Natürliche Antibiotika – Heilkräfte aus der Natur

 

Die Entdeckung des Antibiotikums ist wahrscheinlich einer der bedeutendsten  Meilensteine in der Geschichte der Medizin.

1893 wurden die Wirkungen eines Schimmelpilzes der Gattung Penicillium erstmals von Bartolomeo Gosio in seinen Arbeiten veröffentlicht. Fast zeitgleich schrieb der französische Militärarzt Ernest Duchesne seine Doktorarbeit über seine Beobachtungen von Schimmelpilzen mit antibiotischen Wirkungen.

Allerdings erst 30 Jahre später begann der Siegeszug des Antibiotikums durch die offizielle Entdeckung von Alexander Fleming, der 1945 sogar mit dem Nobelpreis dafür ausgezeichnet wurde.

Die Wirkung des Antibiotikums ist ohne Frage in vielen Fällen ein Geschenk des Himmels. Ohne es wären wahrscheinlich weit mehr Soldaten an Wundinfektionen oder Lungenentzündungen  im 2ten Weltkrieg gestorben als es letztendlich der Fall war. Aber nicht nur im Krieg sondern auch im alltäglichen Leben hat das Antibiotikum oft hilfreiche Dienste geleistet.

Paracellsus hat zu Lebzeiten mal gesagt: „Alles ist ein Gift, auf die Dosis kommt es an“. So ist es in dem Fall Antibiotikum eben auch. Jahre lang wurde beim kleinsten Wehwehchen oder Hustenanfall schon ein Breitbandantibiotikum eingenommen. Und so wurde es zum Lieblingsmedikament vieler Human- u. Veterinärärzten.

 

Mit den Folgen dieser oft ohne Bedacht verordneten Medikamente, haben wir heute und in Zukunft zu kämpfen. Ein Bakterium ist genau wie wir Menschen ein Lebewesen. Und Lebewesen haben die erstaunliche Fähigkeit sich in schwierigen Zeiten anzupassen. Viele der schädlichen Bakterienstämme sind zum Teil schon mutiert und es gibt immer mehr resistente Keime, bei denen es schwer wird, sie unter Kontrolle zu bekommen.

 

„Die abnehmende Wirksamkeit von Antibiotika gegen bakterielle Infektionskrankheiten, die sogenannte Antibiotikaresistenz, ist eine ernste Bedrohung für die öffentliche Gesundheit!“

So lautet die aktuelle Bewertung der WHO in ihrem ersten „Global Report on Antibiotic Resistance“ von Anfang 2014.

 

Hier können Sie sich ein Interview mit Professor Dr. Uwe Frank, Mikrobiologe, Infektiologe und Hygieniker aus Freiburg, über die Ursachen und was man im Einzelnen dagegen tun kann durchlesen:    https://www.pflanzliche-antibiotika.de/Expertentipps/Experten-Interviews/Resistenzen.html

 

 

Aus diesem Grund versucht man immer häufiger auf alternativen auszuweichen um neue resistente Keime zu vermeiden. In schweren Fällen sind Antibiotika sicher die einzige Möglichkeit, aber in leichten nicht lebensbedrohlichen Fällen, kann die Natur oft weiterhelfen.

 

Natürliche Antibiotika – Heilkräuter mit antibiotischer Wirkung

Die Pflanzenheilkunde ist wahrscheinlich die älteste Form der Medizin die uns Menschen von Anbeginn begleitet. Über Jahrhunderte hatten wir nur die Blüten, Wurzeln, Rinden und Blätter der einzelnen Pflanzen aus der Region in der man lebte, um uns vor Krankheiten zu schützen.  Bereits im Grab eines Neandertalers, das vor ca. 70.000 – 40.000 Jahren angelegt wurde, fanden sich Beigaben, die nach Pollenuntersuchungen sieben Heilpflanzen zuzuordnen sind.

 

Pflanzen sind sogenannte Vielstoffgemische, das heißt sie bestehen nicht nur einem Stoff, sondern aus vielen verschiedenen Substanzen, welche in Synergie zusammenarbeiten. Viele dieser Stoffkombinationen sind antiviral, antibakteriell oder antimykotisch und das oft ohne Nebenwirkungen. Gerbstoffverbindungen, Saponine oder Flavonoide sind zum Beil solche nützlichen Pflanzenstoffe. Nebenbei liefern die Pflanzen auch noch wichtige Mineralien, Vitamine, Spurenelemente oder sekundäre Pflanzenstoffe, welche einen Genesungsprozess zugutekommen.

 

Natürliche pflanzliche Antibiotika – Eine „kleine“ Auswahl

 

– Kapuzinerkresse

Bei ihr ist am längsten bekannt, das sie antibakterielle Wirkungen besitzt. Ihr Einsatzgebiet sind die Atemwege und Harnwegsinfekte; wirkt ebenfalls gegen Pilze und Viren

 

– Salbei

Traditionell angewandt bei Entzündungen im Mund-u. Rachenraum

 

– Thymian

desinfizierend, krampflösend, schleimlösend, verdauungsfördernd, schmerzstillend,

hat sich bei Bronchitis, Keuchhusten, asthmatische Beschwerden, Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Wundbehandlung und  Hautprobleme bewährt

– Cranberry (Heidelbeere)

Werden traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt, da sie antibakteriell wirken und so den Urin von Bakterien befreien

 

– Kurkuma

antibakteriell, fördert den Gallenfluss, antioxidativ, wirksam gegen Viren

Unterstützt die Verdauung, speziell die Darmflora und ist bei entzündlichen Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege hilfreich

– Meerrettich

wirkt gegen Bakterien, Viren, Pilze, schleimlösend, harntreibend ; hilfreich Atemwegsinfekten, Harnwegserkrankungen, Insektenstichen

 

– Knoblauch

keimhemmend, stärkt Abwehr, blutzuckersenkend, blutdruckregulierend, senkt Cholesterinspiegel

Altes Hausmittel bei Mittelogrentzündungen und grippalen Infekten, aber auch bei Herz- und Gefäßbeschwerden

 

– Bärlauch

Wirksam gegen Bakterien und Bärlauch. Wegen seiner Schwefelverbindungen wird er auch gerne bei Schwermetall-Ausleitungen verwendet.

 

– Oregano

Wirkt stark im Bereich der Atemwege und Ohren

 

– Teebaumöl

Wird gerne bei Hautinfektionen, Warzen oder Pilzerkrankungen der Haut verwendet. In der Aromatherapie nimmt man es ebenfalls gerne bei Erkältungskrankheiten

 

– Myrrhe

adstringierend, entzündungshemmend, schmerzstillend, wundheilungsfördernd, wirkt gegen Pilze und Hefen; wird oft auch chronischen Darmentzündungen angewandt

 

– Blutwurz

antibakteriell, leicht schmerzstillend, stärkt das Immunsystem

Wird bei Entzündungen in Mund und Rachen, Zahnfleischentzündungen, Verdauungsbeschwerden angewandt

 

Grapefruitkern-Extrakt

hilfreich bei Bakterien und Pilzen, Mund- und Rachenentzündungen