Der Birkenporling

Bereits bei Ötzi fand sich ein Stück vom Birkenporling, den er vermutlich wegen seiner antibiotischen Wirkung bei sich trug.

Birkenporling

Der Birkenporling (Fomitopsis betulina, bis 2015 Piptoporus betulinus genannt) wächst auf abgestorbenen oder kranken Birkenstämmen.

Birkenporling

Der kissenartig gepolsterte Fruchtkörper kann einen Durchmesser bis zu 30 cm erreichen. Seine Farbe ist meist cremefarben bis ockerbraun. Als Jungpilz ist er in der Regel weiß.

Das Pilzmycel ist ebenfalls weiss, dickfleischig, elastisch und von der Konsistenz eines festen Schwamms. Später wird das Mycel korkig und zäh. Der Birkenporling besitzt eine knollenartige Struktur mit glatter Oberfläche und nicht konsolenförmig und konzentrisch rillig wie beim Zunderschwamm. Mit der Zeit wächst sich die Knolle tellerförmig aus, wobei sich der Ansatz zur Birkenborke hin jedoch stielartig verjüngt.

Birkenporling

Alte Pilze schmecken bitter bis sehr bitter. Ganz junge Pilze sind durchaus essbar wenn auch ihr säuerlicher bis fein bitterer Geschmack nicht gerade mundet. Mit dem Alter wächst die Bitterkeit (wie oft bei Menschen auch 😉), die auf Grund einer zunehmenden Konzentration von Agaricinsäure zustande kommt.

 

Verwechslung

Er kann mit dem gräulich aussehenden Zunderschwamm verwechselt werden, der allerdings ebenfalls eine blutstillende und antibakterielle Wirkung besitzt und gegen Magenverstimmungen, Blasenleiden und Menstruationsbeschwerden verwendet werden kann.

Birkenporling

Zunderschwamm

 

 

Inhaltsstoffe

  • Agaricinsäure (wird in der Lebensmittelchemie als Aromastoff, hauptsächlich bei Getränken, verwendet)
  • Polyporensäuren A, B und C
  • Hydrochinon
  • Indolalkaloide (zu diesen gehört auch Psilocybin)
  • Piptamin, Antibiotikum der Steinzeit
  • Tocopherol
  • Beta-Karotin
  • verschiedene B-Vitamine
  • Vitamin C
  • Eisen
  • Phosphor
  • Kupfer
  • Selen
  • Kalium
  • Fettsäuren, davon 77% ungesättigte, hauptsächlich Öl- und Linolsäure
  • Betulinsäure
  • Polyphenole
  • Beta-Glucane



 

Indikation (auch vorbeugend) und Wirkung

  • Antibakterielle Wirkung, nachgewiesen gegen Aspergillus flavus, Aspergillus fumigatus, Absidia orchidis, Bacillus subtilis, Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus (in dünne Scheiben geschnitten und auf Wunden gelegt wirkt er dort bakteriozid und blutstillend)
  • Antimykotische Wirkung gegen Candida krusei
  • antiviral,
  • entzündungshemmend
  • Unterstützend bei Herzleiden
  • blutstillend,
  • antioxidativ; wichtig als Antioxidanz (seine antioxidative Wirkung kann dazu genutzt werden, Metall und Silber vor Oxidation zu schützen)
  • Schweißhemmend durch Agaricinsäure
  • Schleimlösend
  • Beruhigend und stimmungsaufhellend
  • Magenschwäche,
  • Magenverstimmungen,
  • Magenreizungen,
  • Magenschleimhautentzündungen (Gastritis)
  • Magengeschwüren; soll angeblich bakteriozid auf die für Magengeschwüre mitverantwortlichen Bakterien Helicobacter pylori wirken.
  • anscheinend auch gegen Magen- und Darmkrebs durch die antihistamine und antibakterielle Wirkung.
  • Blähungen
  • Darmparasiten
  • Lebensmittelallergien
  • Unreine Haut, wie Pickel
  • Arthritis kann dergestalt beeinflusst werden, dass die Schmerzen effektiv gelindert und die Beweglichkeit der Gelenke verbessert wird.
  • Gegen Hautalterung
  • Beta-Glucane senken den Blutzuckerspiegel
  • Fördert Wuchs von Haaren und Nägeln

