Rizinusöl

Warum zu teuren Cremes greifen, anstatt bewährte Mittel der Natur einzusetzen, wie das Rizinusöl.

Rizinusöl, Ricinusöl oder auch Castoröl genannt, ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen des tropischen Wunderbaums (auch Hundsbaum, römische Bohne, Läusebaum oder Christuspalme genannt) (Ricinus communis), einem Wolfsmilchgewächs (Euphorbiaceae), gewonnen wird.

Geschichte
Bereits in der Antike, im alten Ägypten und Äthopien schätzte man die Wirkung von Rizinusöl in der Kosmetik, zur Wundbehandlung und als Brennstoff für Öllampen. Im Buch Jona (4,6) heißt es, Gott habe über Nacht eine Rizinusstaude wachsen lassen. Am nächsten Morgen „schickte Gott einen Wurm, der die Rizinusstaude annagte, sodass sie verdorrte.“
In Griechenland war die Pflanze unter dem Namen „Kiki“ bekannt. Theophrast nannte sie ‚Croton‘. Und Dioskorides wandte die Samen bereits als Abführmittel an und das Öl zur äußerlichen Behandlung.
Im Mittelalter war es vor allem Albertus Magnus (1200 – 1280), der den Rizinusbaum kultivierte. Dann geriet er in Vergessenheit bis er im 19. Jahrhundert, aus Indien kommend, wieder als Heilmittel an Bedeutung gewann.

Inhaltsstoffe
Vitamin E
Das Rizinusöl besteht zu 80–85 % aus dem Triglycerid der Ricinolsäure,
3 – 5 % Linolsäure,
4 – 9 % Ölsäure,
1 – 2 % Palmitinsäure,
1 – 3 % Stearinsäure
kleine Mengen an Vaccensäure, Alpha-Linolensäure, Eisosensäure und Arachinsäure.
Außerdem enthalten Samen und Öl das Allergen CB-1A. Deshalb sollte man vor Anwendung einen Allergietest durchführen. Hierzu streicht man die Innenseite des Unterarms dünn mit dem Öl ein. Zeigen sich nach einiger Zeit, meist schon nach 10-20 Minuten, geröteter und/oder geschwollene Stellen, sollte man das Öl nicht verwenden.

Toxizität
Rizinusöl ist nicht giftig, denn die Samen des Wunderbaums enthalten neben dem Öl auch wässrige Bestandteile, die sich nach dem Pressen vom Öl trennen. Hierbei trennt sich auch das giftige, nicht in Öl lösliche Rizin vom Öl und wird mit den wässrigen Bestandteilen abgeschieden. Außerdem werden bei der Kaltpressung zuvor die Samen, in denen sich hauptsächlich das Rizin befindet, geschält. Rizinusöl nach Arzneimittelqualität DAB wird zusätzlich einer anschließenden Wasserdampfdestillation unterzogen, damit das Öl zu 100 Prozent von den Giften Ricin und Ricinin befreit wird.
Also Vorsicht: In den Schalen sind das giftige, aber hitzeempfindliche Lectin ‚Rizin‘ (giftiger als Zyankali) und das schwach giftige Alkaloid ‚Ricinin‘ enthalten. Schon sechs Samen bei Kindern und ca. zehn Samen bei Erwachsenen sind eine kritische Dosis, die zu Vergiftungen führen kann. Das giftige Albumin Rizin im Presskuchen bei der Ganzsamenpressung wird durch Abkochen unschädlich gemacht. Hier ist es auch nötig, das Öl zu erhitzen, weil Spuren des Giftes enthalten sein können. Bei der Kaltpressung trifft das nicht zu.
Man sollte vor allem auf Reisen darauf achten und keine Ketten aus Rizinuskapseln kaufen, denn gelangt das Gift durch Wunden oder Mund (Kauen) in den Körper, greift es die roten Blutkörperchen an und zerstört sie. Dies führt zu gefährlichen Thrombosen.

Wirkungsweise
Dringt in die Zwischenzellräume ein ohne die Hautporen zu verstopfen (nicht komedogen)
Radikalfänger aufgrund der antioxidativen Wirkung von Vitamin E (Hautalterung erfolgt durch freie Radikale)
Ricinolsäure wirkt bakterizid, fungizid und entzündungshemmend
Rizinusöl dringt tief in die Haut ein und stimuliert die Produktion von Elastin und Kollagen
Das Öl aktiviert Melanin – das Pigment, das den Geweben wie Haare, Haut, Augen, die “richtige” Farbe gibt.

Anwendungsgebiete
– Innerlich angewendet wirkt Rizinusöl als Abführmittel. Es wird dabei nicht vom Darm resorbiert. Verantwortlich für die abführende Wirkung ist die freie Ricinolsäure, die erst durch die Gallensalze und fettspaltenden Enzyme der Bauchspeicheldrüse im Dünndarm seine volle Wirkung entfaltet.
– Rizinusöl wird außerdem in der Geburtshilfe zur Auslösung von Geburtswehen (Wehencocktail) verwendet. Anscheinend wirkt die Ricinolsäure auf die Prostaglandinrezeptoren, die Prostaglandin freisetzen und zur Geburtseinleitung führen.
– Pigmentflecken, Altersflecken
– Narben und Schwangerschaftsstreifen
– Falten
– Hautrisse
– Schuppen
– trockene Haut (als Gesichts- und Augencreme)
– Beschleunigt Wundheilung
– Unreine Haut (Akne)
– Pflegt die Kopfhaut
– Sonnenbrand
– Haarpflege, kann Ergrauen verlangsamen und Haare wie auch Wimpern voller werden lassen.
– Sprödes Haar

 

Anwendungsweise
Einige Tropfen auftragen, leicht einreiben und einwirken lassen.
Rizinusöl eine Stunde vor dem Waschen in die Kopfhaut einreiben und einwirken lassen. Am besten wäscht man die Haare mit Aleppo-Seife (Olivenöl 60% + Lorbeeröl 40%)
Eine konsequente Anwendung ist wichtig.
Zur abführenden Wirkung werden ein Esslöffel Öl eingenommen (max. 2 Esslöffel). Der Effekt tritt dann nach 2-4 Stunden ein.

Haltbarkeit
Rizinusöl ist ungefähr zwischen sechs und acht Monaten haltbar.

Unverträglichkeiten
Rizinusöl sollte nicht eingenommen werden bei Darmverschluss, Lebergangstenosen, Gallensteinen, Colitis, bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen und bei der Einnahme von Antihistaminika.