Birke (Betula alba)

volkstümliche Namen: Mayer, Pfingsmaye, Maibaum, Frühlingsbaum, Besenbaum, Besebom, Besenbirke, Bork, Bark, Hexenbesen, Hängebirke, Moorbirke, Rauhbirke, Sandbirke, Warzenbirke, Weissbirke

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavone, Gerbstoffe, Harz, Saponine, Vitamin C

Traditionelle Anwendung: hilft bei Ekzemen, harntreibend, cholosterinsenkend, Harnsäure ausleitend, gut für die Haare, Akne, Hauterkrankungen, Rheuma, Migräne, Wechselfieber

Verwendete Pflanzenteile: Blattknospen, Blätter, Saft durch Anzapfen

Sammelzeit:
Blattknospen: März
Blätter: Mai – Juni
Saft: März – Mai

 

Mythologie, Geschichte und Verwendung der Birke

 

Die Birke ist ein Lichtbaum und wird zum einem der Sonne und zum anderem dem Element Wasser (Birken können auch auf dem feuchtesten Boden gedeihen) zugeordnet. Die Birke gilt als Baum für einen Neuanfang und steht ebenfalls für die Lebenskraft und die Jugend.

Im Mittelalter wurde die Birke auch als Schutzpflanze geehrt. So glaubte man das der baum die Fähigkeit besaß Blitze abwehren und es war üblich das man Kleinkinder in Wiegen aus Birkenholz legt um sie zu schützen. Der Glaube an die Schutzkraft der Birke reichte sogar bis nach Russland. Dort hängte man rote Bänder in die Birke als Schutz vor dem bösen Blick.

Die Birke ist in vielen alten Bräuchen und Festen ein wichtiger Bestandteil und werden bei uns schon seit uralter Zeit gefeiert. Auf Island und Grönland waren sie sogar vor langer Zeit die einzigen Bäume und die Menschen freuten sich wenn nach dem langen und oft hartem Winter die Bäume blühten und wieder Leben in das Land brachten. Aus dieser Zeit stammt auch der alte Spruch – „Alles Neu macht der Mai“

Der bekannteste Brauch ist daher auch die Maibaum-Tradition. Und ursprünglich war der Maibaum auch eine Birke. Die sogenannten Maibäume werden dem Brauchtum nach in der Nacht zum 1. Mai von unverheirateten Männern vor die Häuser ihrer Angebeteten als Liebesbeweis gestellt. Aber auch die Flühlingsgöttin sollte so geehrt werden.

Die Indianer Nordamerikas verwendeten die Birke um besonders leichte Kanus aus ihrer Rinde zu fertigen. Da die junge Rinde sich fast wie Leder verarbeiten lässt, wurden aus ihr in Lappland sogar Umhänge und Gamaschen gemacht. Auch Dächer, Schuhe und Taschen wurden aus der biegsamen und schon fast unverwüstlichen Rinde gemacht.

Besonders beliebt war die Birke auch bei den Indianern, Goldsuchern und Waldläufern als Notration in besonders harten Zeiten. Da ihre innere Rinde viel Zucker, Öl und Vitamin C enthält war es oft das letzte was sie zum Überleben hatten. Die Indianer zerschnitten, trockneten und pulverisierten die Rinde und stellten „Birkenmehl“ her aus dem sie eine Art Pfannenkuchen backen konnten.

Eine weitere Verwendung war das Gerben. Durch ihren hohen Gehalt an Gerbsäuren ist sie dafür besonders geeignet.

Wer bei feuchten und nassen Wetter ein Feuer machen muss, wird die Birke ebenfalls lieben. Durch den eingelagerten Birkenteer brennt das Holz auch in frischen oder feuchten Zustand.

Rinde und Blätter,  der Weissbirke (B. alba) waren früher  und sind heute noch ein Volksmittel. Die Rinde wurde bei Wechselfieber, die Blätter als harntreibend, als Wurm- und Gichtmittel, und äußerlich gegen Hautausschläge angewendet.

 

 

Birke und ihre Anwendungen

 

Birkentee

Die Hauptwirkung der Birkenblätter ist die dass diese stark harntreibend sind und,den Stoffwechsel anregen und bei der Körperentgiftung helfen. Aus diesem Grund ist die Birken oft fester Bestandteil vieler Stoffwechsel-,Entgiftungs- oder Detoxteemischungen.

