische Forschung ist vielversprechend, aber nicht für alle Anwendungsbereiche abgeschlossen
📌 Qualität, Herkunft und rechtliche Einordnung sind entscheidend

 

CBD Wirkung – was sagt die Wissenschaft?

Die Frage nach der Wirkung von CBD (Cannabidiol) gehört zu den am häufigsten gestellten – und zugleich zu den komplexesten. Während CBD in der Öffentlichkeit oft als „Wundermittel“ dargestellt wird, zeichnet die wissenschaftliche Forschung ein deutlich differenzierteres Bild.

Fakt ist:
👉 CBD besitzt pharmakologisch relevante Eigenschaften,
👉 aber nicht jede beworbene Wirkung ist wissenschaftlich eindeutig belegt.

Wie wirkt CBD im Körper?

CBD entfaltet seine Wirkung hauptsächlich über das Endocannabinoid-System (ECS) – ein körpereigenes Regulationssystem, das eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts (Homöostase) spielt.

Das Endocannabinoid-System beeinflusst unter anderem:

  • Schmerzempfinden

  • Entzündungsprozesse

  • Schlafregulation

  • Stressreaktionen

  • Stimmung & Emotionen

  • Immunreaktionen

Im Gegensatz zu THC bindet CBD nicht direkt an die klassischen Cannabinoid-Rezeptoren (CB1 & CB2), sondern wirkt modulierend auf:

  • Rezeptoraktivität

  • Enzyme (z. B. Abbau körpereigener Endocannabinoide)

  • Neurotransmittersysteme wie Serotonin

Dieser indirekte Wirkmechanismus erklärt, warum CBD keinen Rausch auslöst, aber dennoch physiologische Effekte haben kann.

Wissenschaftlich belegte Anwendungsbereiche

🧠 CBD bei Epilepsie – gut belegt

Der bislang am besten wissenschaftlich untersuchte Einsatzbereich von CBD ist die Behandlung bestimmter seltener Epilepsieformen (z. B. Dravet- und Lennox-Gastaut-Syndrom).

  • Hier existieren hochwertige klinische Studien

  • In mehreren Ländern sind CBD-basierte Arzneimittel zugelassen

  • Die Anfallsfrequenz konnte in Studien signifikant reduziert werden

➡️ Dieser Bereich gilt als wissenschaftlich anerkannt.

Potenzielle Wirkungen – vielversprechend, aber nicht eindeutig bewiesen

In zahlreichen präklinischen Studien (Zellkulturen, Tiermodelle) sowie kleineren Humanstudien wurden weitere mögliche Effekte untersucht:

🔥 Entzündungshemmende Eigenschaften

CBD zeigt in experimentellen Studien entzündungshemmende Effekte, was es theoretisch interessant macht für:

  • chronisch-entzündliche Erkrankungen

  • Autoimmunprozesse

➡️ Klinische Belege am Menschen sind jedoch bislang begrenzt.

😌 CBD bei Stress & Angst

Einige kleinere Studien deuten darauf hin, dass CBD:

  • angstlösende Effekte haben könnte

  • Stressreaktionen abmildern kann

Diese Effekte werden u. a. mit der Beeinflussung des Serotonin-Systems in Verbindung gebracht.

➡️ Die Datenlage ist vielversprechend, aber noch nicht ausreichend für klare medizinische Empfehlungen.

💤 CBD und Schlaf

CBD wird häufig mit besserem Schlaf in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich zeigt sich:

  • mögliche indirekte Effekte über Stress- und Angstminderung

  • keine eindeutige schlaffördernde Wirkung im klassischen Sinne

➡️ CBD ist kein Schlafmittel, kann aber bei bestimmten Menschen unterstützend wirken.

🩹 Schmerzen & Nervensystem

CBD wird oft bei chronischen Schmerzen oder Nervenschmerzen eingesetzt. Studien zeigen:

  • mögliche schmerzlindernde Effekte in Tiermodellen

  • uneinheitliche Ergebnisse in Humanstudien

➡️ Noch keine ausreichende Evidenz für eine allgemeine Schmerztherapie.

Warum gibt es so widersprüchliche Aussagen zur CBD-Wirkung?

Die Gründe liegen vor allem in der Studienlage:

  • viele Studien sind präklinisch (Tier- oder Laborstudien)

  • kleine Teilnehmerzahlen

  • unterschiedliche Dosierungen

  • stark variierende Produktqualität

Zudem werden in der Öffentlichkeit häufig Erfahrungsberichte mit wissenschaftlichen Beweisen verwechselt. Beides ist nicht gleichzusetzen.

CBD ist kein Wundermittel – aber auch kein Placebo

Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich festhalten:

📌 CBD zeigt relevante biologische Wirkungen
📌 Einige Einsatzgebiete sind gut belegt, andere nur unzureichend erforscht
📌 Aussagen wie „CBD heilt alles“ sind wissenschaftlich nicht haltbar
📌 Gleichzeitig ist CBD kein wirkungsloser Stoff, sondern pharmakologisch aktiv

Gerade diese nüchterne Einordnung ist entscheidend für eine seriöse Gesundheitsaufklärung.

