Mikroplastik – Unsichtbare Gefahr

Gesundheitsproblem Mikroplastik

 

In allen Medien kann man immer wieder mal etwas über die Gefahr durch Mikroplastik hören oder lesen. Doch woher kommt eigentlich das Plastik und wie stark sind wir davon betroffen?

 

Mikroplastik

 

 

Was ist Mikroplastik

Als Plastik bezeichnet man synthetisch hergestellte, nicht-metallische Polymere mit hohem Molekulargewicht, welche aus sich wiederholenden Makromolekülen bestehen (Definition laut Wikipedia).

Der Begriff Plastik ist ein Überbegriff für unterschiedliche Kunststoffe unter den auch Gummi, Elastomere, Textilfasern und technische Fasern fallen.

 

 

Primäres und sekundäres Mikroplastik

 

Je nach Vorgeschichte und geplanten Verwendungszweck unterscheidet man Kunststoffpartikel, ob es sich dabei um primäres oder sekundäres Mikroplastik handelt.

 

  • Primäre Mikroplastik:
    • Kunststoffgranulate, die direkt als Produkt (z. B. Strahlmittel) oder als Produktzusatzstoff wie z. B. in Kosmetikprodukten verwendet werden.
    • Granulate, die für die industrielle Weiterverarbeitung bestimmt sind, zählen ebenfalls zum primären Mikroplastik.

 

  • Sekundäre Mikroplastik:

Sekundäres Mikroplastik entsteht durch die Fragmentierung größerer Plastikteile wie z. B. Plastikflaschen oder Kunststoff-Verpackungen. Ist Plastik Umwelteinflüssen wie Licht, Wärme, Salz, Bakterien etc. ausgesetzt, können dadurch biologische, physikalische und chemische Prozesse entstehen, welche die Struktur des Plastiks angreifen. Dadurch wird das Plastik spröde und leichter anfällig für weitere Zerkleinerungsprozesse.

 

Diese Prozesse finden im Grunde, sobald Plastik in die Umwelt gelangt, immer statt. Allerdings kann die Geschwindigkeit dieses Zerfalls je nach Umgebungsbedingungen (viel Sonnenlicht, starke Reibung z.B. durch Wellen oder Wind, Temperatur, usw.), stark variieren.

 




 

 

Verbrauch von Plastik in den letzten Jahrzehnten

 

Als Charles Goodyear 1839 das erste Mal aus Kautschuk, Schwefel und  Hitzeeinwirkung den ersten Gummi herstellte, konnte noch keiner sich vorstellen wie sich die Geschichte des Kunststoffes weiterentwickeln konnte.

Allein im Jahre1964 hat sich die Produktion von Plastik verzwanzigfacht und rund 50 Jahre später wurden schon weltweit 348 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr hergestellt. Experten prophezeien, dass sich die Menge des produzierten Plastiks in den nächsten 20 Jahren noch einmal verdoppeln wird.

 

Mikroplastik

 

 

Top-10-Quellen von Mikroplastik

 

In einer Studie haben Wissenschaftler untersucht, welche die häufigsten Verursacher und Quellen von Mikroplastik sind. Dabei  bewerteten Sie 51 unterschiedliche Quellen, bei denen Mikroplastik durch verschiedene Prozesse als Nebenprodukt erzeugt wurde.

 

Das sind die größten Quellen von Mikroplastik:

  1. Abrieb von Autoreifen
  2. Freisetzung bei der Abfallentsorgung
  3. Abrieb Bitumen in Asphalt (Bitumen ist ein Bestandteil von Asphalt, der aus Erdöl gewonnen wird)
  4. Pelletverluste
  5. Verwehungen von Sport- und Spielplätzen
  6. Freisetzung auf Baustellen
  7. Abrieb Schuhsohlen
  8. Abrieb Kunststoffverpackungen
  9. Abrieb Fahrbahnmarkierungen
  10. Faserabrieb bei der Textilwäsche

Allerdings gibt es noch einige weitere Quellen, wo Mikroplastik nicht als Nebenprodukt entsteht, sondern ganz bewusst verwendet wird. Dies ist z.B. bei der Herstellung von Kosmetik oder Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln sowie als Beimengung einiger technischer Produkte der Fall.

