Gastritis und Magengeschwür – ein Erfahrungsbericht

Wir möchten hier den Erfahrungsbericht einer Leserin wiedergeben.

Magenschleimhautentzündung (Gastritis) und Magengeschwür (ulcus ventriculi)

Ich bin 58 Jahre alt und wiege 72 kg (Frustessen). Durch viel Stress und ein zusätzlich eintretendes tragisches Ereignis bekam ich Probleme mit dem Magen. Immer wieder traten erst Magendrücken, Magenschmerzen und dann stichartige Krämpfe auf, vor allem wenn ich Orangensaft, Kaffee oder Alkohol trank. Ich mied diese Getränke folglich und konnte so eine Linderung bewirken. Aß ich jedoch Fleisch, Bohnen oder Salat mit Essig oder andere gesäuerte Lebensmittel, traten die Schmerzen erneut auf, vor allem vertrug ich keine Vollkornprodukte.

Mein Arzt meinte, ohne mich weiter zu untersuchen, Ursache sei das Helicobacter pylori, ein Bakterium, das meine Magenschleimhaut angreifen würde. Er verschrieb mir daraufhin für sieben Tage die Antibiotika Clarithromycin plus Amoxicillin. Zusätzlich sollte ich einen Säurepuffer einnehmen, den Namen weiß ich jetzt nicht mehr. Zur Ernährung sagte er mir nur soviel, dass ich Fleisch, Essig, Kaffee und Fruchtsäfte meiden solle.

Der Zustand änderte sich jedoch nur leicht und nur für kurze Zeit.

Da dies schon mein vierter Besuch beim selben Arzt war, ohne dass weitere Gespräche oder Beratungen erfolgten, beschloss ich nun einen weiteren Arzt, einen Spezialisten, zu Rate zu ziehen.

Dieser untersuchte mich genau, stellte neben einer Magenschleimhautentzündung ein kleines Magengeschwür fest und beriet mich zu meiner Überraschung sehr ausführlich, vor allem was meinen Kummer anging. Zusätzlich gab er mir einen genauen Ernährungsplan mit vielen Lebensmitteln, die ich meiden sollte und anderen, die ich bevorzugt essen sollte. Zu letzteren gehörten Rote Bete Saft, Grünkohl, Rosenkohl, Kartoffeln, eigentlich die meisten Gemüsesorten. Er sprach von einer basischen Ernährung und gab mir ein kleines Merkheft mit.

Zum Helicobacter pylori meinte er, man müsse, um diesen völlig zu eliminieren, eine höhere Dosierung mit einem anderen Antibiotikum ansetzen. Vor allem sei nach seiner Meinung die Anwendungsdauer zu kurz gewesen. Er wisse zwar, dass dies der Standardbehandlung entspräche, was nach seiner Erfahrung jedoch unzureichend sei.

Ich erhielt jetzt ein Rezept für Doxycyclin. Jedoch sollte ich, anders als auf der Verpackung beschrieben, gemäß meinem Gewicht von 72 kg anstatt einer Tablette pro Tag mit 200 mg Wirkstoff, 3 Tabletten am Tag einnehmen und das über den Zeitraum von 21 Tagen.

Um eine optimale Bioverfügbarkeit zu erreichen ist es wichtig, im Zeitraum von vier Stunden vor bis vier Stunden nach der Einnahme keine calciumreichen Nahrungsmittel (Milchprodukte, hartes Wasser) zu sich zu nehmen, denn Calcium bildet mit allen Tetracyclinen, zu denen auch Doxycyclin gehört, sogenannte Chelatkomplexe, die eine Resorption beeinträchtigt. Um das Calcium anderweitig zu binden, kann man zitronensäurehaltige Fruchtsäfte trinken.

Das war jetzt vor zwei Jahren. Seitdem habe ich keinerlei Probleme mehr mit meinem Magen. Ich kann wieder Kaffee trinken, allerdings bevorzuge ich säurearmen italienischen Espresso, und normal essen. Wobei ich sagen muss, dass ich mich noch weitgehend an die Ernährungsratschläge des Facharztes halte, keine Vollkornprodukte esse, die mir früher schwer im Magen lagen, keinen Orangensaft trinke, dafür viel Gemüse und Kartoffeln esse.

Soweit der Erfahrungsbericht einer Leserin.

Anmerkung von uns zur Dosis: Auf den meisten Beipackzetteln steht eine ähnliche Dosierungsangabe für den Menschen:„Jugendliche über 50 kg Körpergewicht und Erwachsene unter 70 kg Körpergewicht nehmen am ersten Tag 1 Tablette mit 200 mg Doxycyclin ein und an den folgenden Tagen je ½ Tablette.“

Vergleicht man diese Dosierung mit Dosisangaben bei Tieren, z.B. beim Schwein, wundert man sich, wie hoch dort dosiert wird. Die Tagesdosis liegt dort bei 20,0 mg Doxycyclin/kg Körpergewicht. Das entspräche bei einem 80 kg schweren Menschen einer Dosis von 1,6 g Doxycyclin pro Tag.

Anmerkung von uns zum Helicobacter pylori: Das Bakterium Helicobacter pylori siedelt sich bevorzugt in der Magenschleimhaut an. Dort erstmal eingenistet, produziert es das Enzym Urease, welches die Magenschleimhaut dahingehend beeinflusst, dass deren Belegzellen vermehrt Salzsäure produzieren, was zu einer Übersäuerung des Magens führt.

Wissenschaftler vermuten, dass eine Infektion mit dem Bakterium durch verunreinigte Nahrung und Wasser sowie durch Haustiere erfolgt. Unterstützt wird diese These dadurch, dass in Deutschland ca. 30 Prozent der Bevölkerung mit dem Bakterium befallen sind. In Entwicklungsländern hingegen, in denen der Hygienestandard weit geringer liegt, etwa 70 Prozent betroffen sind.

Während beim gesunden Menschen eine Infektion mit Helicobacter pylori meist symptomlos verläuft, kann sich das Bakterium bei geschädigter Schleimhaut durch Stress, Kummer oder Angst in diese einnisten.

Statistiken ergaben, dass chronische Magenschleimhautentzündungen zu etwa 80 Prozent bakterieller Ursache seien. Selbst für Magengeschwüre sei der Helicobacter pylori zu 75 Prozent verantwortlich. Und bei Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulcus duodeni) seien sogar 99 Prozent der Erkrankten mit Helicobacter pylori infiziert. 

Als primär ursächlich muss jedoch in fast allen Fällen eine schlechte Verfassung sowie ein schlechtes Immunsystem angesehen werden, hervorgerufen durch psychische (Stress, Depressionen u.a.) oder toxische (Lebensmittelgifte, Medikamente) Belastungen.

Zur Eiweißverdauung wird im Magen Salzsäure produziert. Wer also vermehrt eiweißreiche Nahrung zu sich nimmt, muss damit rechnen, einen erhöhten Säurespiegel im Magen zu provozieren. Dieser führt bei geschädigter Magenschleimhaut zu Schmerzen.

Medikamente, die die Magenschleimhaut angreifen:

  • nichtsteroidalen Antiphlogistika wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Diclofenac. 
  • Kortison (Glukokortikoiden) 

 

Zur basischen Ernährung lesen Sie mehr hier:

https://fachportal-gesundheit.de/wp-content/uploads/2016/12/Azidose.pdf

 

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