Gesundheit am Arbeitsplatz – was ist zu beachten?

Generell ist es im Interesse aller Parteien, dass nicht-selbstständig Angestellte möglichst nicht krank werden. Um dies zu unterstützen und die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern, haben Arbeitgeber und Betriebsräte nicht nur viele Optionen, sie sind auch in der Pflicht, die Gesunderhaltung zu fördern. Dabei ist in vielen Betrieben durchaus noch mächtig Luft nach oben. Ein Großteil der langfristigen Krankschreibungen geht bereits auf psychische Ursachen zurück – aber auch hier obliegt es dem Betrieb, ideale Rahmenbedingungen zu schaffen. Was Unternehmen tun können und welche Möglichkeiten allgemein bestehen, verrät dieser Artikel.

 

Abbildung 1:Arbeits- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz umfasst mehr als nur Sicherheitskleidung – es geht auch um gesundheitliche Aspekte.

 

 

Arbeits- und Gesundheitsschutz

 

Jeder Arbeitgeber muss für eine gesunde Arbeitsatmosphäre sorgen. Dies beginnt übrigens nicht nur bei der Ausstattung, sondern auch beim Umgang mit leichten Erkrankungen. Um die Brückentags-, Montagskrankheiten einzudämmen, gehen immer mehr Betriebe hin und geben Boni aus für diejenigen, die nie krank sind. Das Problem: Etliche Arbeitnehmer kommen nun auch mit starken Erkältungen oder gar der Grippe ins Büro. An dieser Stelle ist der Arbeitgeber eigentlich verpflichtet, jeden anderen Mitarbeiter vor dem Erkrankten zu schützen. Ansonsten gilt:

 

  • Schadstoffe – wird in dem Betrieb mit Schadstoffen gearbeitet, müssen die gängigen Sicherheitsregeln sichergestellt und dauerhaft beachtet werden. Mitarbeiter in der Verwaltung sollten beispielsweise gar keinen Kontakt mit den Stoffen haben.
  • Unfallschutz – generell müssen Unfallmöglichkeiten in allen Betrieben eingedämmt werden, so gut es geht. Auf Baustellen bedeutet das, dass sämtliche Schutzvorkehrungen getroffen werden müssen, aber auch im typischen Büro müssen Unfallstellen vermieden werden. Stolperfallen gehören nicht in die Laufwege, Geländer müssen fest verankert sein, Treppen und Bereiche rutschfest gestaltet sein.
  • Ergonomie – der Arbeitgeber muss jedem sitzenden Mitarbeiter die Möglichkeit geben, ergonomisch gesund und korrekt sitzen zu können. Das heißt, dass die Bürostühle den entsprechenden Anforderungen entsprechen, die Tische möglichst höhenverstellbar sind und dass im besten Fall auch Stehpulte vorhanden sind.

 

Auf der anderen Seite ist auch der Mitarbeiter angehalten, seine Gesundheit zu schützen. Das heißt natürlich, dass er in einer möglichst aufrechten und geraden Position sitzt und sich zwischendurch immer wieder bewegt. Zudem gilt:

  • Achtsamkeit – auch nach langjähriger Mitarbeit dürfen Mitarbeiter nicht unvorsichtig werden. Ein Schadstoff ist auch nach zehn Jahren Umgang immer noch schädlich. Auf die Schutzvorrichtungen zu verzichten, ist grob fahrlässig.
  • Zwei Mal schauen – auf Baustellen müssen Mitarbeiter dauerhaft genau hinschauen, ob die Sicherheitsvorschriften von ihnen selbst eingehalten werden. Hier geht es nicht allein um die eigene Person, sondern auch um die Kollegen. Nur, weil Mitarbeiter A weiß, dass das Geländer wackelt, weiß B noch lange nicht Bescheid.
  • Krankheiten – wer krank ist, gehört ins Bett und nicht ins Büro. Anstatt mit Husten und Schnupfen ins Büro zu kommen und munter die Viren zu verteilen, sollten Mitarbeiter lieber überlegen, ob sie nicht notfalls im Home-Office ihre Arbeit verrichten können, wenn sie sich denn arbeitsfähig fühlen.

