Wir leisten uns in Deutschland einen Luxus der besonderen Art, einen Luxus, den sich kein anderes Land leistet. Dieser Luxus geht zu Lasten der Krankenkassenmitglieder und macht Lobbyisten reich.

In der jeweiligen Landes KV sind die Ärzte Zwangsmitglieder und müssen den gewaltigen Verwaltungsapparat mit 2,5 Prozent ihres Jahres-BRUTTO-Umsatzes finanzieren. Als Gegenleistung übernimmt die KV die Abrechnung der Ärzte und anderer ambulanter medizinischer Leistungen gegenüber den Krankenkassen. Interessant ist aber, dass die Krankenkassen bei diesen Abrechnungen nicht genau sehen können, was der Arzt an Leistungen tatsächlich erbracht hat. Es handelt sich um ein Punktesystem, das an Transparenz zu wünschen übrig lässt. Mir kommt es so vor, als würde man ganz bewusst eine Verschleierungstaktik mit viel Geld finanzieren.

Generell lieben Deutsche die Bürokratie. Schon Tucholsky bemerkte: „Steht einer im Hof um Holz zu spalten, stehen fünf andere herum, um es zu verwalten!“

Doch hier handelt es sich nicht um staatliche Verwaltung, sondern um private gewinnorientierte Unternehmen, die sich den Zwang zunutze machen. In keinem anderen Land ist das Gesundheitssystem so teuer wie in Deutschland.

Die einzelnen KVs, die natürlich noch einen Dachverband alimentieren vermeiden es, ihre Bilanzen offen zu legen, man muss schon lange suchen, um Zahlen zu finden. So weist der Jahresabschluss der KV Berlin von 2009 eine Bilanzsumme von 470.1 Millionen EUR auf.

Die Bilanz alleine ist aber nicht aussagekräftig. Für einen tieferen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist ein Blick in die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die Cashflowrechnung erforderlich.

Die Bilanz der KZV BW zum 31. Dezember 2008 ist in Aktiva und Passiva bei einer Summe von 256.284.561,17 Euro ausgeglichen. Im Erfolgshaushalt waren Aufwendungen in Höhe von 27.182.853,47 Euro und Erträge in Höhe von 27.446.774,24 Euro zu verzeichnen. Die sich hieraus ergebenden Mehrerträge in Höhe von 263.920,77 Euro wurden dem Vermögen zugeführt.

 

Die Verwaltungskosten der KV-BW lagen 2008 bei 20,1 Millionen Euro, wobei die Gehälter für Vorstandvorsitzenden und Vorstandsmitglieder die geringsten im bundesweiten Vergleich sind.

KV-BW Vorstandsvorsitzender : 180.000,- € + 78.800,- € Variable Vergütung

Vorstandsmitglied: 180.000,-

Bei der KV Bayern sieht das schon anders aus:

KV By Vorstandsvorsitzender: 286.292 € + 8.640 € Fahrtkostenvergütung

Vorstandsmitglied:286.292€  + 31.560 € Fahrtkostenvergütung

Und die Gehälter der Kassenärztliche Bundesvereinigung sehen wie folgt aus:

Vorstandsvorsitzender  344.260,64 € + 30.429,55 Fahrtkostenvergütung

Vorstandsmitglied 331.844,56 €

(Quelle: http://www.kbv.de/media/sp/KV_Gehaelter_Druckfassung.pdf)

Und bedenkt man, dass die 16 KVs in Deutschalnd 164.947 Mitarbeiter und die 17 KZVs (Kassenzahnärztliche Vereinigung) 62.684 Mitarbeiter beschäftigen, kommen ganz schöne aber unnötige Summen heraus, mit denen wir unser sowieso schon teures Gesundheitssystem noch mehr verteuern.

Kassenärztliche Vereinigungen – ein teurer Luxus

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