Pflegenotstand – Wer kümmert sich um die Alten

Die Angst vor einem Pflegenotstand in Deutschland wird immer größer

 

Wir werden immer älter und das hat auch seine Folgen. die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird immer größer, was sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern wird. So ist es unausweichlich, das es in Zukunft auch immer mehr Menschen geben wird, welche auf qualifizierte Pflegekräfte angewiesen sind. Allerdings steuern wir immer mehr auf einen Pflegenotstand zu, wodurch uns eben genau diese dringend gebrauchten Helfer  fehlen werden.

 

Alleine die zahlreichen politischen Debatten über das Thema zeigen, dass der Pflegenotstand in Deutschland ein erstzunehmendes Thema ist. Laut der Gewerkschaft ver.di fehlen in Deutschland jetzt bereits über 70.000 Pflegefachkräfte und der Deutsche Pflegerat prophezeit , dass bis zum Jahr 2030 ca. 300.000 Pflegekräfte fehlen werden.

Der Pflegenotstand in Deutschland hat zur Folge, dass Pflegebedürftige oft keinen Platz mehr in einem Pflegeheim bekommen oder sogar in Krankenhäusern vernachlässigt werden.

 

 

Entwicklung der Zahl Pflegebedürftiger

In Millionen, Prognose ab dem Jahr 2020 

Quelle: BARMER GEK Pflegereport 2014

 

 

Bekannte Ursachen für den Pflegenotstand heute

 

Der Pflegenotstand in Deutschland ist nicht erst seit gestern ein Thema, sondern sorgt schon seit Jahren für Unruhe. Allerdings haben wir diesen, laut der Meinung von Experten, oft selbst verschuldet.

 

Ursachen für den Pflegenotstand:

  • Berufe im Pflegebereich sind oft kräftezehrend und anstrengend, denn es gibt nicht genug Pflegefachkräfte
  • geringfügige Bezahlung
  • zu wenig Anerkennung

Aufgrund dieser Ursachen befindet sich die Pflegebranche in einem Teufelskreis. Denn die größer werdenden Belastungen, die geringfügige Bezahlung und zu wenig Anerkennung machen die Berufe in der Pflegebranche alles andere als attraktiv.

Aber das ist noch nicht alles. Durch die Unterbesetzung  der Pflegekräfte und die daraus resultierende Mehrbelastung, kommt es zu noch mehr Ausfällen. Hohe Krankheitsausfälle, übermäßige Erschöpfung oder verkürzte Arbeitszeiten sind die Folge.

 

 

Maßnahmen gegen den Pflegenotstand

 

Der Beruf der Pflegekraft muss attraktiver gestaltet werden. Nur so kann langfristig davon ausgegangen werden, dass genügend Pflegekräfte für eine bedarfsgerechte Pflege in Deutschland zur Verfügung stehen. Um dies zu erreichen, stehen zahlreiche Vorschläge in der Diskussion:

  • besseren Bezahlung, gehören auch
  • Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Selbstverwaltung der Pflege im Gesundheitswesen.  Das bedeutet, Pflegeberufe bestimmen selbst, was Pflege und Betreuung ist und wie sie diese Bereiche gestalten und definieren. Dadurch schützen sie die Bevölkerung zum Beispiel vor unsachgemäßer Pflege. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter der Pflegeberufe  zufriedener da sie sich durch das Mitspracherecht anerkannter und ernst genommener fühlen.
  • niedrigeres Renteneintrittsalter für Pflegeberufe ab 60 Jahren
  • eventuell höhere staatlich und betrieblich geförderte Rentenansprüche

 

 

Pflegekräfte aus dem Ausland

 

Im Bundesgesundheitsministerium sieht man den Einsatz von ausländischen Fachkräften ebenfalls als Alternative. Anfang Juni 2019 hat der Bundestag ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen, mit dem ausländischen Facharbeitern die Einreise und das Arbeiten in Deutschland erleichtert werden soll.

Im Moment kommen die gut 150 000 Pflegekräfte aus Polen, Osteuropa, Philippinen und noch wenige aus Tunesien.

Mexico ist ebenfalls ein interessantes Land für neue Pflegekräfte, da in dem mittelamerikanischen Land zurzeit ein Überangebot an qualifizierten Pflegekräften herrscht. Dies will auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausnutzen, indem er in Mexiko für ausgebildetes Personal, für den Einsatz in deutschen Kliniken und Pflegeeinrichtungen, wirbt.

 

 

Fazit

Das Problem Pflegenotstand wird nicht auf die Schnelle,  ohne große Inventionen sowie Umstrukturierungen zu meistern sein. Veränderungen der bisherigen Strukturen sind dabei unumgänglich.

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