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Viele Menschen reagieren allergisch, wenn ihre Haut mit Latex in Kontakt kommt. Insgesamt leiden 2 bis 6 Prozent der Gesamtbevölkerung an einer Latexallergie. In medizinischen Berufen ist die Anzahl an Personen, die allergisch auf Latex reagieren, deutlich höher. Dort liegt der Anteil bei 10 bis 18 Prozent.

Welche Symptome für die Latexallergie typisch sind, warum die Allergie auftritt und wie Sie diese behandeln können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

 

Latexallergie erkennen: Welche Symptome können auftreten?

Wer an einer Latexallergie leidet, ist häufig von unterschiedlichsten Symptomen betroffen. Da es sich meist um eine reine Kontaktallergie handelt, zeigen sich die ersten Anzeichen meist an der Stelle, die mit dem Latex in Kontakt gekommen ist. Im medizinischen Bereich sind das vorrangig die Hände, da das Personal häufig Latexhandschuhe bei der Durchführung seiner Arbeiten trägt.

 

Bereits nach kurzer Zeit sind quaddelartige Schwellungen und Hautrötungen zu sehen. Die sogenannten Quaddeln sind minimal erhabene Schwellungen, die jucken und sich über weitere Körperstellen verteilen können, wenn es zum Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz kam. Wenn Sie nach dem Tragen von Latexhandschuhen solche Symptome bemerken, können Sie sich relativ sicher sein, dass Sie an einer Latexallergie leiden.

 

Weitere charakteristische Anzeichen einer Latexallergie sind

Latexallergie

  • Schwellungen der Nasen- und Augenschleimhäute,
  • eine laufende Nase,
  • vermehrte Tränenbildung,
  • allergisches Asthma,
  • Unwohlsein im Hals- und Rachenbereich,
  • Atemnot
  • und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt.

 

Ursachen und Risikofaktoren für eine Latexallergie

Die konkrete Ursache für die Entstehung der Latexallergie, bzw. Allergien allgemein, ist derzeit noch nicht final bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass die Entstehung einer Allergie auf die Wechselwirkung zahlreicher Faktoren zurückzuführen ist.

 

Forscher gehen davon aus, dass der frühe Kontakt mit latexhaltigen Produkten eine Allergie begünstigen können. Außerdem tritt die Allergie häufiger bei Menschen aus, die häufig mit Latex in Kontakt kommen. Aus diesem Grund sind insbesondere Personen, die in medizinischen oder pflegerischen Berufen tätig sind, von einer Latexallergie betroffen.

 

Neben dem Risiko für bestimmte Berufsgruppe gibt es noch weitere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch einer Latexallergie erhöhen. Wenn es in Ihrer Familie eine erbliche Veranlagung dafür gibt, an Allergien zu leiden, stellt dies einen wichtigen Risikofaktor dar. Das gilt auch für Menschen, die an einem Handekzem leiden oder sich aufgrund einer Erkrankung vermehrt Operationen unterziehen müssen. Konkret lässt sich hier die Krankheit Spina bifida nennen, die allgemein auch unter dem Namen „offener Rücken“ bekannt ist.

 

Wenn Sie an einer Latexallergie leiden, kann es beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel zu einer Kreuzallergie kommen. Häufig sind Personen, die allergisch auf Latex reagieren, auch auf Bananen, Mangos, Kiwis, Avocados, Mangos, Feigen, Buchweizen, Kartoffeln oder Papayas und Maracujas allergisch.

Latexallergie
Bananen und Latexallergie – oft besteht eine Kreuzallergie

 

 

Behandlungsoptionen und Therapiemöglichkeiten bei einer Latexallergie

Im Gegensatz zu einigen anderen Allergien, ist zur Behandlung der Latexallergie aktuell noch keine Hyposensibilisierung möglich. Daher ist es ratsam, dass Personen, die allergisch auf Latex reagieren, versuchen, möglichst auf Latex verzichten. Wenn Sie beispielsweise beruflich auf das Tragen von Einweghandschuhen angewiesen sind, können Sie alternativ hervorragend auf Nitrilhandschuhe oder Vinylhandschuhe zurückgreifen.

 

Beachten Sie jedoch, dass Latex auch in alltäglichen Gegenständen enthalten sein kann. Das sind beispielsweise Radiergummis, Wärmeflaschen, Kinderspielzeug, Luftballons, Sportschuhe oder Schwimmbrillen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sich vor dem Kauf über die Inhaltsstoffe zu informieren.

 

Ist die Latexallergie hingegen ausgebrochen und zeigen sich erste Symptome, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird Ihnen voraussichtlich Antihistaminika oder kortisonhaltige Präparate verschreiben, um die Beschwerden zu lindern. Je nach Stärke der Symptome kann es auch sein, dass Ihr Arzt auf die Injektion mit einer Spritze oder eine Infusion setzt, um eine schnelle antiallergische Wirkung zu erzielen. Als Allergiker ist es zudem immer sinnvoll, ein Notfallset bei sich zu haben. Dieses kann Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben werden und enthält klassischerweise ein Antihistaminikum, ein Kortison-Präparat sowie eine Adrenalin-Fertigspritze. Letztere sorgt dafür, dass sich Ihr Kreislauf stabilisiert, und erhöht Ihre Herzfrequenz sowie Ihren Blutdruck.

 

Fazit: Das Wichtigste zur Latexallergie in Kurzfassung

Bei der Latexallergie handelt es sich um eine verbreitete Allergie, die Sie nicht unterschätzen sollten. Die Ursachen der Allergie sind sehr komplex und bis heute noch nicht vollständig erforscht. Sollten Sie jedoch vermuten, allergisch auf Latex zu reagieren, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen. Mithilfe eines Bluttests wird er dies überprüfen können und Ihnen entsprechende Medikamente verordnen. Als Allergiker ist die Vermeidung von Gegenständen, die Latex enthalten, sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag, unverzichtbar. Glücklicherweise gibt es mittlerweile bereits viele latexfreie Alternativen, auf die Sie zurückgreifen können.

Steffen Gruss
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