Wasserlinsen – ein Beitrag zur Welternährung

 

 

Der Schrecken eines jeden Teichwirts ist die Wasserlinse, auch Entengrütze genannt. Denn ihr dichter Teppich erstickt fast alles unter ihr. Es mag Frösche, Fische und Enten freuen, denen die Wasserlinse als Nahrung dient, Unterwasserpflanzen nicht. Denn es dringt kaum noch Sonnenlicht ins Wasser, dessen Sauerstoffaustausch wird erschwert und das Wasser erwärmt langsamer, ein Umstand, der wechselwarmen Tieren nicht zugute kommt. Die erhebliche Biomasseproduktion durch absterbende Sprossen sorgt außerdem zur Verschlammung des Gewässers.

Da sich Wasserlinsengewächse besonders gut bei nährstoffreichem Wasser vermehren und Stickstoff wie auch Mineralien binden, eignen sie sich gut zur Klärung von Teichen. Das ist jedoch nicht der einzige Aspekt, der die Gewächse interessant macht. Weit wichtiger sind die Inhaltsstoffe und ihr rasches Wachstum. Man weiß, dass die Wasserlinsen nicht nur für Frösche, Fische und Enten als Nahrung geeignet sind, sondern auch als Tierfutter in der Nutzviehproduktion.

 

Allerdings nicht nur dort, in Asien dienen sie den Menschen seit längerem als Grundstoff in der Nahrungsmittelproduktion. Genau hier könnte sich eine zusätzliche Quelle zur Welternährung öffnen.

Analysen ergaben nämlich folgendes:

Proteingehalt von bis zu 35 % (das ist der siebenfache Gehalt im Vergleich zu Soja und der doppelte zu einem Steak)

Fettgehalt bis 7 %

Stärke bis 10 % der Trockenmasse

Kohlenhydrate 17%

Sie enthalten alle essentiellen Aminosäuren (Lysin ca. 4,8%, Methionin 2,7%)

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 48-71%, wovon ein großer Teil aus Omega-3-Fettsäuren besteht. Auch das Verhältnis der Omega-3- zu den Omega-6- Fettsäuren entspricht optimal den Anforderungen für den menschlichen Verzehr.

Der Mineralstoffgehalt hängt von der Kultivierung, also von der Zusammensetzung des Wassers ab und ist je nach Bedarf gut manipulierbar. Außer Mineralien beinhalten die Wasserlinsengewächse reichliche Mengen an Antioxidantien (Lutein, Zeaxanthin und Tocopherole) und Phytosterole (senken den Cholesteringehalt).

 

Nutzen der Wasserlinsengewächse

Man würde also mit den Wasserlinsengewächsen (37 Arten) sinnbildlich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

  1. Beitrag zum Umweltschutz durch Entgiftung stickstoffreicher Gewässer. 
  2. Optimale Ressourcen- und Flächennutzung sowie Schonung landwirtschaftlicher Böden.
  3. Beitrag zur ausgewogenen Welternährung (durch geringen Eigengeschmack ideal als Grundlage für Lebensmittel).
  4. Biomasse kann zur Erzeugung von Biokraftstoff verwendet werden oder als Dung in der Landwirtschaft.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.