 

 

Psychische Probleme am Arbeitsplatz

 

Ein Großteil der Krankschreibungen geht heute auf psychische Probleme zurück. Das Problem hierbei ist, dass es weiterhin ausreichend Vorgesetzte und Kollegen gibt, die glauben, dass »sich einmal zusammenzureißen« alle Probleme löst. Dabei gibt es sehr viele Probleme, die ihren (Mit-)Ursprung am Arbeitsplatz finden können. Und bei vielen dieser Probleme ist der Unternehmer an sich gefragt. Aber was können Betroffene tun? Ein Überblick:

  • Hilfe holen – unabhängig davon, ob sich jemand ständig überfordert fühlt, ob er gemobbt wird oder aufgrund diverser Auslöser unter Depressionen leidet, ist die Hilfe das erste Gebot. Ohne Hilfe geht es nicht, denn psychische Probleme lassen sich weder wie bloße Kopfschmerzen behandeln, noch gehen sie jemals vollständig weg. Um bei Überforderung, Mobbing oder Depression aus der Situation herauszukommen, sollte immer der Arzt aufgesucht werden.
  • Probleme ansprechen – im nächsten Schritt werden die Probleme angesprochen. Dies gilt natürlich insbesondere für Überforderung und Mobbing. Kein Vorgesetzter kann etwas unternehmen, wenn er nichts vom Problem weiß. Und bei Mobbing muss er informiert werden. Ist der Vorgesetzte der Auslöser, sollte der Betriebsrat oder einer der obersten Chefs eingeschaltet werden.
  • Lösungen – Betroffene müssen in jedem Fall einen Gang zurückschalten. Burn-out wird nicht morgen besser, auch eine Depression geht nicht über Nacht oder mit einer Tablette weg. Hier helfen nur Therapien und Gespräche. Bei Mobbing lässt sich eine Lösung finden, denn der Beschuldigte muss gemaßregelt werden. Trotzdem empfiehlt es sich, auch als Mobbingopfer eine Therapie anzufangen, um das Erlebte zu verarbeiten.

 

Bei psychischen Problemen, die auf privaten oder krankhaften Gründen beruhen, ist der Arbeitgeber natürlich nicht in der Pflicht. Anders sieht es aus, wenn ein Burn-out oder gar Mobbing vorliegen:

 

  • Burn-out – es ist unerheblich, ob die Überlastung an der Person oder der allgemeinen Überlastung liegt. Es muss eine Lösung gefunden werden. Müssen Mitarbeiter in der Abteilung ständig Überstunden schieben, müssen neue Kräfte eingestellt werden. Gleichzeitig sollte geschaut werden, warum die Arbeit nicht zu bewältigen ist. In vielen Betrieben sind die Strukturen schlichtweg so umständlich, dass sie Stunden in Anspruch nehmen, obwohl die Arbeit in der Hälfte der Zeit erledigt werden könnte.
  • Mobbing – bei Mobbing ist ein Arbeitgeber verpflichtet, mit der Meldung tätig zu werden. Der Betriebsrat kann mit ins Boot geholt werden, dennoch darf nicht vergessen werden, dass Mobbing ein Strafstandbestand ist. Wichtig ist die Aufklärung – selten ist es nur ein einziges Opfer, selten ist es nur ein einziger, der sich am Mobbing beteiligt.

 

In kleinen Unternehmen ist Mobbing häufig kompliziert und schwer für den Betroffenen zu klären. Daher gilt: Ist der Betrieb sehr klein und schaut selbst der Inhaber bei demütigenden Aktionen oder Beleidigungen fort, sollte Anzeige erstattet werden. In diesen Betrieben ist es ohnehin schwer möglich, als Mobbingopfer noch einmal zurückzukommen.

 

Abbildung 2: Mobbing und andere psychischen Probleme am Arbeitsplatz sind ebenso wichtig. Betroffene sollten Alarmsignale beachten.

Siehe dazu auch:

 

Fazit – beide Seiten sind in der Pflicht

Arbeitgeber müssen natürlich die Rahmenbedingungen schaffen, die dafür sorgen, dass Mitarbeiter gesundheitlich geschützt werden. Sie müssen Pausenräume, ergonomische Arbeitsplätze, Sicherheitsbereiche schaffen und Schutzausrüstungen stellen. Auf der anderen Seite sind auch Angestellte gefragt, sich so zu verhalten, dass sie gesund bleiben. Das bedeutet auch, nicht mit triefender Nase und hustend ins Büro zu kommen.

 

 

 

Bildquellen:

Abbildung 1: @ succo (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.