Schönheitsoperationen: Machen Sie einen wirklich jünger?

Schönheitsoperation: Machen Sie einen wirklich jünger?

 

 

Viele Menschen spielen mit dem Gedanken, sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. Ein Thema, das immer wieder sehr kontrovers diskutiert wird. Auch in den Medien finden sich regelmäßig Berichte, wie solche Eingriffe das Leben der Patienten nachhaltig verändert haben – zum Besseren oder zum Schlechteren.

 

 

 

Der Begriff „Schönheitsoperation“ ist jedoch bereits von vorn herein mit Vorurteilen behaftet und spiegelt nur einen kleinen Anteil des Fachgebiets der plastischen Chirurgie wider. Während ein Teil der Eingriffe aus objektiver Sicht nicht notwendig, oder ihre Notwendigkeit bestenfalls diskussionswürdig ist, gibt es Eingriffe, die aus vielerlei Gründen unverzichtbar sind.

 

Entsprechend vielschichtig ist die Beurteilung solcher Eingriffe und oft hängt es von der einzelnen Person ab, wie eine Schönheitsoperation gewertet werden sollte oder könnte.

 

 

Gründe für Schönheitsoperationen

 

Grundsätzlich sollten Eingriffe in der plastischen Chirurgie in zwei Kategorien eingeteilt werden, auch wenn diese Einteilung sicherlich eine Grauzone enthält, die keine klare Trennung erlaubt. Die eine Art von Eingriffen ist aus medizinischer, zumindest aus psychologischer, Sicht notwendig.

 

Die andere Art von Operationen wird nur durchgeführt, weil die Patienten es so wollen. Insbesondere Schönheitsoperationen aus medizinischen Gründen können sehr vielfältig sein. Einerseits kann es sich um die Rekonstruktion von Körperteilen handeln, die durch Unfälle oder Erkrankungen verloren gegangen oder stark geschädigt worden sind. Dies muss zwar kein Körperteil sein, welches lebensnotwendig ist, jedoch kommt hierbei die psychologische Komponente zum tragen.

 

Oft können scheinbar rein auf die Schönheit ausgerichtete Operationen wie beispielsweise die Lippen modellieren, die Brüste vergrößern oder die Nase verkleinern ganz andere Auswirkungen auf den Patienten haben, als es auf den ersten Blick erscheint. Während ein solcher Eingriff rein subjektiv nur das äußere Erscheinungsbild verändert, kann er in dem Menschen weit mehr bewirken.

 

Hierfür ist das wichtige Stichwort das Selbstwertgefühl. Auch wenn jedem bewusst sein sollte, dass die inneren Werte eines Menschen zählen, so ist es meistens das äußere Erscheinungsbild, das einen ersten Eindruck vermittelt.

 

 

Die Bedeutung des Aussehens

 

 

Kaum einer wird ernsthaft bestreiten können, er habe niemals auf das äußere Erscheinungsbild einer Person geachtet.

 

Dieser Tatsache sind sich Patienten sehr wohl bewusst, wenn sie sich für eine Schönheits-OP entscheiden, denn im Glauben, auf seine Mitmenschen optisch besser zu wirken, beschreiten sie diesen Weg.

 

Es ist aber durchaus als positiv zu werten, dass sich Personen, die sich operativen Verschönerungen unterzogen haben, gleichzeitig mehr Selbstvertrauen und ein besseres Selbstwertgefühl gewonnen haben. Letztendlich wurde damit das allgemeine Wohlbefinden erheblich verbessert. In solchen Fällen haben Schönheitsoperationen weitreichende psychologische Auswirkungen auf den Patienten und sind prinzipiell positiv zu bewerten.

 

Sofern ein Psychologe konsultiert wurde, der einen solchen Eingriff begründet befürwortet, ist es in solchen Fällen sogar möglich, dass die Kosten teilweise oder vollständig von der Krankenkasse übernommen werden. Hingegen muss ein Patient die Kosten für physiologisch und/oder psychologisch unnötige Eingriffe in vollem Umfang selbst übernehmen.

