„Vorbeugen ist besser als Heilen“, sagt ein altes Sprichwort von Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836).

 

 

Die Gesundheits- und Präventionsberatung geht von einer holistischen Betrachtungsweise aus, die den Menschen in sich als Ganzes (Körper, Geist und Seele) sieht, aber gleichzeitig als Produkt und Teil seiner Umwelt im Sinne einer biopsychosozialen Abhängigkeit. 

  1. Der Körper (griech.: soma) als Organkomplex mit seinen Funktionen und Defekten in Abhängigkeit von Geist und Seele.
  2. Der Geist als kognitives und voluntatives Instrument des Bewusstseins und
  3. Die Seele (altgr. psyché ‚Atem‘, ‚Seele‘) als Gesamtheit aller Vorgänge, die sich im Unbewussten abspielen, aber dennoch mit der Außenwelt im ständigen Austausch (kollektives Unbewusste) stehen.

Die holistische Gesundheitslehre ist daher ein wichtiges Instrument des Präventionsmanagments.

Eigentlich ist mit dem Begriff „holistische Medizin“ die Gesamtheit von Schul-, Alternativ- und Komplementärmedizin gemeint, wobei die alternative Medizin durchaus berechtigt einen negativen Beigeschmack erfahren hat. Das liegt an den vielen unseriösen Praktiken von selbst ernannten Energetikern, Geistheilern, Rückführungstherapeuten und diversen Euro-Schamanen, die unter dem Begriff Alternativmedizin ihr Unwesen treiben.

Holistisch kommt vom Griechischen ‚holos’, was mit ‚ganz’ zu übersetzen ist. ‚Ganz’ bedeutet nach seiner Wortentstehung aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. ‚heil’, ‚unversehrt’ und ‚vollständig’.

Eine holistische Herangehensweise kann daher sehr wohl als ganzheitliche Medizin angesehen werden.
Die Ganzheit ist die Einheit aus einer Vielheit auf höherem Niveau. Kommt es zu einer Krise in einem Teil, bleibt die Einheit von den Folgen nicht verschont, es kommt unweigerlich zu Störungen in der Ganzheit. Das Ganze kann immer nur so gut, bzw. so gesund sein wie die Summe seiner Einheiten.

Dies entspricht Platons Aussage in seinem Werk „Theaitetos“: Der Wagen ist nicht seine hundert Teile. Er ist eben mehr als diese Teile einzeln betrachtet.
Die Schulmedizin betrachtet aber allzu gerne nur die Einzelteile und behandelt meist symptomatisch und weniger kausal.

Die Holistische Medizin sieht das Individuum, ähnlich wie in der Psychosomatik, egal ob Mensch oder Tier, als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Holistische Überlegungen beginnen nicht erst mit einem Krankheitsgeschehen, sondern vorher, denn die ganzheitliche Denkweise ist wie in der traditionellen chinesischen Medizin bemüht, Krankheiten zu verhindern. Damit tut sich ein weites Feld auf, dem eine dogmatische Schulmedizin bisher zu wenig Aufmerksamkeit schenkt. Zumal, und das mag mit ein Grund für diese Dogmatik sein, der Verdienst der Mediziner und Pharmaunternehmen weit geringer ausfallen würde. Man darf nicht vergessen, dass die Pharmaindustrie einen stark wachsender Wirtschaftszweig darstellt.

So steigerten sich die EU-Exporte von medizinischen und pharmazeutischen Produkten in die USA von 19,04 Milliarden Euro im Jahr 2003 auf 30,14 Milliarden Euro im Jahr 2013. Im selben Zeitraum wuchs der Export in die Schweiz von 5,78 auf 12,08, nach Russland von 1,38 auf 12,08, nach Japan von 2,6 auf 7,45 und nach China von 0,57 auf 5,64 Milliarden Euro1. Die Branche rechnet für das Jahr 2020 allein in Deutschland mit einem Umsatz von 45,5 Milliarden Euro.

Weltweit betrug der Pharma-Umsatz im Jahr 2014 mehr als eine Billion Dollar – Tendenz steigend. Verständlich, wenn hier gesteigerte Interessen bestehen, eine sinnvolle Krankheitsvorbeuge, bzw. deren Verhinderung auszuklammern. Es sei denn, die Krankheitsvorbeuge geht einher mit teuren diagnostischen Verfahren zur Früherkennung.

Wie überall – fast überall – dreht es sich um den schnöden Mammon, anstatt den Menschen vor gesundheitlichen Schäden und Leid zu bewahren. Geschäftemacher sehen in ihm eine sprudelnde Geldquelle, die ein weit überteuertes Gesundheitssystem protegiert. Ob Ärzteschaft, Krankenkassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen oder Pharmaindustrie, alle sind bemüht, sich ein Leben im Luxus zu generieren.

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