Der Motorikpark in Braunau am Inn

 

Mit ihrem Motorikpark, der nur wenige Gehminuten vom Zentrum und von gebührenfreien Parkplätzen entfernt liegt, setzt die Stadt Braunau gesundheitliche Akzente, mit denen sie der „Volkskrankheit Koordinationsstörungen“ entgegenwirkt. 

 

Warum Volkskrankheit?

Wissenschaftliche Studien warnen: Neben niedrigen Geburtenraten und steigender Kinderarmut gefährden Defizite in der Entwicklung bei Kindern unsere Gesellschaft langfristig. Steigendes Aggressionspotential, motorische Störungen, Fettleibigkeit und Lernschwierigkeiten werden als die häufigsten Defizite genannt.

Die Ursachen für diese besorgniserregenden Entwicklungen liegen im familiären und gesellschaftlichen Umfeld aber auch in einem Verschwinden anregungsreicher Spiel- und Bewegungsräume, so das Umweltministerium Rheinland-Pfalz.

Ergänzend muss man feststellen, dass unsere Gesellschaft an ideellen Werten mehr und mehr verarmt. Viele Kinder sind nicht nur materiell arm, vor allem fehlt es ihnen an ehrlichen und freundschaftlichen Beziehungen. http://bakhu.de/bakhu-erlebniswelt/ 

Gerade in der Gemeinschaft mit anderen Kindern lernen sie Achtsamkeit und Rücksichtnahme, lernen wie wichtig ein „WIR“ ist, im Gegensatz zum „ICH“. Nur in der Gemeinschaft ist man stark.

Die Kinder von heute aber beschäftigen sich lieber in ihren eigenen vier Wänden bei schlechter Luft und sitzen vor der Spielkonsole oder dem Computer. Und die Eltern, Prototypen einer Schneeflockengesellschaft, fragen ihre Sprösslinge, ob sie nicht lieber nach draußen gehen wollen, um dort zu spielen. Nach einem gelangweilten aber energischen Nein der Kinder oder des Kindes, hat sich das erledigt, das Kind hat seinen Willen durchgesetzt. Die Schneeflocken-Eltern erziehen nicht, sie werden erzogen.

 

Sciencefiction wurde Realität

Diese Entwicklung, die zu degenerativen Verhaltensstörungen führen kann, wie das Umweltministerium von Rheinland-Pfalz richtig beurteilte, erinnert mich an die Anfänge der Science-Fiction Serie namens Perry Rhodan, in der bereits Anfang der 1960er Jahre vom Planeten Arkon berichtet wurde.

Die dort lebenden Arkoniden waren zwar ein hochintelligentes Volk, dass es aber verlernt hatte, sich zu bewegen. Stattdessen lagen sie in ergonomisch angepassten sowie elektronisch steuerbaren Liegesesseln und beschäftigten sich nur noch mit Fiktivspielen, einem Produkt der arkonidischen Unterhaltungsindustrie. Diese Fiktivspiele produzierten über einen so genannten Simultanprojektor eine virtuelle Realität unmittelbar ins Gehirn, wo sie für eine vermehrte Ausschüttung endogener Opiate sorgte, die ein Wohlbehagen, aber auch völlige Abhängigkeit auslösten. 

Wie zu erwarten führte der ständige Konsum dieser Volksdroge letztendlich zur Degeneration dieses einst so hoch entwickelten Volkes von Arkon, denn die Benutzer verloren jegliches Interesse an ihrer Umwelt und an ihren Mitmenschen. Es zählten nur noch die Spiele und der Erfolg, diese siegreich zu absolvieren. Es entstanden regelrechte Wettkämpfe, in denen sich die Sieger als „Fiktiv-Künstler“ durch ihre Kompositionen und ihr Spielgeschick ein hohes Ansehen in der fiktivspielsüchtigen Bevölkerung erwarben. Immer mehr entwickelten sich diese Spielsüchtigen zu reinen Marionetten einer manipulativen Elite. Hinzu kam, dass ein völliger Entzug der Droge „Fiktivspiele“ zum seelischen Verfall führte, der sich anfangs in Unruhe, später in Aggression, Depression und Suizid äußerte. 

Heute ist es nicht anders. Das Erklimmen neuer Levels empfindet der Spieler als Belohnung, ein Versagen als Bestrafung, ein Umstand, der viele Nerds zu Ersatzdrogen greifen lässt.

Ist es nicht beängstigend, wie genau die Verfasser Karl-Herbert Scheer und Walter Ernstling unsere Zukunft voraussahen? Ernstling konnte noch verfolgen, wie recht er hatte, denn er starb am 15. Januar 2005  in Salzburg. Karl-Herbert Scheer leider nicht, denn er verstarb schon 1991.

 

Was wird unter Motorik verstanden?

Was versteht die Medizin unter Motorik? Unter Motorik versteht sie die Gesamtheit der aktiven, vom Gehirn aus gesteuerten, koordinierten Bewegungen des menschlichen Körpers. 

Motorische Kompetenzen werden definiert als Fähigkeiten eines Kindes, sich über Wahrnehmung und Bewegung erfolgreich mit der Umwelt auseinanderzusetzen (Zimmer 2009b). Sie beziehen sich auf alle Steuerungs- und Funktionsprozesse, die dafür verantwortlich sind, dass Bewegungshandlungen zustande kommen (vgl. Bös 2003). Alle motorischen Abläufe werden einerseits durch physiologische Voraussetzungen (z.B. Muskelkraft und Ausdauer) bestimmt, andererseits durch Informationsverarbeitungsprozesse im Gehirn. 

Die physiologische Ausstattung und die Informationsverarbeitung sind also eng miteinander verzahnt und legen fest, wie weit ein Kind in seiner motorischen Entwicklung insgesamt fortgeschritten ist (z.B. Bös und Mechling 1983). 

Einzelne Bewegungsabläufe werden dabei durch komplexe Prozesse im Gehirn gesteuert, die zu mehreren zugrundeliegenden Basisfähigkeiten führen. Dazu gehören nach Zimmer und Volkamer (1987):

Reaktionsgeschwindigkeit,

Schnellkraft, 

Koordinationsvermögen,

Körperbeherrschung,

Beweglichkeit,

Gleichgewicht,

Ausdauer und

Kraft.

 

Diese „Motorische Kompetenzen“ verlernen Kinder und Jugendliche, auch wenn die Reaktionsgeschwindigkeit und die Signalübertragung in die Finger bei Computerspielen trainiert wird.

Der Körper selbst aber degeneriert: Stoffwechsel und Verdauung werden negativ beeinflusst und es entsteht die Gefahr von Haltungsstörungen, Muskeldegenerationen, Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Nierenbeeinträchtigungen, Sehstörungen u.v.m.

Dieser Entwicklung steuert der Motorikpark in Braunau mit ca. 60 Einzelgeräten entgegen und fördert somit die oben genannten Basisfähigkeiten.

Alle Informationen zum Motorikpark® sowie eine Übersicht der einzelnen Stationen finden Sie auf der Homepage der Stadtgemeinde Braunau unter www.braunau.at 

 

Wie hilfreich sensomotorisches Training ist, zeigt auch eine Studie des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Freiburg. Es konnte nachgewiesen werden, dass gezieltes Training z.B. erheblich zur Sturzprävention beiträgt und die mangelhafte Feinmotorik bei Büroarbeitern verbessert.

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