Basilikum

Das Lippenblütengewächs Ocinum basilicum, wie es mit dem Fachbegriff heißt, existiert in ca. 40 verschiedenen Sorten und wird auch Basilien oder Basilgenkraut, Deutscher Pfeffer, Herrenkraut, Hirnkraut, Königsbisam, Königskraut oder eben Basilikum genannt.

Die einjährige Pflanze, die in Europe und Ostasien als Gewürz geschätzt wird, gilt in Indien, wo sie dem Gott Vishnu geweiht ist, als heilige Pflanze. Ihr Ursprung liegt wahrscheinlich in Südasien oder in Afrika. Heute findet man Basilikum vor allem im Mittelmeerraum in verschiedenen Rassen und Sorten.

Der Name „Basilikum“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „königlich“, was auf den edlen würzigen Duft zurückzuführen ist. Grünes Basilikum kennt jeder, das blaue Basilikum, süß-pfeffrig schmeckend, dagegen nur wenige. Letzteres findet man häufig in Frankreich und Afrika.

 

Anbau von Basilikum

Basilikum zeigt sich recht schwierig in der Kultivierung, denn es benötigt vor allem viel Licht und viel Wärme (15 bis 20 °C). Wind mag Basilikum gar nicht. Das Basilikumkraut wird am besten in Töpfen angepflanzt, mit ausgeglichener Nährstoffversorgung. Verwendet man zu viel Dünger oder setzt die jungen Pflanzen zu hohen Temperaturschwankungen aus, so kippen sie einfach um und können nicht mehr reaktiviert werden. Empfehlenswert ist es, wenn man die Gefäße, nachdem die Saat eingebracht wurde, mit Klarsichtfolie abdeckt. Zur besseren Luftzirkulation sticht man kleinere Löcher in die Folie, wodurch sich ein feucht-warmes Klima entwickelt. Sobald die Pflänzchen mehr als vier Blättchen gebildet haben, sollte man sie pikieren (auf größere Abstände verpflanzen). Eine Möglichkeit, die Basilikum-Pflanzen zu vermehren, besteht darin, abgeschnittene Stängel in Wasser zu stellen. Nach einigen Tagen treiben sie Wurzeln und können verpflanzt werden.

Bei den gängigen Basilikumsorten handelt es sich um einjährige Pflanzen, die jederzeit ausgesät werden können, aber nicht im Schatten, wo der Samen nicht aufgeht. In milden Gegenden kann man Basilikum im Garten überwintern, wenn man es vor Wintereinbruch mit Tannenreisig vor Frost schützt. Um die Pflanze am Blühen zu hindern und somit eine möglichst lange Erntezeit zu erhalten, wird immer die gesamte Triebspitze sowie je nach Größe der Pflanze die Hauptblätter der nächsten beiden Blattverzweigungen abgeerntet, wodurch sie von unten gut nachwächst.

 

Basilikum gegen geistige Übermüdung

Laut Prof. Pankofer vermindern die ätherischen Öle des Basilikums die Aggressivität von molekularen Schadstoffen und senken gleichzeitig das Krebsrisiko und das frühzeitige Altern. Dies führt er auf das Methylchavicol (Estragol) und das Cineol zurück, welche das menschliche Immunsystem stärken. Estragol und Eugenol sorgen außerdem für geistige Fitness und regen die Denkfähigkeit an. Bei geistiger Übermüdung reichen schon zwei frische Basilikum- Blätter um die Konzentrationsfähigkeit wieder auf Vordermann zu bringen. Unterstützt wird dieser Effekt durch Tannine (Gerbstoffe), die sich in den Basilikumblättern befinden.

Basilikum – Mahlzeit für das Gehirn

Gerade jetzt im Sommer mundet doch ein Mozzarella mit Tomaten und frischem Basilikum, Olivenöl und Aceto Balsamico so richtig. Außerdem bietet sich diese Kombination von Top- Komponenten als eine ideale Mahlzeit zur geistigen Fitness an. Eugenol und Estragol aus dem Basilikum, Serotonin von den Tomaten und Eiweiß aus dem Mozzarella. Nahezu ebenbürtig sind Spaghetti (ohne Ei und nur aus Hartweizengries) mit Olivenöl und Basilikum. Nudeln liefern gut verdauliche Energie, die im Gehirn die Serotoninbildung fördert und vom Basilikum stammt das Eugenol und Estragol.

 

Inhaltstoffe von Basilikum

Die Inhaltstoffe variieren nach Sorte, Erntezeit und Herkunft. So schwankt der Gehalt an ätherischen Ölen zwischen 0,04 und 0,7 %, was doch eine recht hohe Spannbreite darstellt.

