Prostatavergrößerung – Symptome und Behandlung

Prostatavergrößerung – Symptome und Behandlung

 

Die gutartige (benigne) Prostatavergrößerung ist die häufigste urologische Erkrankung bei Männern. In der Regel vergrößert sich die Prostata ab dem 50. Lebensjahr. Bei über 60jährigen Männern zeigen 70 bis 80 Prozent Symptome einer Prostatavergrößerung.

Ist die Prostata vergrößert, führt dies am häufigsten zu Problemen beim Wasserlassen. Ein schwacher Harnstrahl, häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen mit kleinen Mengen gehören dazu. Diese Symptome können ebenso bei anderen Erkrankungen auftreten und sind nicht spezifisch für die Prostatavergrößerung, weshalb die Ursachen abgeklärt werden müssen.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

 

Auch bei nur leichten Beschwerden, die nach einiger Zeit nicht von selbst verschwinden, ist der Besuch beim Urologen sinnvoll. Ein Urologe misst Harndruck und die Restmenge des Urins, der in der Harnröhre verbleibt. Mit einer Tast- oder Ultraschalluntersuchung kann der Arzt die Größe der Vorsteherdrüse bestimmen. Im Normalzustand sitzt die kastaniengroße Drüse unter der Harnröhre und umschließt die Harnröhre. Vergrößert sie sich, verengt sie den Harngang und führt zu den genannten Beschwerden. Ist die Menge des Restharns unbedenklich, reichen regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt. Doch auch in diesem Stadium gibt es Mittel, die der Krankheit entgegenwirken.

Fünf Mittel bei leichten Beschwerden:

– Präparate aus Kürbiskernen
– Präparate aus Sägepalmenfrüchten
– Präparate aus Brennnesselwurzel
– Beckenbodentraining
– Blasentraining bei vermehrtem Harndrang mit kleinen Urinmengen

 

Medikamente und Operationen

 

Im Verlauf der meist schleichenden und unentdeckten Krankheit verstärkt sich die Muskelschicht in der Blase, weil sie gegen den Widerstand der größeren Prostata drückt. Trotzdem bleibt eine immer größere Menge Restharn in der Blase, was die Blase permanent überdehnt. Daraufhin baut das Organ Muskeln ab, was Blasensteine und Blasenentzündungen begünstigt. Mitunter kann sich der Urin bis in die Nieren zurückstauen und sie dauerhaft schädigen.

Gängige Medikamente zur Behandlung einer leichten Prostatavergrößerung sind Alpha-Blocker. Sie entspannen das Gewebe der vergrößerten Prostata und Harnröhre. Sie verändern jedoch das Größenwachstum der Prostata nicht.
Ist die Prostata stark vergrößert kommen 5-Alpha-Reduktase-Hemmer zum Einsatz, die das Volumen der Vorsteherdrüse durch Hormone verkleinern.
Führt die medikamentöse Therapie zu keinen Verbesserungen, kann eine Prostata Operation notwendig sein. Es gibt verschiedene Operationsverfahren.

 

 

Prostatavergrößerung

 

Die Ausschälung der Prostata ist das Standardverfahren. Das Gewebe wird endoskopisch durch die Harnröhre mit einer Hochfrequenz-Schlinge abgetragen und die Wunde direkt verschorft. Die gute Erfolgsquote ist dokumentiert. Die Erfolgsaussichten liegen bei über 90 Prozent.
Eine alternative Methode ist, das Gewebe mithilfe von Laserstrahlen zu entfernen. Auch hier erfolgt der Eingriff durch die Harnröhre. Das Gewebe wird entweder verdampft (herkömmliche Laser) oder herausgeschnitten (Lichtskalpell).
Es existieren weitere Operationsverfahren, wie Embolisation oder Wasserdampfablation, die schonend Gewebe entfernen und von Krankenkassen übernommen werden. Langzeitstudien fehlen bei diesen relativ neuen Verfahren jedoch.

Eine Operationen der Prostata kann Nebenwirkungen mit sich bringen. Während und nach der Operation kann es zu Blutungen kommen. Inkontinenz und Erektionsstörungen treten häufig, aber oft nur vorübergehend auf. Dies kann jedoch einige Monate dauern. Um die Nebenwirkungen einer Operation zu verringern, hilft nur die regelmäßige Vorsorge ab dem 45. Lebensjahr.

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