 

 

 

Was bewirkt Mikroplastik im menschlichen Körper

 

Österreichische Forscher vom Umweltbundesamt und der Universität Wien hatten Anfang 2019 zum ersten Mal Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben nachgewiesen. Durch diese Entdeckung, wurde der Beweis erbracht, dass es möglich ist, dass der menschliche Körper die winzigen Kunststoffteilchen  aufnehmen kann.

Eine Sache konnte durch diese Erkenntnis allerdings noch nicht klar beantwortet werden. Und zwar, welche gesundheitlichen Auswirkungen dies auf unseren Körper haben kann.

 

Wie kann uns Mikroplastik schaden?

 

In der Theorie ist es sehr wohl möglich, dass die aufgenommenen Kunststoff-Partikel im Körper Schaden anrichten können. Durch die Aufnahme können sowohl die Darmwand oder anderes Gewebe zu Schaden kommen, falls die Mikroplastikteilchen scharfe Ecken und Kanten haben sollten.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass sich Schadstoffe und andere Toxine gerne an Kunststoffe binden. Gelangen diese Verbindungen nun in unseren Verdauungstrakt, so können diese durch die Magensäure wieder getrennt und freigesetzt  werden. Dadurch wäre die Aufnahme von giftigen Stoffen in unseren Blutkreislauf möglich, welche auch wieder ausgeleitet werden sollten.

 




 

 

Mikroplastik im Blut

 

Wenn Plastikteilchen ins Blut gelangen oder sogar in Organen gespeichert werden, kann dies fatale Folgen haben. In Laborversuchen haben Wissenschaftler nachweisen, das z.B. das Wachstum und Fortpflanzungsrate von Flusskrebsen stark vermindert wurde und Regenwürmer in größerer Zahl starben.

In den meisten Fällen kamen die gesundheitlichen Schäden durch mechanische Verletzung von Organen oder durch andere Reizungen im Körper zustande. Noch unklar ist, ob Mikroplastik auch als eine Art Überträger für Viren oder Bakterien fungiert.

Weitere Studien unter Dieter Swandulla, Institutsdirektor der Physiologie II an der Universität Bonn, weisen auf durch diese Stoffe verursachte Krankheiten hin. Hier ist besonders der Stoff Bisphenol A zu erwähnen, dabei handelt es sich um ein synthetisches Hormon, welches als besonders gesundheitsschädlich gilt und eine östrogene Wirkung hat. Durch eine vermehrte Aufnahme von Bisphenol A kann zu  Fettleibigkeit, Diabetes und Herzkreislauferkrankungen führe.

Ein direkter, evidenzbasierter Zusammenhang von Krankheiten und der Aufnahme von Plastikchemikalien konnte noch nicht nachgewiesen werden. Allerdings existieren mittlerweile diverse Studien, die den Verdacht nahelegen.

 

Folgende drei Plastikformen sollten besonders gemieden werden:  

Polyethylenterephtalat (PET) – gibt die hormonell wirksame Substanz Bisphenol A ab

Polyvinychlorid (PVC) – gibt gesundheitsschädliche Weichmacher ab

Policarbonat (PC) – gibt die hormonell wirksame Substanz Bisphenol A ab

 

 

 

Mikroplastik in Kosmetik

 

Kunststoffe sind eine häufige Zutat bei der Herstellung von vielen Kosmetikprodukten. Sie werden in der Kosmetikindustrie als Schleifmittel, Bindemittel, Füllmittel und Filmbildner in flüssiger  Form oder als kleinste Mikroplastikpartikel verwendet.