Die Hauptbestandteile des Basilikums sind:

– Linalool bis zu 85%

– Estragol (Methylchavicol) bis zu 90%

– Eugenol bis zu 20%

– Die Monoterpene Ocimen und Cineol

– Sesquiterpene

– Phenylpropane, wie Methylcinnamat

– Gerbstoffe

– Flavonoide

– Kaffeesäure

– Äsculosid

– Vitamine A, C und Niacin

 

 

Anwendungsgebiete

Wohl am bekanntesten ist die Verwendung als Gewürz.

In der Naturheilkunde wird Basilikum zur Appetitanregung, gegen Blähungen und Völlegefühl, aber auch als harntreibendes Mittel sowie gegen Entzündungen des Rachenraumes und des Darms verwendet.

Alkoholische Auszüge zeigen bei schlecht heilenden Wunden gute Dienste. Durch die entzündungshemmenden Sesquiterpene und einer krampflösenden Wirkung hemmt es die Bildung von Magengeschwüren. Das ätherische Öl wirkt erfolgreich gegen Würmer.

Flavonoide sind bekannt für ihre antioxidative und damit der Krebsbildung entgegenwirkenden Eigenschaft. Auch wenn gerade in den letzten Jahren eine kanzerogene Wirkung diskutiert wird, auf die ich weiter unten eingehen werde. Basilikum wurde bei Erkrankungen der Harnorgane eingesetzt. Auch gegen Magenkrämpfe,  bei Erbrechen, Blähungen, Verstopfung, Sodbrennen und Migräne. Aufgüsse des Samens setzte man früher auch zur Behandlung bei Tripper ein, wohl wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung.

Estragol fördert α- und β- Globuline und hemmt γ-Globuline. Gerade im Falle einer Hyperstimulierung der γ- Globuline, wie bei chronischer Dickdarmentzündung, Enteritis, Hepatitis und AIDS bewirken Terpenalkohole eine Normalisierung der krankhaft erhöhten Werte. Basilikumtee findet seine Anwendung bei Erkältungen auch wegen seiner schleimlösenden Eigenschaft. Bei Nervosität, Schlafstörungen und Stress soll Basilikumtee entspannend wirken.

Nebenwirkungen

In therapeutischen Dosen sind bisher keine Nebenwirkungen aufgetreten. Allerdings wird wegen des hohen Gehaltes an Estragol und Eugenol, die unter Verdacht stehen krebserregend zu sein, vor einer therapeutischen Anwendung gewarnt. Bisher konnte jedoch nur in Tierversuchen eine kanzerogene Wirkung nachgewiesen werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher estragol- und eugenolhaltige Pflanzen oder Tees nicht in größeren Mengen zu konsumieren. Diese Warnung zielt besonders auf die Verwendung von Fencheltee bei Säuglingen und Kleinkindern.

Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass die natürliche Konzentration von Estragol im Basilikum dem Menschen schaden kann, so lange er mit der Nahrung nicht täglich über 20g Basilikumblätter verzehrt. Wie bei allen Stoffen ist es eben eine Frage der Dosis, zu viel des Guten ist eben zu viel. Man sollte sich jedoch nicht irre machen lassen und nun auf seinen Mozarella mit Basilikum verzichten. Das bedeute sicherlich die schlechtere Alternative. Früher glaubte die Wissenschaft auch an eine kanzerogene Wirkung der Tomate, heute ist man vom Gegenteil überzeugt.

 

Estragol

Das ätherische Öl  Estragol (Methylchavicol) befindet sich in natürlicher Form in den unten genannten Pflanzen. Nach Untersuchungen bei Tieren, deren Schleimhautzellen mit Estragol und Eugenol kontaktiert wurden, konnte eine erbgutverändernde sowie krebsauslösende Wirkung festgestellt werden und das bereits bei einer Dosis von 100 µM. 100 mikro Mol sind der 0,0001 millionste Teil von einem Mol Estragol. Da ein Mol Estragol 148,21 g beträgt, wären das 0,0148 g. Deswegen sollte nach Meinung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) der Gehalt der pflanzlichen Inhaltsstoffe Estragol und Methyleugenol in Lebensmitteln aus Gründen der Vorsorge so weit wie möglich verringert werden, wie unter „Nebenwirkungen“ schon erwähnt. Bei der Mitteilung des BgVV handelt es sich allerdings um keine neuen Erkenntnisse, sondern um die Wiedergabe eines Ergebnisses, welches durch den wissenschaftlichen Ausschuss für Lebensmittel der Europäischen Union (SCF) in seiner wissenschaftlichen Stellungnahmen im Jahr 2001 bestätigt wurde. Dabei ist aber festzustellen, dass es für eine konkrete Gesundheitsgefährdung von Menschen keine Belege gibt. Es handelt sich lediglich um Versuche über längere Zeiträume mit hohen Dosen von Reinsubstanzen aus der Gesamtpflanze, wie sie in der Natur niemals vorkommen. Selbstverständlich sind Untersuchungen über konzentrationsabhängige Wirkungen und Risiken von Einzelsubstanzen auf die Gesundheit des Menschen wichtig, dass daraus aber eine Verteufelung der Pflanze Basilikum oder Fenchel zu erfolgen hat, ist reiner Hysteriewahn. Abgesehen davon verstoffwechselt die Maus bestimmte Stoffe ganz anders als der Mensch. Beschwichtigend stellt das BgVV auch gleich fest, dass für den Verbraucher kein Risiko bestünde, wenn weiterhin Basilikum in normalen Mengen verzehrt würde. Ein Grenzwert sei nicht zu ermitteln. Aber das Gerücht und die Angst bleiben.

