Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

 

Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) gehört zu den Schachtelhalmgewächsen und kommt in ganz Europa, Asien und Nordamerika vor. Vor etwa 400 Millionen Jahren bildeten baumgroße Schachtelhalme ganze Wälder. Der gängigen Theorie nach sind zu großen Teilen aus ihnen unsere Steinkohlevorkommen entstanden.

Equisetum arvense ist die lateinische Bezeichnung für den Ackerschachtelhalm. Im Lateinischen bedeutet Equisetum „Pferdeschwanz“. Das Beiwort arvense beschreibt den Standort: auf dem Acker.

 

Ackerschachtelhalm

 

 

Andere Namen:
(Acker-)Zinnkraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schaftheu, Pfannebutzer, Scheuerkraut, Ackerhermus (Pommern) Ahnwop, Bandwisch, Falbenrock, Fegkraut, Gänsekraut, Papenpint, Papenpitt, kleiner Schafthalm, Schauergras, Scheuergras, Unnet, Unger, Duwacken, Wild, Katzenschwanz, Zinngras, Kannenkraut, Tannenkraut, Allosites arvense, Equisetum boreale

 

Der Ackerschachtelhalm ist auf Äckern, lehmigen feuchten Wiesenrändern, Gräben und Böschungen auf der Nordhalbkugel zu finden. Das Vorkommen in Südafrika, Australien und Neuseeland resultiert aus einer Einschleppung durch die Europäer.

Ackerschachtelhalm wurde von den Heilkräuterfreunden zur Heilpflanze des Jahres 1997 bestimmt

 

Vorsicht!

Verwechslungsgefahr besteht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm, der an feuchteren Stellen wächst. Beim Ackerschachtelhalm ist das unterste Glied der Seitenäste länger als die Scheide des Hauptsprosses.

 

 

Ackerschachtelhalm – Geschichte und Mythologie

 

Schon in der Antike war der Schachtelhalm in Griechenland als Heilpflanze bekannt. Die Griechen nannten ihn „hippuris“ (Pferdeschwanz) und Dioskurides empfahl die Pflanze als Blutstiller. Plinius der Ältere behauptete sogar, einen Stengel bloß in der Hand zu halten, lasse Blutungen aufhören.

In der griechischen Mythologie war es Prometheus, der den Menschen mit Hilfe eines Schachtelhalms das Feuer brachte. Gottvater Zeus wollte den Menschen das Licht und die Wärme vorenthalten. Doch Prometheus nahm einen langen Schachtelhalm und entzündete ihn an Helios Sonnenwagen. So konnte er mit Hilfe eines Schachtelhalms, das Licht und die Wärme zu den Menschen bringen.

In der Alchemie und Volksglauben war die Pflanze dem Saturn zugeordnet. Ließ man die Pflanze kopfüber über dem Bett trocknen, so schenkte sie dem Mann Fruchtbarkeit. Der Sud des Schachtelhalms dagegen half gegen Haarausfall und sollte den Männern helfen, die Gunst einer Frau zu erlangen.

 

Ackerschachtelhalm

 

In der Signaturlehre erinnerten die Nodi (Knoten) an den Aufbau der Wirbelsäule. Sie steckt voller Kieselsäure, so dass sie unter dem Mikroskop eher einem Kristall ähnelt. Daneben enthält die Pflanze aber auch große Mengen an Calcium, Magnesium und Eisen.

Verräuchert sollte nach altem Volksglauben der Schachtelhalm Schlangen anziehen, die für die Wahrsagerei genutzt werden konnten. Er öffnet sozusagen die Weisheit (Wahrsagekunst) und Geistigkeit der Erde, denn die Schlange gilt als das Symboltier Gaias.




Die Indianer Nordamerikas sollen ebenfalls mit aus Schachtelhalmen hergestellten Pfeifen Schlangen angelockt haben.

Eine Schachtelhalm Räucherung ordnet alte Strukturen und löst dadurch alte Verhaltensmuster auf. Sie bringt Licht in unser Bewusstsein. Neue Entscheidungen können getroffen und neue Gedanken zum Leben erweckt werden.

Ein im Volksmund häufig gebrauchter Name des Ackerschachtelhalms ist Zinnkraut. Beides ist also das gleiche. Man nutzte die stark kieselsäurehaltigen Stengel der Pflanz früher zum Reinigen des Zinngeschirrs.

 

Welche Wirkstoffe enthält Ackerschachtelhalm?