Wichtiger Hinweis zur Anwendung

Da CBD Wechselwirkungen mit Medikamenten haben kann (z. B. über Leberenzyme), gilt:

⚠️ Bei bestehenden Erkrankungen
⚠️ Bei Einnahme von Medikamenten
⚠️ Bei längerer oder hochdosierter Anwendung

➡️ ärztliche Rücksprache dringend empfohlen

 

Was ist ein CBD-Öl?

Viele denken an unerlaubte und schädliche Drogen, wenn sie das Wort Hanf oder Cannabis hören. Allerdings trifft dieses auf das im Handel erhältliche CBD-Öl nicht zu.

CBD-Öl wird aus dem industriellen Nutzhanf gewonnen, welcher durch seinen niedrigen THC-Gehalt legal angebaut werden darf.  Der interessante Wirkstoff, das Cannabidiol kommt dabei in besonders starker Konzentration im oberen Drittel sowie in den Blüten der Pflanze vor. Nach der Ernte werden die Pflanzenteile extrahiert oder auch für Auszüge in Öl eingelegt.

Durch das hitzefreie Extraktionsverfahren bleiben im Öl das komplette Pflanzenstoffspektrum sowie alle Phytocannabinoide, ausgenommen THC, erhalten. Hier können Sie weitere Informationen zum Thema CBD finden.

 

Qualität ist wichtig

CBD Öl 1

Alle CBD-Produkte sollten zu 100% natürlich hergestellt sein. Ein weiteres NoGo sind Pestizide, Fungizide, Herbizide, chemischen Düngemittel, gentechnisch veränderte Produkte oder  Wachstumshormone – diese haben in dem Öl nix verloren.

Zum Glück haben dies viele Firmen erkannt (z.B. Die Schweizer Firma Cibdol) und testen regelmäßig ihre Produkte auf andere Cannabinoide, Schadstoffe, gefährliche Bakterien, Pilze oder Schimmel. Dies ist aber auch unerlässlich, denn nur so ist eine ausreichende Qualität gesichert.

 

 

 

Wie wirkt CBD-Öl?

Auswahl der bedeutendsten, bislang erforschten Wirkungsmechanismen von CBD

  • CBD stimuliert wie Capsaicin den Vanilloid-Rezeptor Typ1. Diese Stimulierung könnte zu einer schmerzhemmenden Wirkung beitragen.
  • CBD bindet an den Nucleosid-Transporter-1 und verstärkt den Adenosin-Signalweg, wodurch es die vermehrte Neurotransmitter-Ausschüttung (Noradrenalin, Adrenalin) harmonisiert. Im Tierversuch wurde weiter durch CBD der Entzündungsparameter TNF-alpha reduziert.
  • CBD bindet an den GPR55-Rezeptor, wodurch die entzündungshemmenden Wirkung ergänzt wird.
  • Cannabinoide, einschließlich CBD, sind potente Radikalfänger und haben zellschützende Eigenschaften.

 

CBD-Öl – Anwendung

Zu den bekanntesten Anwendungsmöglichkeiten gehören:

 

Welche Dosierung von CBD Öl ist empfehlenswert?

Je nach Beschwerdebild kann die Dosierung sehr individuell ausfallen. Hier ein paar Empfehlungen bezüglich der Dosierung:

  • Bei leichten Beschwerden und Präventivmaßnahmen:  Für die erste Woche reichen jeweils morgens und abends drei Tropfen. Ab der zweiten Woche kann die Dosis auf fünf Tropfen erhöht werden. Dabei reicht  5% CBD Öl aus.
  • Leichte Schmerzen oder Schlafprobleme: 2 % Öl dreimal täglich jeweils drei Tropfen
  • Bei intensiven Beschwerden: Morgens und abends jeweils drei Tropfen. Ab der dritten Woche Erhöhung auf 3 x täglich fünf Tropfen. Auch hier hat sich das 5% Öl am besten bewährt.
  • Besonders schwere Beschwerden/Erkrankungen sowie Chemotherapie: In der ersten Woche 10% Öl jeweils morgens und abends vier Tropfen. Danach fünf Tropfen
  • Leichte Schmerzen oder Schlafprobleme: 2 % Öl dreimal täglich jeweils drei Tropfen

Steffen Gruß (Heilpraktiker)

Über den Autor: Steffen Gruß Steffen Gruß ist staatlich geprüfter Heilpraktiker mit eigener Fachpraxis in Bad Füssing / Bayern. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der klinischen Naturheilkunde ist er spezialisiert auf Diagnostik, asiatische Medizin und manuelle Therapie. Als Referent für Naturheilkunde und medizinisches Grundwissen gibt er sein Fachwissen regelmäßig an medizinisches Fachpersonal und Patienten weiter. Sein Ziel auf diesem Portal ist die evidenzbasierte Vermittlung von Alternativmedizin und moderner Ernährungslehre. Er ist Mitglied im Fachverband deutscher Heilpraktiker. Mehr erfahren: Steffen Gruß | LinkedIn | Über uns » Fachportal Gesundheit

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