 

Zubereitung:

Für eine Tasse Tee nimmt man ca. einen Teelöffel Birkenblätter (frisch oder getrocknet) und gießt diese mit kochendem Wasser auf. 5 Minuten ziehen lassen.

Als Kur sollte der Tee man mindestens 3 Wochen lang täglich 1 ½ – 2 Liter Birkentee trinken.

 

Birkensaft

Wer seine eigenen Birken im Garten hat kann sie im März bis April „melken“ und so an den Birkensaft gelangen. Aber bitte nicht zu oft machen. Eine kräftige Birke übersteht die Prozedur normal ohne Probleme, solange es nur alle zwei Jahre wiederholt wird.

Hier noch mal das wichtigste zum Birken „melken“

  1. Keine jungen Birken verwenden – diese würden die Strapazen nicht überstehen.
  2. Entnehme einem Baum maximal drei Liter.
  3. Lass dann die genutzte Birke zwei Jahre ausruhen
  4. Verwende am besten nur deine eigenen Birken oder spreche Dich mit den Besitzern ab.
  5. Nach dem melken muss das Loch unbedingt wieder mit Baumwachs oder Pech verschlossen werden, da er sonst verbluten kann

 

Wie zapft man nun aber Birkensaft selbst?

Durchführung:

  1. Die Birke sollte einen Durchmesser von mindestens 25 cm haben.
  2. Bohre die Birke ca. 1 m über dem Boden leicht schräg nach oben an.
  3. Stecke in das Loch einen kleinen Schlauch oder Strohhalm und leite das Birkenwasser in ein Gefäß. Pass auf, dass keine Insekten ins Gefäß gelangen.
  4. Verschließ am Ende das Bohrloch mit einem Holzstopfen und streiche Harz darüber. Kontrolliere am Tag drauf, ob das Verschließen geklappt hat.
  5. Lagere den gewonnen Saft kühl, sonst beginnt er zu gären!

 

Verwendung:

Trinkkur

Täglich 2 Schnapsgläschen bis die 3 Liter aufgebraucht sind. Am besten gibt man ein paar Gewürznelken und etwas Zimt dazu (keimtötende Wirkung). Unbedingt kühl lagern, da ers sonst recht schnell anfängt zu gären.

Er hat eine stoffwechselfördernde, reinigende, blutbildende und  vitalisierende Wirkung. Traditionell verwendet man den Birkensaft bei vielen Erkrankungen, bei denen die harntreibende Wirkung erwünscht ist (z.B. Bluthochdruck, Gicht, Arthritis, Blasen- und Nierenbeschwerden)

 

Äußere Anwendung bei Wunden und Hautausschlägen

Er ist ein guten Waschmittel bei schlecht heilenden Wunden und Ausschlägen auf der Haut. Um ihn länger haltbar zu machen gibt man 1/3 der Menge hochprozentigen Alkohol dazu. Als Wundmittel kann man auch Arnikatinktur verwenden.

 

Kosmetik

In die Kopfhaut einmassiert fördert  der Birkensaft den Haarwuchs

 

Birke als Haarwasser

Als haarwuchsförderndes Mittel hat sich der Birkensaft ebenfalls bewährt.

Zubereitung:

Birkenhaarwasser (nach Susanne Fischer-Rezzi)

2 Handvoll frische Birkenblätter

1 Eßl Brennesselwurzeln

2 Eßl brennesselblätter

1 Eßl Kapuzinerkresse

1 Eßl Arnikablüten

½ Eßl Rosmarin

1l 70% Alkohol

Bie Birkenblätter sollten frisch sein. Alle anderen kräuter können auch getrocknet verwendet werden (allerdings haben die frischen Kräuter eine bessere Wirkung). Alles in ein Schraubglas geben und den Alkohol dazugeben. Verschließen und ca. 3 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen und am besten in eine Tropfflasche abfüllen.

 

 

Birke in der Ernährung

Die jungen Triebe kann man mit  Essig zu einen guten und würzigen Kräuteressig ansetzen oder einem Salat beimischen.

 

 

 

 

Quellen:

  • Blätter von Bäumen ; Susanne Fischer-Rizzi
  • Das Buch der heilenden Kräuter; Nancy Arrowsmith
  • Heilpflanzen und Mysterienpflanzen ; Werner Christian Simonis