Die tödliche Dosis beträgt bei Ratten 1820 mg Estragol/kg KM und bei der Maus 1250 mg/kg KM. Um diese Dosis zu erreichen müsste ein 70 kg schwerer Mensch 97g Basilikum jeden Tag essen, was kaum zu schaffen ist. Allerdings ist nicht das Estragol die auslösende Substanz, sondern ein Metabolit (Stoffwechselprodukt) des Selben.

 

In folgenden Pflanzen befinden sich hohe Anteile an Estragol:

– Estragon

– Basilikum

– Fenchel

– Anis

– Sternanis

– Piment

– Muskatnuss

– Lorbeer

– Lemongras

 

Eugenol

Das ätherische Öl Eugenol findet sich in natürlicher Form in Gewürznelkenöl, in Pimentöl, in Bavöl, in Zimtöl, in Basilikum, in Lorbeer, Banane, Fenchel und Muskat. Eugenol wird an der Luft durch Ozon zu Vanillin oxidiert. In der Zahnheilkunde dient Eugenol als schmerzstillendes und antibakterielles Mittel. Im Experiment wirkt Eugenol karzinogen, mutagen und hautreizend. Es besitzt ein allergenes Potential. Der LD50-Wert für eine Ratte bei oraler Aufnahme beträgt 2680 mg/kg, was umgerechnet auf ein 70 kg schweren Menschen bedeuten würde, dass er rund 190 g des Wirkstoffes zu sich nehmen müsste, was noch unwahrscheinlicher ist als die Wahrscheinlichkeit eine tödliche Vergiftung beim Estragol.

 

Fenchel- Tee

Sehr gerne wird Fencheltee bei Säuglingen gegen Blähungen eingesetzt. Da bei Untersuchungen von verschiedenen Fencheltees Gehalte  an Estragol von 0,3 bis 4,6 mg/Liter und an Methyleugenol von 0,02 bis 0,04 mg/Liter festgestellt wurden, traten wegen der oben dargestellten Gefahren Verunsicherungen in der Bevölkerung auf, ob Fencheltee weiterhin bedenkenlos angewendet werden könne.

Bei trocknen Fenchelsamen wurden sogar Höchstwerte an Estragol von bis zu 3000 mg/ kg gemessen. Generell muss erwähnt werden, dass es beim Fenchel zwei wichtige Unterarten gibt, aus denen ätherisches Öl gewonnen wird, der Süß- und der Bitterfenchel. Die beiden Öle der verschiedenen Subspezies unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung und je nachdem, ob es aus den Blättern, Samen oder Stängeln gewonnen werden. Verunsicherte Mütter, die auf die verdauungsfördernde, fungizide und bakterizide Wirkung des Fenchels schworen, greifen nun lieber zu allopathischen Mitteln, anstatt zu naturheilkundlichen. Dies ist sicherlich übertrieben. Eine mäßige und gezielte Anwendung von Fencheltee ist und bleibt unbedenklich.

 

Estragon

Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus) von dem der Name des ätherischen Öles Estragol herrührt, gehört zur Familie der Korbblütler und wächst in unseren Breiten recht gut, ein Überwintern bereitet keine Probleme. Estragon scheint ursprünglich aus dem Osten (China) zu kommen, wo es schon 2000 v. Ch. erwähnt wurde. Von den Arabern wurde die Pflanze nach Europa gebracht, wo sie in germanischen Haushalten schon vor den Römern als Gewürz Verwendung fanden. Der Namensursprung stammt auch aus dem Arabisch-Persischen. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist kurz vor der Blüte am höchsten. Wer also seinen Estragolkonsum sicherheitshalber reduzieren möchte, sollte die jungen Triebe abschneiden und als Gewürz verwenden, zumal sie dann nicht so intensiv hervorstechen, während vor der Blüte der Geschmack recht bitter sein kann.

Estragon wird zur Aromatisierung von Essig, Senf und einem Kräuterschnaps verwendet. In der Naturheilkunde wird Estragon zur Förderung der Verdauung, des Harn- und Gallenflusses eingesetzt. Estragon enthält viel Kalium. Ansonsten treffen alle Indikationen zu, die bei dem ätherischen Öl Estragol relevant sind.