Ackerschachtelhalm enthält etwa

  • 10 % Kieselsäure, davon etwa 10% in wasserlöslicher Form
  • Flavonoide (hauptsächlich Glykoside von Kämpferol und Quercetin)
  • Derivate der Kaffeesäure (Dicaffeoyl-meso-Weinsäure, Caffeoylshikmimisäure)
  • weitere organische Säuren (Apfel-, Aconit-, Oxal- und Peptinsäure)
  • Kalzium, Kalium, Magnesium
  • geringe Mengen an Alkaloiden (Nicotin, 3-Methoxypyridin, Palustrin)
  • weitere Spurenelemente enthalten

 


Wie wirkt Ackerschachtelhalm?

 

Ackerschachtelhalm

Der Tee aus Ackerschachtelhalm-Kraut wird wegen seiner leicht harntreibenden Wirkung zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Nieren und Harnwege und bei Nierengries, sowie  auch zur Ausschwemmung von Ödemen, verwendet. Dadurch ist er eine gern gesehene Pflanze bei jeder Nieren Reinigungs- und Entgiftungskur.

Durch seine abschwellende Wirkung ist er auch zur Behandlung von chronischem Husten geeignet.
Ackerschachtelhalm weist immunstimulierende Effekte auf und stärkt das Verdauungssystem.
Wegen des hohen Kieselsäuregehaltes hat der Acker-Schachtelhalm eine stärkende Wirkung auf das Bindegewebe, er fördert den Stoffwechsel und die Durchblutung und wirkt blutstillend.




Äußerlich verwendet man Ackerschachtelhalmkraut bei der Behandlung schlecht heilender Wunden, in Bädern bei Frostschäden, Durchblutungsstörungen, Schwellungen nach Knochenbrüchen, rheumatischen Beschwerden sowie beim Wundliegen.

 

Ackerschachtelhalm – Zusammenfassung der Anwendungsmöglichkeiten

  • blutreinigend
  • blutstillend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend, Nierenreinigung
  • immunstärkend
  • abschwellend
  • verdauungsstärkend
  • stoffwechselfördernd
  • durchblutungsanregend
  • Blasen- und Nierenschwäche
  • Durchblutungsstörungen
  • Schwache Menstruation
  • Blutungen
  • Frostbeulen
  • Krampfadern
  • Rheumatische Schmerzen
  • Ödeme
  • Wunden
  • Hautentzündungen
  • Afterjucken

 

 

Ackerschachtelhalm – Rezepte und Anwendungen

 

Ackerschachtelhalm-Tee

Ackerschachtelhalm unterstützt die Aufnahme von Natrium und Magnesium im Körper.

Bei Husten wirkt der Tee zudem festigend auf das Lungengewebe.

Äußerlich wird Ackerschachtelhalm-Tee bei Nasenbluten und schlecht heilenden Wunden verwendet.

Für einen Tee wird das gesamte Kraut einer Pflanze geerntet und getrocknet. Alternativ lässt es sich auch frisch verwenden. Zur Herstellung des Tees übergieße einen Teelöffel des Krautes mit einem Viertelliter kaltem Wasser und lasse das Gemisch mehrere Stunden, am besten über Nacht, stehen. Am nächsten Tag den Aufguss kurz aufkochen und abseihen.

Solltest du vergessen haben, den Tee rechtzeitig anzusetzen, kannst du alternativ einen Teelöffel vom Ackerschachtelhalm mit einem Viertelliter Wasser aufkochen und 30 Minuten ziehen lassen.

Tinktur

So kann man sich eine Ackerschachtelhalm-Tinktur selber herstellen:

  1. Ackerschachtelhalm klein schneiden und in ein verschließbares Gefäß füllen.
  2. Mit mindestens 38-prozentigem Alkohol (Wodka, Korn etc.) übergießen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind und gut verschließen.
  3. Vier Wochen ziehen lassen.
  4. Immer wieder eventuell entstandenes Kondenswasser im Deckel abwischen, danach schütteln.
  5. Nach einem Monat durch einen Kaffeefilter oder ein feines Leinentuch filtern.
  6. In dunkle Flaschen füllen und beschriften.

Die Tinktur kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden.

 

Voll- und Teilbad

Zur äußerlichen Anwendung gib zwei Teelöffel der Pflanze auf einen Viertelliter Wasser und stelle daraus einen Aufguss her.

Ein Vollbad mit Ackerschachtelhalm kann bei Bindegewebsschwäche unterstützen, dafür wird ein starker Teeaufguss zum Badewasser gegeben.

Teilbäder helfen bei Entzündungen des Nagelbetts und bei offenen Wunden.

 

 

 

Literatur & Empfehlungen

Schachtelhalmkraut (1kg) Ackerschachtelhalm Zinnkraut Tee Schachtelhalm natürlich vom-Achterhof Kräuter und Gewürze(*)

 

 

 

 

 

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