Die verarbeiteten Kunststoffe gelangen nach der Verwendung der Kosmetikprodukte über das Abwasser zu den lokalen Kläranlagen. Besitzen diese keine geeigneten Filteranlagen, so gelangt das Mikroplastik letztendlich aus den Abwässern in die Umwelt und unsere Gewässer.

Leider ist es schwierig bis nahezu unmöglich herauszufinden, in welcher Form und Größe der Kunststoff in dem Produkt vorliegt, da es leider keinerlei Transparenz durch Kennzeichnungen gibt.

 

Die häufigsten Kunststoffe in Kosmetika und ihre Abkürzungen auf die man achten sollte:

  • Polyethylen (PE )
  • Polypropylen (PP )
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Nylon-12            (Nylon 12)
  • Nylon-6             (Nylon 6)
  • Polyurethan (PUR)
  • Acrylates Copolymer (AC )
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyacrylat ( PA)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polystyren (PS)
  • Polyquaternium (PQ)

 

 

 

Mikroplastik im Meer

 

Die Kosmetikindustrie leistet einen kleinen und vergleichsweise geringen Beitrag zur Umweltverschmutzung der Gewässer und Meere. Allein  über das Mikroplastik, welches sich in Peelings oder Duschgels befindet, gelangen rund 500 Tonnen solcher primärer Mikropartikel ,pro Jahr, in deutsche Gewässer.

Das hört sich jetzt viel an, allerdings ist dies nur ein Bruchteil der Schäden, welche durch die Zersetzung größerer Plastikteile im Meer entstehen.

Die mengenmäßig bedeutsamste Quelle für Mikroplastik im Meer sind große Plastikmüllteile, welche über Flüsse oder direkt ins Meer gelangen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Plastikflasche oder –tüte, ein altes Fischernetz oder sonstige größere Plastikabfälle handelt. Im Meer wird  dann das Plastik durch Wind, Wetter und Gezeiten zu sogenanntem sekundärem Mikroplastik zermahlen und zerkleinert.

 

Mikroplastik
Mikroplastik – Ein großes Problem für unsere Umwelt

 

Ca. sechs bis zehn Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion landen laut Studie, so in den Weltmeeren. Weltweit werden pro Jahr rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt (Stand 2013). Experten gehen davon aus, dass bis zu 30 Millionen Tonnen davon pro Jahr weltweit ins Meer gelangen. Allein in Europa, sollen es nach neusten Schätzungen, ca. 3,4 bis 5,7 Millionen Tonnen pro Jahr sein.

 

Die Umweltorganisation WWF hat dazu einen interessanten Informations-Flyer herausgegeben. Diesen können Sie hier herunterladen

 

 

 

 

Mikroplastik in Lebensmitteln

 

Kosmetik ist nicht die alleinige Quelle für Mikroplastik, der wir ausgesetzt sind. Auch Lebensmittel wie Meeresfrüchte (Muscheln), Meersalz, Honig, Bier und Mineralwasser sind immer häufiger von der Problematik betroffen.

Es konnten zwar Mikropartikel in einigen Fischarten nachgewiesen werden, allerdings gibt es über das Vorkommen von Mikroplastik in Lebensmitteln, bis jetzt nur wenig gesicherte Daten. Einzige Ausnahme dabei ist das Trinkwasser.

 

Mikroplastik im Trinkwasser

 

Mikroplastik im Leitungswasser ist vor allem in den USA ein Thema, wie die Analyseergebnisse zeigten. Hier war in mehr als 90 Prozent der Proben Mikroplastik zu finden. Annähernd ebenso belastet waren die Proben aus Indien und dem Libanon

 

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Glücklicherweise wiesen die europäischen Wasserproben am wenigsten Mikroplastik auf. Neben Frankreich und Großbritannien zählten die deutschen Proben zu den am wenigsten belasteten. Doch auch bei den deutschen Leitungswässern fanden sich in immerhin 72 Prozent der Proben Plastik-Partikel.

 

 

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Quellen:

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