 

 

Die Vielfalt plastischer Eingriffe

 

Schönheitsoperationen können nicht nur vielen Zwecken dienen, sondern auch an vielen Stellen des Körpers vorgenommen werden. Während Brustvergrößerungen der Inbegriff der Schönheitsoperation sind und tatsächlich zu den häufigsten Eingriffen gehören, haben andere Eingriffe einen ähnlich hohen Stellenwert.

 

Dabei handelt es sich oftmals um minimal invasive chirurgische Manipulationen, vor allem an Gesicht und Hals, mit dem Ziel, ein jüngeres Aussehen zu erhalten. Dazu zählen Straffungen der Haut, das Auffüllen von Fältchen, Beseitigung von Tränensäcken und ähnliche, oftmals sogar mikroskopisch kleine Eingriffe.

 

Solche Eingriffe sollen um Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte verjüngend wirken. Eine solche Veränderung der Wirkung auf seine Mitmenschen ist in jedem Fall sehr verlockend.

 

Mittlerweile sind derartige Eingriffe so kostengünstig geworden, dass sich ein recht großer Anteil der Bevölkerung solche Schönheitsoperationen auf eigene Kosten leisten kann. Auf der einen Seite steht also die Verlockung, auf der anderen die Frage nach der tatsächlichen Notwendigkeit.

 

Hierbei muss sachlich abgeschätzt werden:

Wie groß ist die Veränderung?

Wie lange hält der Effekt an?

Welche ungewollten (Neben)Wirkungen können auftreten?

Statistiken zeigen, dass Schönheitsoperationen mit einem Verjüngungseffekt nur sehr bedingt zu den Erfolgen führen, welche sich die Patienten im Allgemeinen von diesen Maßnahmen erhoffen.

 

 

Keine echte Verjüngung

 

Der Alterungsprozess läuft in Wirklichkeit auf zellulärer Ebene ab, wobei es mit der Zeit zu einer Anhäufung von Schäden am Erbgut kommt. Die sichtbaren Alterungserscheinungen sind lediglich das Ergebnis davon.

 

Eine Schönheitsoperation kann durchaus Falten wirksam beseitigen. Doch die innere Struktur der Haut und der Zellen bleibt letztlich unverändert. Somit wird keine Verlangsamung oder gar Umkehrung des Alterungsprozesses erreicht. Lediglich seine Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild werden reduziert.

 

Da jedoch der Alterungsprozess ungebrochen fortschreitet, ist es nicht auszuschließen, dass die gleichen Makel nach nur wenigen Jahren wieder auftreten und beseitigt werden müssen. Dabei darf nie vergessen werden, dass selbst eine Schönheitsoperation eben auch eine Operation ist, wie klein sie auch sein mag, und das Gewebe mehr oder weniger beeinträchtigt.

 

Diese Beeinträchtigung hat eine Schwächung des Bindegewebes zufolge, die dazu führt, dass es zu einer immer schnelleren Rückkehr des Zustandes kommt, der vor der OP vorgefunden wurde. Dies bedeutet, der gewünschte Erfolg wird nicht nur zunicht gemacht, er kehrt sich sogar um, die Alterung schreitet umso schneller fort.

 

Solche Entwicklungen sind jedoch niemals im Vorfeld genau vorauszusehen. Maßgeblich sind das tatsächlich Alter des Klienten, dessen biologisches Alter und die Stärke seines Bindegewebes. Erst anhand dieser Faktoren kann prognostiziert werden, für wie lange man mit einem positiven Ergebnis rechnen kann.

Letztendlich muss jedoch jeder selber wissen, wie er zu diesem kontroversen Thema steht. Und zur Frage von oben, ob Schönheitsoperationen einen wirklich jünger machen, kann ich nur sagen: JA !

Aber nur kurz, dann machen sie älter und die Opreationen müssen in immer kürzeren Abständen durchgeführt werden – eine teuflische Spirale.

Ach ja, ein kleiner Nachsatz: was ist mit den vielen Fältchen, die im Leben unser Gesicht geprägt haben, sind die nicht authentisch? Haben die nicht eine Geschichte, nein Geschichten, viele Geschichten zu erzählen? Es gibt nicht nur Hochglanz-Illusionen, was zählt ist das Leben!

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