 

Nebenwirkungen

An sich keine bekannt. Sehr hohe Dosen von Agaricinsäure (dies bezieht sich auf Versuche mit der Reinsubstanz) können aber zu Hämolyse, also dem Gegenteil der Blutgerinnung, sowie zu Magen-Darmreizungen führen. Bei der Anwendung des Pilzmaterials wohl eher nicht.

 

Sammeln der Pilze

Der Pilz sollte nur geerntet werden, solange seine Unterseite noch weiß ist.  Also nur junge Birkenporlinge sammeln. Weist der Pilz schwarzbraune Flecken auf, ist von einer Verwendung abzuraten. Gesammelt werden kann der Birkenporling das ganze Jahr über. Die beste Jahreszeit liegt jedoch zwischen September und Dezember, weil er dann neue Fruchtkörper entwickelt.

 



 

Verarbeitung

Der Birkenporling kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Für letzteres den Pilz in kleine Würfel oder Scheiben (Brotschneidemaschine) schneiden und in einer Darre langsam trocknen. Die getrockneten Teile müssen strohtrocken sein und knacken wie Chips! Nur so ist der Pilz viele Jahre haltbar.

Birkenporling

 

Zubereitung des Birkenporling-Tees

Es wird frischer oder getrockneter Birkenporling (ca. 1 Esslöffel) klein geschnitten und für 30 Minuten in 1/2 Liter Wasser gekocht. Von dem Sud kann man 1 Esslöffel pro Tag einnehmen. Zwischenzeitliche Pausen sollten eingehalten werden, weil andernfalls ein Gewöhnungseffekt eintritt. Der Sud sollte innerhalb von 5 Tagen verbraucht sein. Danach einen neuen zubereiten und danach 1-2 weitere. Eine Kur sollte 15 bis 20 Tage dauern, denn sonst sind Bakterien wie der Heliobacter pyloris nicht ausreichend dezimiert. Danach eine mehrwöchige Pause einlegen. Will man den Tee vorbeugend zur Gesundheitsförderung einsetzen, empfiehlt sich obige Anwendung 2 mal im Jahr.

Der Tee, an dessen Geschmack man sich wohl erst gewöhnen muss, ist auch ein hervorragender Durstlöscher.

 

Herstellung einer Tinktur

Um eine Tinktur herzustellen gibt man 20 g getrocknetes Birkenporlingpulver in einen braunen Glaszylinder (Erlenmeyerkolben) und übergießt dieses mit 100ml 70 %igem Ethanol (man kann auch hochprozentigen Wodka verwenden). Diese Mischung über eine Woche an einen dunklen und kühlen Ort stellen. Danach ist die Tinktur fertig. Die Flüssigkeit wird nun abgefiltert und in eine braune Tropfflasche umgefüllt. Von dieser Tinktur gibt man 3 – 5 Tropfen in ein Glas Wasser und trinkt täglich 3 Gläser. Anwendungsdauer wie beim Tee.

 

Aufbewahrung

Am besten lagert man die getrockneten Stücke, die man auch zu Pulver verarbeiten kann (z.B. in einer Kaffeemühle), in einem dunklen Glas. So gelagert und trocken gehalten hält sich der Birkenporling jahrelang.

 

 

Literatur & Bezugsquellen über Amazon

 


Heilende Pilze: Die wichtigsten Arten der Welt im Porträt (*)

 

 

 

 

 

 

 


Apotheke der Heilpilze: Kompendium der Mykotherapie: Einsatzmöglichkeiten der wichtigsten Vitalpilze in Prävention und Therapie (*)

 

 

 

 

 

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